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FC Karbach mit Erfahrung zum Erfolg

Da musste Karbachs Trainer Torsten Schmidt nach dem Schlusspfiff erstmal tief durchatmen. Er hatte wie die knapp 400 Zuschauer auf dem Quintinsberg gerade eine Partie gesehen, die jede der beiden Teams hätte gewinnen können. Am Ende siegten die Hausherren gegen die Zweite des SV Elversberg mit 4:3.
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von Arno Boes Dass es an diesem sonnigen Sonntag etwas anders, als in den letzten Wochen für den FC Karbach laufen würde, war schon vor dem Anpfiff klar. Mit Selim Denguezli und Oscar Feilberg mussten sich in der Woche zwei wichtige Offensivkräfte krank melden, auch der zuverlässige Einwechselspieler Christian Luitz war wegen Erkrankung nicht im Kader. Dafür machte sich aber wieder Mathias Fischer mit der vorgesehenen ersten Elf vor dem Spiel warm, seine fast auskurierte Knieverletzung schienen einen Einsatz möglich zu machen. Doch schon nach wenige Minuten des Aufwärmens rief Schmidt Neuzugang Tim Flesch in den Kreis der Startelf dazu und der lief dann auch für Fischer auf, dessen Knie dann doch nicht schmerzfrei war. Umstellungen machten Probleme Die Stärke des aktuellen Tabellendritten in der Oberliga war in den letzten Wochen das Spielverständnis miteinander, dessen Basis noch aus der Rheinlandliga-Saison in die Oberliga übernommen werden konnte. Ob es nun an den Umstellungen im Team oder an den ungestümen Angriffen der selbstbewusst auftretenden Elversberger Mannschaft lag – in der ersten Halbzeit wollte den Karbachern fast gar nichts gelingen. Trainer Timo Wenzel hatte bei den Saarländern sieben Akteure auf dem Platz, die im Vorjahr noch zur A-Jugend gehörten. Auch der Rest der Gäste war kaum älter als 20 Jahre und entsprechend frisch und unbekümmert gingen sie auch zu Werke. Bei eigenem Ballbesitz rückten bis auf Torwart Felix Schmelzer fast alle bis an die Mittellinie heran und setzten das Karbacher Abwehrteam mächtig unter Druck. Bei den Angriffen der Karbacher standen oft alle elf Gästespieler im eigenen Strafraum und verteidigten, was das Zeug hielt. Und mit der Taktik hatten sie schon nach 10 Minuten Erfolg: Nach zwei Eckstößen für die Gäste kam der Ball in der Strafraummitte zu Samed Karatas, der den Ball unhaltbar für Florian Bauer ins Karbacher Netz drosch. In der Folge erspielten sich die Karbacher einige Chancen, sahen sich aber auch immer wieder gefährlichen Elversberger Angriffen gegenüber. Dazu kam, dass sich der Rasenplatz, auf dem man in dieser Woche zur Grünschonung erstmals nicht trainiert hatte, sehr rutschig präsentierte. Immer wieder verloren vor allem die Karbacher Spieler bei der Ballabgabe, selbst bei Einwürfen den Stand und machten sich so das Leben selber schwer. Zur Pause wechselten dann auch einige das Schuhwerk. Wichtiger Ausgleich Vorher aber erzielte Karbach noch den Ausgleich. Mehrfach hatte Enrico Köppen vorher mit Kopfbällen das Tor knapp verfehlt oder war mit einem Lattenkracher gescheitert. In der 44. Minute fasste sich Abwehrcenter David Eberhardt im Mittelfeld ein Herz, ging mit dem Ball eine weiter Strecke nach vorne, spielte mit Domink Kunz einen gelungenen Doppelpass und traf mit einem satten Schuss im Strafraum zum in der Phase wichtigen Ausgleich. Wichtig auch, weil sich Tim Flesch, der den Angriff auf der rechten Seite verstärken sollte, zwei Minuten vorher verletzt hatte und zur Pause mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss ausscheiden musste. Die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit spielten die Karbacher nur zur Zehnt. Viele Tore in der zweiten Hälfte Mit einer Systemumstellung kamen die Karbacher nach dem Wiederanpfiff auf Feld, aus 4-4-2 wurde 4-3-3. Und das zahlte sich zunächst aus. Nach einem Freistoß für die Hausherren kam der Ball von Thomas Klasen zum insgesamt stark spielenden David Eberhardt, der legte auf für Enrico Köppen, der in der 53. Minute die 2:1-Führung für Karbach erzielte. Das aber schien die Elversberger nicht zu beeindrucken, immer wieder kamen sie gefährlich vor das Karbacher Tor. Mehrfach musste Torhüter Flocki Bauer mit tollen Paraden den Ausgleich verhindern, bei ihm konnte sich Karbach bedanken, dass die weiter engagierten Angriffe der Gäste nicht zu mehr Toren führten. In der 66. Minute war aber auch Bauer machtlos, die gesamte Karbacher Abwehr wurde durch eine schnelle Kombination der Elversberger ausgespielt und Roni Ciftci brachte zum Abschluss den Ball zum 2:2 über die Linie. Starke Schlussphase der Karbacher Jetzt zeigte sich, dass die Karbacher in den zurückliegenden Partien immer mit einer mannschaftlichen Leistung aufgetreten waren. Angetrieben durch Spieler-Co-Trainer Thomas Klasen machten sie weiter Druck nach vorne. In der 70. Minute bediente der inzwischen eingewechselte Sebastian Platten mit einem Heber über seinen eigenen Kopf hinweg Torjäger Enrico Köppen nach Maß, der erzielte mit dem Kopf die erneute 3.2-Führung für Karbach. Fünf Minuten später verhinderte nach einem harten Schuss von Köppen die Latte das 4:2. Das machte dann aber in der 83. Minute Thomas Klasen nach einem Einwurf von Tim Puttkammer und Zuspiel von Domink Kunz selber. Fast wäre in der 89. Minute noch das 5:2 gefallen, wiederum war es Köppen, dem aber kurz vor der Torlinie freistehend der Ball versprang. Drei Minuten ließ der gute Schiedsrichter Ingo Hess nachspielen und genau mit deren Ablauf erzielten die Elversberge durch ihren Kapitän Hendrik Schmidt noch ihr drittes Tor. Mit dem Anstoß gab es dann aber auch gleich den Abpfiff und damit drei weitere Punkte für den FC Blau-Weiß Karbach. Da auch die unmittelbaren Tabellennachbarn ihre Spiele am Tag zuvor gewonnen hatten, bleiben die Karbacher mit einem Punkt Vorsprung auf Borussia Neunkirchen auf dem dritten Tabellenplatz. Fazit und Planung für die kommenden Wochen „Meiner Mannschaft kann ich keinen Vorwurf machen.“, meinte der Elversberger Trainer Wenzel nach dem Spiel. „Wir haben hier drei Tore auf dem gegnerischen Platz gemacht und trotzdem verloren. In Elversberg dreht sich derzeit alles um die erste Mannschaft, die den Sprung in die dritte Liga schaffen kann. Da stehen für die zweite fast nur die jungen Spieler zur Verfügung und die haben heute die größere Erfahrung der Karbacher spüren müssen. Die Führung am Anfang war sicher verdient, dann fehlt uns aber einfach die Stabilität im Team, um solche Spiele auch mal nach Hause zu bringen.“ Torsten Schmidt fasste die 93 Minuten so zusammen: “Und fehlte heute die Frische, das hat man gegen ein solch junges Team des Gegners gemerkt. Aber wir haben uns heute auch für die Leistungen der letzten Wochen belohnt, da haben wir uns immer als Mannschaft präsentiert und die Erfahrungen gesammelt, mit der wir uns heute durchgesetzt haben. Dass es ein schweres Spiel werden würde, hatte ich vorher erwartet. Nach dem Verlauf bin ich froh, dass wir es am Ende mit einem Sieg beenden konnten. Und wir haben heute auch gesehen, wie wichtig Einzelspieler wie David Eberhardt und Thomas Klasen für uns sind, die haben vorne immer wieder für Druck gesorgt. Besonderes Lob gebührt Flocki Bauer, der hat heute das ein oder andere Tor für Elversberg mit tollen Paraden und gutem Stellungsspiel verhindert.“ Die Spvgg Burgbrohl kommt am kommenden Sonntag (08.11., