Frederik Scholl

"Haltung zeigen": Internationale Wochen gegen Rassismus

Kreis Euskirchen (PP). Auf Initiative verschiedener Kooperationspartner finden vom 17. bis 27. März internationale Wochen gegen Rassismus statt.
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Mitglieder des Arbeitskreises gegen Institutionellen Rassismus stellten im Rahmen eines Pressegesprächs die Initiative "Haltung zeigen": Wir im Kreis gegen Rassismus" vor. Während der Internationalen Wochen gegen Rassismus sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, hier (v.l.)  Landrat Markus Ramers, Rotkreuz-Geschäftsführer Rolf Klöcker, Boris Brandhoff (Leiter Rotkreuz-Team Migration/Integration), Carsten Düppengießer (Caritas Euskirchen), Lena Winter (Caritas Eifel), Sabine Sistig (KI Kreis Euskirchen) und Katharina Wonnemann (Vogelsang IP).

Mitglieder des Arbeitskreises gegen Institutionellen Rassismus stellten im Rahmen eines Pressegesprächs die Initiative "Haltung zeigen": Wir im Kreis gegen Rassismus" vor. Während der Internationalen Wochen gegen Rassismus sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, hier (v.l.) Landrat Markus Ramers, Rotkreuz-Geschäftsführer Rolf Klöcker, Boris Brandhoff (Leiter Rotkreuz-Team Migration/Integration), Carsten Düppengießer (Caritas Euskirchen), Lena Winter (Caritas Eifel), Sabine Sistig (KI Kreis Euskirchen) und Katharina Wonnemann (Vogelsang IP).

Foto: Sarah Winter/pp/Agentur ProfiPress

"Haltung zeigen: Wir im Kreis Euskirchen gegen Rassismus": Unter diesem Titel hat sich ein Aktionsbündnis zusammengeschlossen, dem Institutionen, Behörden, Verbände und zivilgesellschaftlicher Initiativen aus dem ganzen Kreis angehören. Mit dem gleichen Slogan sind auch die Internationalen Wochen gegen den Rassismus vom 14. bis 27. März 2022 überschrieben.
In dieser Zeit finden verschiedene Veranstaltungen im Kreis Euskirchen statt. "Unser Ziel ist es, Menschen zu sensibilisieren, anderen Menschen gegenüber nicht voreingenommen zu sein", brachte es Rolf Klöcker, der Geschäftsführer des Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen auf den Punkt, in dessen Räumen Aktionsbündnis und Programm am Mittwoch vorgestellt wurden.
"Die meisten von uns haben es noch nie selbst erlebt, wie es ist, anders behandelt zu werden", fuhr Klöcker fort: "Nur, weil man so ist, wie man geboren wurde." Damit brachte er die Intention der Initiative auf den Punkt. Um die Menschen besser zu erreichen und das Thema in der Gesellschaft sichtbarer zu machen, wolle man die geplanten und kommenden Veranstaltungen unter einem Dach bündeln und nach außen tragen, erläuterte Boris Brandhoff, Leiter des Rotkreuz-Teams Migration/Integration, die Beweggründe für ein gemeinsames Auftreten der verschiedenen Akteure.
Sylvie Dayiku Pomame (DRK-Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit) ergänzte: "Gerade jetzt ist es wichtig, Haltung zu zeigen, denn die Menschen leiden auch heute unter Rassismus auf der Flucht aus der Ukraine". Mit den genannten waren auch Landrat Markus Ramers, Carsten Düppengießer (Caritas Euskirchen), Lena Winter (Caritas Eifel), Sabine Sistig (Kreis Euskirchen) und Katharina Wonnemann (Vogelsang IP) mit von der Partie, als die Aktionswochen der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen auch unter www.drk-eu.de/iwgr.

