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Zweiradkontrolltag im Kellenbachtal

Das Wetter ist schön, die Straße trocken: Im Kellenbachtal hat die Motorradsaison begonnen. Die Polizei war dabei – auf der Suche nach zu lauten, zu schnellen, zu frisierten Maschinen. Mit präventiver Zielrichtung wurde am Sonntag eine Kontrollstelle in Königsau eingerichtet.
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Zu Beginn der warmen Jahreszeit nimmt die Polizei in Rheinland-Pfalz wieder verstärkt Motorradfahrer ins Visier. Vor allem auf landschaftlich reizvollen Strecken werde während der Motorradsaison kontrolliert, teilte die Polizei in Kirn am Kontrolltag mit. Nur 13 Beanstandungen Auf der Bundesstraße 421 von Simmertal nach Gemünden, auf der in den vergangenen 21 Monaten gleich zwei tödliche Motorrad-Unfälle zu beklagen waren, wurden am Sonntag insgesamt 115 Verkehrsteilnehmer kontrolliert. Bei bestem Motorrad-Wetter zog es viele auf die kurvenreiche Strecke. Erfreulicherweise mussten nur 13 Motorradfahrer beanstandet werden. Es waren vielfach fast vollständig abgefahrene Reifen, aber auch andere “modifizierte” Motorradan- und umbauten, die den Zulassungsvorschriften widersprachen.  Die Polizisten zeigten im Rahmen der Prävention den Bikern auch Fotos der vorangegangenen Unfaälle - das hinterließ Eindruck. Kurvenreiche Strecke beliebt bei Bikern Die kurvenreiche B 421 gehört zu den Lieblingsstrecken der Motorradfahrer. Sobald der Frühling Einzug hält, tummeln sich auf der Kellenbachtalstraße die Zweiräder. "Häufig wird sehr schnell gefahren", erklärt Polizist Herzog. Mit seinen Kollegen wartet er auf die Fahrer. Auf einem Parkplatz in der Ortslage Königsau werden die Motorradfahrer aus dem Verkehr herausgeholt. Oft seien ungeübte Fahrer durch die Stärke der Motorräder überfordert. "Wir kontrollieren nicht, um die Biker zu ärgern“, so die Polizei. Meist seien die Kontrollen sehr entspannt und man führe gute Gespräche – trotz der einen oder anderen Verwarnung. "Ihren Führerschein und Fahrzeugschein bitte", der Aufforderung kommt der Fahrer einer blauen Honda gerne nach. Dass er vielleicht auch wegen seiner roten "Irokesenbürste" auf dunklem Helm das Interesse der Polizisten weckt, lässt ihn schmunzeln. Er kann sich in Sicherheit wiegen, denn bei seiner Maschine ist alles "im grünen Bereich". "Zu laut ist sie nicht", sagt ein Fahrer aus den Niederlanden und klopft auf den Sitz seiner BMW K100 LT, mit der er schon zehn Jahre unterwegs ist. Diese Gruppe mit acht Bikern ist in Treis-Karden gestartet und ist begeistert vom Kellenbachtal. Steine fallen auf die Straße Die Bankette an vielen Straßen sind saniert worden – zum Ärger vieler Motorradfahrer. Seither fliegen die Steine zum Teil bis auf die Gegenfahrbahn, wenn Lkw die Straße passieren. Auch auf einem Teilstück der B 421 hat der Landesbetrieb Mobilität im vergangenen Jahr die Bankette erneuert. „Seither liegen aber kleine und große Steine lose an den Seitenrändern der Straße“, berichtet Oliver Schmitt, Geschäftsführer der Motorradfreunde Kirn. Auch bei den vielen Bikergruppen, die am Sonntag unterwegs waren, wurde intensiv über die Situation an den Straßen in der Region diskutiert. „Da ist schon etwas los“, weiß der erfahrene Motorradfahrer. „Und wenn sich Lkw begegnen, fliegen diese Steine zum Teil bis auf die Gegenfahrbahn“. Das dürfe nicht sein, stimmt ein anderer Motorradfahrer zu. Die Straße sei an manchen Stellen sehr schmal. Deshalb komme es im Begegnungsverkehr gerade von Lkw immer wieder vor, dass die Bankette genutzt werden müssten. Aus diesem Grunde sei wahrscheinlich die Fahrbahnrandbefestigung auch schadhaft gewesen und habe erneuert werden müssen. Für die Polizei war die Kontrollaktion ein Erfolg: "Wir haben zum Start in die Motorradsaison ein richtiges Zeichen gesetzt", sagten die Beamten.