Stefan Pauly

"Dornröschen" wachgeküsst

Wie die Brüder Christoph und Stefan Marx aus Cochem in ihrer Freizeit ein vom Zerfall bedrohtes historisches Haus zum Schmuckstück verwandelten.

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Zwei Brüder die sich verstehen und vom Handwerk dazu noch viel verstehen: Nur mit diesen "Zutaten" war es Stefan (34, links) und Christoph Marx (31) möglich das historische Försterhaus so wunderschön zu sanieren.  Entstanden ist ein Luxus-Ferienhaus mit Wellnessanlage.

Zwei Brüder die sich verstehen und vom Handwerk dazu noch viel verstehen: Nur mit diesen "Zutaten" war es Stefan (34, links) und Christoph Marx (31) möglich das historische Försterhaus so wunderschön zu sanieren. Entstanden ist ein Luxus-Ferienhaus mit Wellnessanlage.

Foto: Zender

Von Mario Zender

Als Christoph und Stefan Marx aus Cochem im Jahr 2015 vom Verkauf eines vom Einsturz gefährdeten, kleinen Häuschens im Enderttal erfuhren, wollten sie dieses sofort erwerben. Weniger wegen des Fachwerkhauses, das einer Ruine glich, sondern wegen des Grundstückes. Dieses grenzt an den Dachdeckerbetrieb der Brüder Marx in der Cochemer Endertstraße. "Wir hatten hier Parkplätze und Garagen geplant", erzählt Stefan Marx im Gespräch mit dem WochenSpiegel. Doch als sie das Grundstück etwas von den Sträuchern und dem Gestrüpp, dass das ehemalige Försterhäuschen mit der Zeit eingeholt hat, befreit hatten, wurde den beiden leidenschaftlichen Handwerkern klar, dass ein Abriss kein Thema sein kann. "Wir wollten diese besondere Fassade aus Fachwerk einfach erhalten", so Christoph Marx. Dass aus dem kleinen Häuschen mit eingefallenen Decken dann plötzlich ein Großprojekt werden sollte, dass die Brüder sieben Jahre beschäftigen wird, ahnten sie damals noch nicht. "Zwischendurch hatten wir auch mal einen richtigen Durchhänger, wenn immer neue Herausforderungen auftauchten, die mit einem solch alten Gebäude verbunden sind", so Stefan Marx. "Dann haben wir mal eine kurze Pause gemacht und dann ging es weiter und der Frust war vergessen", schmunzelt Bruder Christoph.

Besonders erinnern sich die Brüder an den Tag, als sie entschieden, aus den kleinen Zimmern im Eingangsbereich einen großen Raum zu gestalten. Dafür musste ein 13 Meter langer Holzbalken mit "Manneskraft" in das Haus gebracht und eingebaut werden. "Da waren alle zehn Mitarbeiter des Dachdeckerunternehmens Marx, das die beiden mit Vater und Mutter führen, eingespannt und haben den schweren Holzbalken reingeschleppt, erinnert sich Christoph Marx. Tausende Arbeitsstunden später sitzen die beiden Brüder zusammen im neugeschaffenen Wohnzimmer und erzählen dem WochenSpiegel-Reporter ihre Erfahrungen. Die meisten Arbeiten in dem Haus haben die leidenschaftlichen Handwerker übrigens selbst gemacht. Christoph ist Dachdecker und Klempnermeister und sein Bruder Stefan Dachdecker- und Zimmerermeister. Und dass die beiden Brüder etwas von ihrem und weiteren Handwerken verstehen, sieht man an dem Ergebnis: Entstanden ist ein zauberhaft renoviertes Bauwerk, das nun als luxuriöses Ferienhaus mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern mit Sauna und Whirlpool vermietet wird.