Gegen die Windkraft und auf die Straße

Obere Kyll. Mehrere hundert Menschen sind in den vergangenen Tagen gegen Windkraftanlagen auf dem Duppacher Rücken auf die Straße gegangen.

»Keine Zerstörung der heimischen Waldlandschaften«: Das stand auf einem großen roten Plakat, welches vergangenen Sonntag zwischen Schüller und Steffeln im Rahmen einer Infoveranstaltung sowie am Dienstag vor der Verbandsgemeinderatssitzung vor dem Gerolsteiner Rondell zu sehen war. Anlass hierfür sind die Pläne, den Duppacher Rücken zwischen den Gemeinden Birgel, Gönnersdorf, Lissendorf, Schüller und Steffeln als Gebiet für mögliche Windkraftanlagen auszuweisen. 

Die fünf Gemeinden haben kürzlich einen Rahmenvertrag geschlossen. Sollte im neuen Flächennutzungsplan, den der Rat der Verbandsgemeinde Gerolstein beschließt, das besagte Gebiet für die Windkraftnutzung ausgewiesen werden, so wollen alle fünf Gemeinden gemeinsam agieren.

Was man während beiden Veranstaltungen schnell heraushören konnte: Viele Bürger der fünf Gemeinden fühlen sich hintergangen. Große Infoveranstaltungen gab es coronabedingt zu diesem Thema vor Sonntag noch nicht und viele hätten erst kürzlich von den Plänen erfahren und fürchten nun, dass das Waldgebiet Windkraftanlagen weichen muss. Guido Heinzen, Ortsbürgermeister von Schüller sagte am vergangenen Sonntag, dass man froh sei, sich mit den fünf Gemeinden auf einen Rahmenvertrag verständigt zu haben, bevor es an den Flächennutzungsplan geht. Dieses Verfahren, und das bestätigte auch VG-Bürgermeister Hans Peter Böffgen am Dienstag während der  VG-Ratssitzung auf Nachfrage zahlreicher Bürger, sei aktuell noch nicht gestartet.

Viele Bürger der betroffenen Gemeinden haben sich mittlerweile im Rahmen einer Initiative zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Keine Windräder auf dem Duppacher Rücken. Daher forderten die Vertreter der Initiative die VG-Verwaltung unter anderem dazu auf, sich zeitnah gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Hans Peter Böffgen versicherte, dass man an einem Austausch  mit allen Beteiligten interessiert sei. Das Verfahren werde voraussichtlich erst Ende des Jahres offiziell angestoßen werden und sich über mehrere Jahre ziehen.: »Wir werden uns mit dem Thema noch in vielen Sitzungen in den nächsten Jahren beschäftigen«, so der VG-Bürgermeister. So lange bleibt der Duppacher Rücken auf jeden Fall erst einmal windkraftfrei.

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