

Konzen/Region (Fö). Der Fachkräftemangel in Kindertageseinrichtungen ist ein Problem, das nicht nur bundesweit, sondern auch in der StädteRegion Aachen sowie in den Kommunen Monschau, Roetgen und Simmerath spürbar ist. Trotz kontinuierlicher Bemühungen des Jugendamtes der Städteregion Aachen bleibt die Personalgewinnung eine große Hürde.
»Fehlende Fachkräfte führen in den Kitas dazu, dass in einigen Einrichtungen die erforderliche Personalstärke nicht erreicht werden kann«, erklärt der städteregionale Pressesprecher Holger Benend. Das habe zur Folge, dass der Betrieb eingeschränkt werden muss – eine Realität, mit der viele Kitas landesweit zu kämpfen haben.
Für das Kindergartenjahr 2026/2027 konnten daher nur Gruppen mit ausreichend Personal ausgestattet werden. Benend: Gruppen, bei denen die Betreuung nicht das ganze Jahr über sichergestellt werden kann, wurden nicht berücksichtigt, da eine verlässliche Betreuung andernfalls nicht gewährleistet ist.«
So auch in der Kita Konzen: Ab August 2026 kann mit dem vorhandenen Personal nur der Betrieb von fünf Gruppen sichergestellt werden. »Betroffene Eltern wurden bereits informiert. Die StädteRegion ist aktuell im Gespräch mit den Eltern, um bis Mitte März individuelle Lösungen zu finden«, versichert Benend. Um dennoch eine ortsnahe Betreuung zu gewährleisten, wird im Familienzentrum Konzen eine Großtagespflegestelle mit selbstständigen Tagespflegepersonen für neun Kinder eingerichtet. Zudem können Plätze in benachbarten Einrichtungen angeboten werden. Doch dieses Angebot passt oft nicht in den Alltag der betroffenen Familien. »Kita-Leitung und StädteRegion stimmen sich mit den betroffenen Familien ab und bieten Unterstützung an«, erklärt Benend.
In Eicherscheid steht die neu eingerichtete Gruppe im ehemaligen Sparkassen-Gebäude weiterhin leer. Jedoch werden dort künftig auch U3-Kinder betreut, die bislang innerhalb des Verbundes mit dem Standort Dedenborn in den Nachbarort mussten. »Die dritte neu geschaffene Gruppe in der ehemaligen Sparkassenfiliale wurde auf der Grundlage der bisherigen Anmeldezahlen noch nicht eröffnet, weil der Bedarf nicht besteht«, so Benend. »Um das Angebot in Eicherscheid zu erweitern und die bestehende Nachfrage nach U3 Betreuung abzudecken, haben wir uns gemeinsam mit der KiTa-Leitung entschlossen, die U-3 Betreuung aber dennoch schon umzusetzen.«
Die StädteRegion bleibe weiterhin aktiv auf der Suche nach Fachkräften. »Sobald neue Mitarbeiter gewonnen werden, soll die sechste Gruppe im Familienzentrum Konzen nachträglich eröffnet werden, und Kinder, die noch auf der Warteliste stehen, können nachrücken«, so das Amt für Familien.
Die Personalsituation ist in den verschiedenen Kitas unterschiedlich. Nicht jeder Bewerber ist in der Lage, in allen Einrichtungen zu arbeiten, und unvorhergesehene Ausfälle durch Krankheit oder Schwangerschaft wirken sich ebenfalls auf den Betrieb aus. Um den Kindern möglichst viel Stabilität zu bieten, vermeiden die Kita-Träger häufige Wechsel bei den Bezugspersonen, erläutern die Fachleute, warum die Personaldecke in den verschiedenen Kitas unterschiedlich sein kann.
Benend: »Die Situation in der Kindertagesbetreuung bleibt insgesamt angespannt – und das schon seit mehr als zehn Jahren.«
Das NRW-Familienministerium plant das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) zu ändern. Ein Punkt ist die Einführung von Kern- und Randzeiten in den Kitas, in denen jeweils unterschiedlichere Anforderungen an das Personal gelten. Die Kindergärten können künftig den Betreuungsschlüssel und die Qualifikation des eingesetzten Personals etwa in Bring- und Abholzeiten festlegen. Die Kernzeit liegt laut bei mindestens fünf Stunden am Tag.
n Sollte zum Kindergartenjahr 2027/2028 das Kernzeitenmodell eingeführt werden, könne dies eine leichte Entlastung bringen, insbesondere in Einzugsbereichen, in denen nicht ausreichend Vollzeit-Fachkräfte zur Verfügung stehen, heißt es von Seiten der Städteregion Aachen. In diesem Fall kann die Betreuung in den Randzeiten stärker von Ergänzungskräften (mit Ausbildung als Kinderpfleger) mit übernommen werden, als das jetzt schon der Fall ist.
Ob dies mit dem Ziel einer ganztägigen alltagsintegrierten und kindgerechten Förderung vereinbar ist, wird zurzeit noch diskutiert.

