Frederik Scholl

»Sie alle haben Unglaubliches geleistet«

Kreis (FS). Landrat Markus Ramers hat im Namen von NRW-Innenminister Herbert Reul die Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille an die Helfer bei der Flutkatastrophe 2021 überreicht.

Bilder
Stellvertretend für ihre Teams, Organisationen und Kommunen sind im Kreishaus Helfer bei der Flutkatastrophe mit eigens aus diesem Anlass gestifteten Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden.

Stellvertretend für ihre Teams, Organisationen und Kommunen sind im Kreishaus Helfer bei der Flutkatastrophe mit eigens aus diesem Anlass gestifteten Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden.

Foto: Scholl

Stellvertretend für alle Einsatzkräfte sind am Dienstag Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Malteser Hilfsdienstes, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), des Technischen Hilfswerks (THW), der Kreispolizeibehörde, der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte, des Brandschutzentrums, des Rettungsdienstes, der Einsatzleitstelle und des Führungsstabs sowie aller Feuerwehren und Kommunen im Kreis Euskirchen im Kreishaus geehrt worden. Landrat Markus Ramers überreichte im Namen von NRW-Innenminister Herbert Reul die eigens für diesen Anlass gestiftete »Feuerwehr und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen und die entsprechende Urkunde.

Prägende Erlebnisse

Die Flutkatastrophe im Kreis Euskirchen sei nun fast neun Monate her, betonte Ramers ins seinem Grußwort. Und noch immer, wenn er mit Menschen und Einsatzkräften darüber rede, lasse es einem einen Schauer über den Rücken laufen. »Jeder hat seine eigen individuellen Erinnerungen an diese Nacht und die folgenden Tage und mit Sicherheit sind das Erlebnisse, die uns alle geprägt haben und die man sein Leben lang nicht vergessen wird«, erklärte der Landrat. »Die Hochwasserkatastrophe hat im Kreis Euskirchen 26 Menschen ihr Leben gekostet, sie hat vielen Menschen das Zuhause genommen und es war sicherlich eine Zeit von Leid, von Trauer, aber auch von Hoffnung, von Solidarität, von Wiederaufbau und von Neuanfang«, so Ramers.

Man dürfe nicht vergessen, was während der Flutkatastrophe und in der Zeit danach geschafft und geleistet worden sei. »Sie alle haben unglaubliches geleistet und sind ein ganz wichtiger Pfeiler des Bevölkerungsschutzes hier im Kreis. Das muss gewürdigt werden, denn ich glaube das motiviert auch viele Menschen dazu sich selbst zu engagieren. Sie alle haben sich um den Dank der Landesregierung, des Parlaments und der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Euskirchen und ganz Nordrhein-Westfalens verdient gemacht. Sie haben in der größten Naturkatastrophe seit Gründung unseres Bundeslands angepackt, organisiert, sich bis zur Erschöpfung für ihre Mitmenschen eingesetzt. Als Zeichen der Anerkennung für ihren Einsatz darf ich Ihnen heute stellvertretend für Innenminister Reul die Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Einsatzmedaille verleihen«, sagte Ramers. Er verband die Überreichung mit der ausdrücklichen Bitte seinen Dank und den Dank des Landes auch ein diejenigen weiterzugeben die am Ende diese Medaille dann auch in den Händen halten werden. Insgesamt werden rund 3.500 Einsatzkräfte im Kreis mit der Auszeichnung geehrt.

Die Ehrungen

Ramers zur Ehrung des DRK: "Sie haben für die Verpflegung der Einsatzkräfte gesorgt und sich ebenso um die Verpflegung der flutbetroffenen Bürger in den besonders betroffenen Regionen gekümmert und die Bevölkerung betreut. Außerdem hat das Deutsche Rote Kreuz in der Fachberatung im Führungsstab des Kreises unterstützt. In Zülpich wurde vom DRK das Logistik Hub aufgebaut, wo Hilfsgüter gelagert und von dort verteilt wurden. Auch die Koordination des Sanitätsdienstes über die KOST 12 lief über das DRK. Herzlichen Dank für Ihren Einsatz!"

Ramers zur Ehrung des DLRG: "Auch das DLRG hat sich um die Koordination des Hilfsgütermanagements gekümmert. Auf dem Parkplatz der Firma Procter & Gamble wurden für betroffene Bürger eingegangene Spenden wie Wasser, Bekleidung, Lebensmittel oder auch Matratzen sortiert und weiter verteilt. Und natürlich waren Wasserrettungszüge im Einsatz. Strömungsretter haben viele Menschen aus den Fluten gerettet".

