

Das seit Juli 2026 in Deutschland auftretende Shamonda-Virus (SHAV) ist inzwischen auch in mehreren Milchviehbetrieben im Eifelkreis Bitburg-Prüm sowie in weiteren Landkreisen in Rheinland-Pfalz festgestellt worden. Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) weisen zudem auf eine zweite, mit dem Shamonda-Virus verwandte Virenvariante der Simbu-Serogruppe hin. Das Virus wurde in Rheinland-Pfalz bislang vor allem bei Rindern nachgewiesen, inzwischen aber erstmals in Deutschland auch bei einem Pferd und einem Alpaka aus dem Bundesland. Nachweise gibt es außerdem bei Schafen und Ziegen.
Nach derzeitigem Kenntnisstand erfolgt die Übertragung überwiegend durch Gnitzen, eine Gruppe kleiner Stechmücken. Die Viren können sich in den Insekten vermehren. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier ist für diese Virusgruppe nicht belegt.
Bei Viren der Simbu-Serogruppe kann eine Übertragung vom Muttertier auf das ungeborene Tier stattfinden. Ob dies auch für das neu nachgewiesene Shamonda-Virus gilt, lässt sich nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes Rheinland-Pfalz (LUA) derzeit noch nicht sagen. Das Friedrich-Loeffler-Institut geht nach aktuellem Stand nicht von einem Infektionsrisiko für Menschen aus.
Infizierte Rinder zeigen laut LUA derzeit in der Regel nach kurzem Fieber milde Symptome und erholen sich meist vergleichsweise schnell. In betroffenen Beständen können jedoch unter anderem ein deutlicher Rückgang der Milchleistung und der Futteraufnahme, Inaktivität sowie kurzfristiger, teilweise wässriger Durchfall auftreten.
Bei verwandten Viren können Infektionen während der Trächtigkeit zu Aborten, Totgeburten oder schweren angeborenen Missbildungen führen. Ob und in welchem Umfang das auch bei Infektionen mit dem Shamonda-Virus der Fall ist, kann das LUA derzeit noch nicht abschätzen.
Ein Impfstoff gegen das Shamonda-Virus steht nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes derzeit noch nicht zur Verfügung. Eine Impfstoffentwicklung sei für diesen Erregertyp grundsätzlich denkbar. Um das Infektionsrisiko zu reduzieren, sollen empfängliche Tiere nach Möglichkeit vor Stechmücken geschützt werden, beispielsweise durch den Einsatz von Repellentien.
Bei Tieren mit entsprechenden Krankheitssymptomen sollte das Shamonda-Virus nach Angaben der Behörde bei der Ursachenklärung berücksichtigt werden. Blutproben von akut fiebernden oder erkrankten Tieren mit bislang unbekannter Krankheitsursache können im Rahmen eines landesweiten Monitorings an das LUA geschickt werden. Auch Aborte oder missgebildet geborene Wiederkäuer können dort auf den Erreger untersucht werden.
Ein Nachweis des Shamonda-Virus führt derzeit nicht zu Sperrmaßnahmen für einen Betrieb. Erkrankte Tiere dürfen allerdings nicht verbracht werden. Das LUA und der Eifelkreis rufen Tierhalter weiterhin zu erhöhter Wachsamkeit auf.
Weitere Informationen erteilen der Rindergesundheitsdienst des Landesuntersuchungsamtes unter Tel. 0261 / 9149-385 und -386 sowie das Veterinäramt der Kreisverwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm unter Tel. 06561 / 15-5320 und -5321.




