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Keine Entlastung durch Eifelquerbahn

Bahn sieht positiven Effekt nicht schnell genug eintreten

Kreis Vulkaneifel. Trotz verschiedener Forderungen wird die Eifelquerbahn zwischen Kaisersesch, Daun und Gerolstein zur Entlastung der in weiten Teilen zerstörten Eifelstrecke wohl eher nicht vorübergehend reaktiviert.

Die Eifelstrecke zwischen Köln und Trier ist in weiten Teilen durch die Unwetterkatastrophe vor rund zwei Wochen massiv beschädigt, teilweise sogar zerstört worden. Für die Pendler und Schüler in Richtung Köln und Trier bedeutet das einen immensen Mehraufwand. Für den Tourismus in der Eifel ist die fehlende Bahnverbindung in die beiden Großstädte ebenfalls ein herber Verlust. Inzwischen wurden als Schienenersatzverkehr unter anderem Expressbusse zwischen Trier, Bitburg und Euskirchen sowie im Folgenden weiter nach Köln eingerichtet. An diese soll ab nächster Woche auch Gerolstein mit Zubringerbussen nach Jünkerath und Prüm angebunden werden. Zudem wird der Basis-Schienenersatzverkehr zwischen Trier und Gerolstein ab Montag, 2. August, auch die Stationen Hüttingen, Philippsheim, Speicher, Auw a.d. Kyll, Daufenbach, Kordel und Ehrang anfahren.

Gleichzeitig werden immer wieder Stimmen laut, die eine zumindest vorübergehende Inbetriebnahme der Eifelquerbahn zwischen Kaisersesch und Gerolstein fordern. Schon der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (SPNV) Nord hatte diesen Vorstoß in der vergangenen Woche gewagt, um die Eifelstrecke zu entlasten und über sie zum Beispiel Fahrzeuge, die auf der Eifelstrecke eingeschlossen sind, zu bergen. So könnten laut SPNV Nord außerdem Bauzüge von Andernach aus auf der Eifelstrecke zum Einsatz kommen. Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahn Vereins forderte, dass eine zielführende Brückenprüfung der Kyllbrücke bei Pelm unter „realistischen Vorgaben“ durchgeführt werden solle. Der Verein hat dabei auch den Güterverkehr im Blick, da einige Unternehmen im Gerolsteiner Land derzeit von der Zulieferung von Produktionsmitteln abgeschnitten ist.

Dies war auch eines der Argumente, das die Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt (SPD) beim gestrigen Besuch von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in Gerolstein gegenüber Vertretern der Deutschen Bahn (DB) vorbrachte. Diese machten allerdings wenig Hoffnung auf eine vorübergehende Reaktivierung der Eifelquerbahn. Die Strecke liege zu lange still, so dass sich die Natur die Strecke „zurückgeholt habe“, wie Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Infrastrukturprojekte Region Mitte der DB, ausführte. Die Gleise der Eifelquerbahn müssten dazu neu aufgebaut werden, so Bolte. „Wir haben die Erwartung, dass wir mit der Eifelstrecke schneller fertig sind als die Reaktivierung der Eifelquerbahn einen positiven Effekt zeigen würde“, ergänzte der DB-Konzernbevollmächtigte Dr. Klaus Vornhusen vor Ort.

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Kommentar von Werner Klingbiel
Die deutsche Staatsbahn will nicht auf der Eifelquerbahn fahren wie auf vielen anderen Strecken auch und findet daher jede Menge Ausreden. Das Freischneiden einer Strecke ist inzwischen schon Routine in Deutschland z. B. bei Reaktivierung als Museumsbahn. Und die besagte Brücke ließe sich notfalls durch eine Behelfsbrücke, wie sie bei Baustellen gang und gäbe ist, ersetzen. Noch kennt die Bahn im Eigentum des Bundes nur Stillegungen. Je weniger Strecken umso weniger Arbeit. Alle Sprüche von Verkehrsverlagerung und Reaktivierung sind von der Politik nur für das Wahlvolk. Schon wenn das erste Beispiel ansteht, wo man die Ernsthaftigkeit dieser Sprüche zeigen könnte scheitert es an der Politik.