Julia Borsch

50 Jahre ambulante Pflege in der Südeifel: Caritas steht vor neuen Herausforderungen

Bitburg/Südeifel. Seit 50 Jahren gibt es ambulante Pflege in der Südeifel. Bei einer Jubiläumsfeier blickte die Caritas auf die Entwicklung zurück und sprach über Fachkräftemangel und neue Pflegekonzepte.

 

Vertreter der Caritas sowie Gäste aus Politik und Kirche blickten im Haus Beda auf 50 Jahre ambulante Pflege in der Südeifel zurück. v.l.n.r Caritasdirektor Winfried Wülferath, Landtagsabgeordneter Nico Steinbach, Kreisbeigeordneter des Eifelkreises Bitburg-Prüm Rudolf Rinnen, Leiterin der Sozialstation Südeifel Martina Alsfasser, Caritasdirektorin Silke Mathey, Domkapitular Benedikt Welter, Vorstandsvorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes, Bundestagsabgeordneter Patrick Schnieder, ehemalige Mitarbeiterin Katharina Pauls, Bürgermeister Stadt Bitburg Heiko Jakobs

Vertreter der Caritas sowie Gäste aus Politik und Kirche blickten im Haus Beda auf 50 Jahre ambulante Pflege in der Südeifel zurück. v.l.n.r Caritasdirektor Winfried Wülferath, Landtagsabgeordneter Nico Steinbach, Kreisbeigeordneter des Eifelkreises Bitburg-Prüm Rudolf Rinnen, Leiterin der Sozialstation Südeifel Martina Alsfasser, Caritasdirektorin Silke Mathey, Domkapitular Benedikt Welter, Vorstandsvorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes, Bundestagsabgeordneter Patrick Schnieder, ehemalige Mitarbeiterin Katharina Pauls, Bürgermeister Stadt Bitburg Heiko Jakobs

Bild: Caritasverband Westeifel e.V

Mit einem Festgottesdienst und einer Feierstunde im Haus Beda hat der Caritasverband Westeifel das 50-jährige Bestehen der ambulanten Pflege in der Südeifel gewürdigt. Im Mittelpunkt standen neben der Entwicklung der heutigen Caritas-Sozialstation Südeifel auch die Herausforderungen für die zukünftige Versorgung pflegebedürftiger Menschen.


Fachkräftemangel und steigende Anforderungen

Caritasdirektorin Silke Mathey und Martina Alsfasser, Leiterin der Sozialstation Südeifel, gingen auf die aktuelle Situation in der ambulanten Pflege ein. Neben dem Fachkräftemangel und steigenden Anforderungen seien neue Ansätze notwendig, um die Versorgung langfristig sicherzustellen.

Als Beispiel stellten sie das Modellprojekt „Pflege ganz aktiv“ vor, das die individuellen Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen stärker berücksichtigen soll. Auch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz könnten künftig dazu beitragen, Pflegekräfte zu entlasten und mehr Zeit für die Betreuung zu schaffen.

Bei allen Veränderungen müsse jedoch der Grundgedanke der Caritas erhalten bleiben. „Unser Kern bleibt, Caritas, als praktizierte Nächstenliebe in der Hinwendung zu den Menschen, die Pflege und Unterstützung brauchen, denn, was die Menschen bewegt, bewegt uns“, betonte Mathey.


Von zwei Sozialstationen zum regionalen Versorgungsnetz

Die heutige Sozialstation Südeifel ging aus den ehemaligen Sozialstationen Bitburg und Speicher hervor. Caritasdirektor Winfried Wülferath erinnerte an die Entwicklung der ambulanten Pflege in den vergangenen fünf Jahrzehnten. Als wichtigen Meilenstein bezeichnete er die Einführung der Pflegeversicherung.

Aus den Anfängen entstand ein regionales Versorgungsnetz mit mittlerweile vier Sozialstationen in Daun, Prüm, Gerolstein und Bitburg. Die Mitarbeitenden unterstützen pflegebedürftige Menschen mit ambulanter Pflege, Beratung und weiteren Hilfsangeboten, damit diese möglichst lange selbstbestimmt in ihrem Zuhause leben können.

Darüber hinaus wurde das Angebot ausgebaut. Seit 2015 entstanden in der Region acht ambulant betreute Wohngemeinschaften.


Ambulante Pflege entlastet auch Angehörige

Domkapitular Benedikt Welter, Vorstandsvorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes Trier, erinnerte daran, dass die Gründung der Sozialstationen in den 1970er-Jahren eine Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen gewesen sei. Zugleich betonte er die Notwendigkeit, die ambulante Pflege weiterzuentwickeln.

Auch der Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder ging auf die Bedeutung der Sozialstationen für die regionale Versorgung ein. Rudolf Rinnen, Kreisbeigeordneter des Eifelkreises Bitburg-Prüm, hob insbesondere die Entlastung pflegender Angehöriger hervor. Dabei berichtete er auch von seinen persönlichen Erfahrungen als pflegender Angehöriger.

Einen Einblick in die Anfangsjahre gab die ehemalige Mitarbeiterin Katharina Pauls. Sie erinnerte daran, dass Pflegekräfte damals häufig weit über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus Familien begleiteten und unterstützten. Die persönliche Nähe zu den betreuten Menschen sei auch heute noch ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit.

Die Feierstunde wurde musikalisch von einem Klarinettentrio mit Diana Lehnertz, Ina Nöhl und Leonard Dick begleitet.