Landrat Markus Ramers ist Schirmherr

Landrat Markus Ramers ist nicht nur Schirmherr des Roten Kreuzes im Kreis Euskirchen, er habe sich auch mit großer Freude der Initiative "Haltung zeigen: Wir im Kreis gegen Rassismus" angeschlossen. Er dankte allen Institutionen und Kooperationspartnern, dass sie sich für diese Projekte engagieren, denn im Idealfall würde dies dazu führen, Menschen zu sensibilisieren und zu ermuntern, selbst in ihrer Nachbarschaft oder im beruflichen Alltag "Haltung zu zeigen", so der Schirmherr auch über das Aktionsbündnis. Ramers' Resümee: "Ich finde es eine großartige Sache, dass wir uns hier gemeinsam auf den Weg machen, um im Kreis Euskirchen noch mehr Haltung zu verbreiten, als es vielleicht bisher der Fall war."
Die Initiative "Haltung zeigen: Wir im Kreis Euskirchen gegen Rassismus" ist das erste große Vorhaben des Arbeitskreises gegen Institutionellen Rassismus, der im Jahr 2021 von der DRK-Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit gegründet worden ist. Dort treffen sich einmal im Monat Menschen aus unterschiedlichsten Verbänden, Bildungseinrichtungen und Behörden, um gemeinsam starre Strukturen und Rassismus zu erkennen und Strategien für Veränderung und positive Entwicklungen zu erarbeiten. Teil dieser Initiative ist auch das Kommunale Integrationszentrum Kreis Euskirchen, das sich mit einem Online-Workshop von Serge Palasie (Eine Welt Netz NRW), am Mittwoch, 23. März, von 16 bis 18 Uhr an den Aktionswochen beteiligt. Thema des Workshops: "Kolonialismus und sein Erbe als Thema der Bildungsarbeit". Anmeldung bei Julia Gennet, unter julia.gennet@kreis-euskirchen.de

Es geht ums Handeln im Alltag

Am Tag der Veranstaltung soll im Eingangsbereich des Kreishauses eine Stellwand positioniert werden, auf der alle Besucher die Möglichkeit haben, einen Satz zu vervollständigen: "Ich zeige Haltung gegen Rassismus im Alltag, indem ich…" Hier darf sich jeder zum Thema Gedanken machen und die Stellwand bereichern. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse soll am "Diversity-Day" (Tag der Vielfalt), Dienstag, 31. Mai, ebenfalls im Kreishaus ausgestellt werden.
Die DRK-Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit bietet gleich zwei Veranstaltungen an: Am Montag, 14. März, von 16 bis 18 Uhr das "Respektwerk", ein Online-Training, wie man sich diskriminierendes Sprechen über andere ("Hatespeech") abgewöhnt oder, noch besser, in eine Welle des Respekts verwandelt. Das ist gleichzeitig der Auftakt der Initiative "Respektwerk - Euskirchen für mehr Courage im Netz", ein Netzwerk für alle, die einen aktiven Beitrag zum fairen und respektvollen Umgang im digitalen Raum leisten wollen. Am Dienstag, 22. März, von 16 bis 18 Uhr ist eine weitere Online-Veranstaltung geplant: "Verlernen und Fairlernen". Es geht um Rassismus und die Geschichte Afrikas. Anmeldung jeweils bei Sylvie Dayiku Pomame sdayiku@drk-eu.de
Ebenfalls online findet ein Workshop der Servicestelle Antidiskriminierungsarbeit, Caritasverband Eifel, am Dienstag, 15. März, von 14 - 16 Uhr statt. Der Workshop "Umgang mit Rassismus in der Schule" richtet sich an Fachkräfte, Schüler/innen und Schulpersonal. Anmeldungen bei Lena von Seggern unter l.v.seggern@caritasl-eifel.de
Das Landesförderprojekt "NRWeltoffen" beteiligt sich in der Akademie Vogelsang IP ebenfalls mit zwei Veranstaltungen: Montag, 21. März, von 17 bis 19 Uhr zum Thema "Hate-Speech, wie rechtsalternative Akteur/innen das Internet erobern". Anmeldungen unter weltoffen@kreis-euskirchen.de

Kulturelle Hintergründe

Am Dienstag, 29. März, von 17 bis 19 Uhr gibt es einen Workshop "Antimuslimischer Rassismus - Was ist das?" mit Nicole Erkan (Muslimisches Familienbildungszentrum - MINA e.V., Duisburg). Unter anderem wird dabei die Frage geklärt, was der Islam mit Rassismus zu tun hat und welche Rolle die Kultur spielt. Dieser Workshop findet in Kooperation mit dem Caritasverband Eifel und dem Kommunalen Integrationszentrum Kreis Euskirchen statt. Veranstaltungsort ist das Kreishaus, Sitzungssaal, Jülicher Ring 32, 53879 Euskirchen. Es gelten die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen. Anmeldung unter weltoffen@kreis-euskirchen.de Weitere Informationen unter www.kreis-euskirchen-ist-weltoffen.de
Abschließend findet am Sonntag, 3. April, ab 15 Uhr, im Erftstadion Euskirchen auf Einladung des ETSC und des Caritasverbandes Euskirchen ein Lokalderby zweier Fußballmannschaften statt, Interkulturelle Mannschaft / ETSC gegen SV Frauenberg. Unter dem Aspekt "Fußball spricht alle Sprachen" möchten die Organisatoren ein Zeichen gegen Rassismus setzen und laden auch zum internationalen Buffet ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es gelten die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen.  
 


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