Thomas Förster

Trittsteine ersetzen marode Brücke

Einruhr/Vogelsang. Renaturierung am Sauerbach im Nationalpark Eifel
Markus Vollmer vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser (l.) und Eckhard Jäck, Leiter der Holzbauwerkstatt der Nationalparkverwaltung (r.) testen die neuen, naturbelassenen Trittsteine im erfolgreich renaturierten Bachbett des Sauerbachs.

Markus Vollmer vom Bundesforstbetrieb Rhein-Weser (l.) und Eckhard Jäck, Leiter der Holzbauwerkstatt der Nationalparkverwaltung (r.) testen die neuen, naturbelassenen Trittsteine im erfolgreich renaturierten Bachbett des Sauerbachs.

Bild: Nationalparkverwaltung Eifel/A. Simantke

Einruhr. Große, naturbelassene Trittsteine dienen Wandernden im Nationalpark Eifel ab sofort als sichere und naturnahe Überquerung am Sauerbach. Der neue Übergang liegt unterhalb der ehemaligen Sauermühle. Er verbindet die Wanderwege aus Richtung Erkensruhr und Einruhr kommend jenseits der Bundesstraße 266 hinauf auf die Dreiborner Hochfläche. Auf Höhe der Heilsteinquelle ließen der Bundesforstbetrieb Rhein-Weser als Grundeigentümer und die Nationalparkverwaltung Eifel die dortige, baufällige Fußgängerbrücke vollständig zurückbauen. Im gleichen Zuge wurde der Bachlauf in diesem Bereich umfassend renaturiert.

Die Überreste der Brückenkonstruktion, die bei der extremen Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 zerstört wurden, sind nun beseitigt. Das Bauwerk stammte ursprünglich aus der Zeit der militärischen Nutzung des Geländes. Nach der Überführung des ehemaligen Truppenübungsplatzes Vogelsang in den Nationalpark Eifel im Jahr 2004 blieb die Brücke zunächst als wichtige Infrastruktur für das Wanderwegenetz erhalten.

»Die Beseitigung der künstlichen Brückenreste und die Offenlegung des Bachbettes sind ein Gewinn für die Gewässerökologie«, erklärt Eckhard Jäck, Leiter der Holzbauwerkstatt. Markus Vollmer vom Bundesforst ergänzt: »Dass wir gleichzeitig ein naturnahes Wandererlebnis bewahren können, unterstreicht die hervorragende und bewährte Zusammenarbeit zwischen dem Bundesforst und der Nationalparkverwaltung bei der gemeinsamen Umsetzung anspruchsvoller Naturschutzprojekte.«

Die Nationalparkverwaltung Eifel übernahm in enger Abstimmung die Koordination und die bauliche Durchführung vor Ort. Die praktische Umsetzung lag in den Händen der hauseigenen Holzbauwerkstatt des Nationalparks. Um den sensiblen Naturraum zu schonen, richteten die Mitarbeiter vor dem Einsatz schwerer Maschinen eine Sedimentsperre aus Strohballen unterhalb der Baustelle ein. Diese verhinderte, dass aufgewirbelte Schlamm- und Sandpartikel den Bachlauf abwärts belasteten. Anschließend entfernten die Fachkräfte mithilfe von angemietetem Spezialgerät die tief im Flussbett sitzenden Holz-, Metall- und Betonreste der alten Brücke. Mit einem bodenschonenden Minibagger wurden schließlich die Bachränder naturnah modelliert und die tonnenschweren Trittsteine präzise so eingesetzt, dass Besucher den Sauerbach auch bei wechselnden Wasserständen sicher überqueren können.