Nikolas Leube

"Massenanfall" von Verletzten: Klinik, DRK und US-Militär proben den Ernstfall

Bitburg. Das Marienhaus Klinikum Eifel, das DRK und die Air Base Spangdahlem haben erstmals gemeinsam einen Massenanfall von Verletzten geübt und dabei Abläufe im Ernstfall getestet.

Erstmals haben das Marienhaus Klinikum Eifel Bitburg, das Deutsche Rote Kreuz und das 52. Jagdgeschwader der Air Base Spangdahlem gemeinsam eine Katastrophenübung durchgeführt. Unter realitätsnahen Bedingungen trainierten die Beteiligten die Bewältigung eines Massenanfalls von Verletzten und die Zusammenarbeit über Organisationsgrenzen hinweg.

Das Szenario auf der Air Base Spangdahlem ging von einem Schadensereignis mit gefährlichen Stoffen und vielen Verletzten aus. Die Betroffenen mussten medizinisch versorgt und dekontaminiert werden. Ziel war es, die abgestimmten Abläufe zwischen den beteiligten Einrichtungen zu erproben.

Klare Abläufe nach der Alarmierung

Ein Massenanfall von Verletzten liegt vor, wenn zahlreiche Menschen gleichzeitig medizinische Hilfe benötigen. Für solche Lagen bestehen festgelegte Prozesse, die innerhalb weniger Minuten Personal, Material und Kommunikationswege koordinieren.

Auch in Bitburg griffen diese Strukturen unmittelbar nach der Alarmierung. Mitarbeitende versammelten sich zur zentralen Registrierung, erhielten Funktionswesten, Funkgeräte, Telefone und Telefonlisten und übernahmen anschließend ihre im Krisenplan vorgesehenen Aufgaben. Die Klinikeinsatzleitung sowie die Teams der Notfallversorgung besetzten ihre jeweiligen Bereiche.

Im Mittelpunkt des Klinikums stand die Versorgung von zehn simulierten Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Verletzungsmustern. Darunter befanden sich drei Schwerstverletzte.

Zusammenarbeit erfolgreich getestet

"Es war die erste Übung mit den amerikanischen Partnern überhaupt – und die Zusammenarbeit war durchweg hervorragend", sagt Dr. Thomas Koch, Ärztlicher Direktor des Marienhaus Klinikums Eifel Bitburg.

Gleichzeitig habe die Übung auch Verbesserungsbedarf aufgezeigt. "Insbesondere bei den technischen Kommunikationswegen müssen wir nachsteuern. Unsere Tests haben gezeigt, dass die Funkgeräte nicht in allen Bereichen zuverlässig funktionieren", so Koch.

Nach seinen Worten profitieren alle Beteiligten von solchen Übungen. Sie stärkten die Zusammenarbeit und trügen dazu bei, auf den Ernstfall besser vorbereitet zu sein. Sein Dank galt den Partnern der US Air Base Spangdahlem, dem DRK sowie den Mitarbeitenden, die während der Übung den regulären Klinikbetrieb aufrechterhielten.

Erfahrungen aus früheren Einsatzlagen

Wie wichtig eingespielte Abläufe, zeigte sich bereits im April 2024. Damals musste der gesamte Klinikstandort nach dem Fund eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg evakuiert werden. Die organisatorische Ausnahmesituation erforderte einen hohen Koordinationsaufwand.

Die aktuelle Übung knüpft an diese Erfahrungen an. Sie soll dazu beitragen, dass die beteiligten Einrichtungen durch klare Strukturen und regelmäßiges Training auch in besonderen Einsatzlagen handlungsfähig bleiben.