Ramers zur Ehrung des Malteser Hilfsdienst: "Auch die Malteser waren unermüdlich im Einsatz. Der MHD hat die Einsatzkräften mit Treib- und Betriebsstoffen versorgt und im Sanitätsdienst unterstützt. Ich danke Ihnen sehr."

Zur Ehrung des THW: "Danke auch an das technische Hilfswerk für die Unterstützung im Führungsstab des Kreises Euskirchen in der Fachberatung. Das THW war mit Einsatzgruppen in der Sicherung von Gebäuden und Einrichtungen unterwegs und hat Technik und Geräte bereitgestellt wie zum Beispiel Pumpen, u.a. an der Steinbachtalsperre, die auch Dank Ihres Einsatzes gehalten hat. Außerdem hat das THW die Bevölkerung bei der Räumung nach der Flut unterstützt und bei der Wiederherstellung von Strom und Wasser geholfen. Wichtig auch war die statische Beurteilung von Gebäuden. Baustatiker waren nach der Flut sehr gefragt."

Ehrung des Brandschutzzentrums und des PSNV-E: "Die Erinnerungen an die Flutnacht ist für viele Betroffene bis heute eine große psychologische Belastung. Ich dankbar für das Team der PSNV-E. Die Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte. Nicht nur für die betroffenen Bürger war die Flutnacht traumatisch, sondern auch für die Einsatzkräfte, besonders unsere Feuerwehren, hauptamtlich und ehrenamtlich. Sie haben Menschenleben gerettet und dabei ihr eigenes Leben riskiert. Dabei haben Sie Situationen erlebt, Dinge gesehen, die Sie während der Flut gar nicht verarbeiten konnten. Sie haben funktioniert, ohne vielleicht zu wissen, wie es der eigenen Familie gerade geht. Auch Monate nach Katastrophe kommen diese Bilder vielleicht wieder hoch. Mit Worten lässt sich meine Dankbarkeit nur schwer ausdrücken, wie dankbar ich für Ihren selbstlosen Einsatz bin. Mein Dank gilt auch dem Kreisbrandschutzzentrum, das eine massive Unterstützung der Feuerwehren war mit der Bewirtschaftung eines Bereitstellungsraumes externer Einsatzkräfte im 24h Betrieb."

Ausgezeichnet wurden auch die Feuerwehren der Kommunen Bad Münstereifel, Blankenheim, Dahlem, Euskirchen, Hellenthal, Kall, Mechernich, Nettersheim, Schleiden, Weilerswist und Zülpich, sowie Vertreter der Kreispolizeibehörde 

Ehrung des Rettungsdienstes: "Auch für unseren Rettungsdienst waren es extreme Bedingungen. Er hatte mit Fahrzeugausfällen zu kämpfen. Zu- und Abfahrten waren blockiert, aber die Kollegen haben immer einen Weg gefunden und waren unentwegt im Einsatz." 

Ehrung der Leitstelle: "In den ersten 24 Stunden gingen in der Leitstelle rund 8.000 Notrufe ein. Die Disponenten und Disponentinnen leisteten Dienst bis nahezu an den Rand der Erschöpfung. Sie haben Ruhe bewahrt und Hilfe koordiniert, während bei Ihnen Bürger in Panik und Verzweiflung anriefen, die um Leib und Leben fürchteten. Ein wahnsinniger Kraftakt und keine leichte Aufgabe. Auch Ihnen gilt ein besonderer Dank."

Ehrung des Führungsstabs:  "Nicht zuletzt auch ein großer Dank an den Führungsstab, der die Tage nach der Flut quasi rund um die Uhr in unserem Krisenraum eingeschlossen war. Danke für die Einsatzleitung des Kreises und die operative Führungsunterstützung aller Einsätze der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr im Kreis Euskirchen."

Die Medaille: 

Die altsilberne Medaille trägt auf der Vorderseite die Kurzbezeichnung des Einsatzes »Unwetterkatastrophe 2021« sowie den Schriftzug »Dank den Helferinnen und Helfern«. Auf der Rückseite befindet sich das nordrhein-westfälische Landeswappen.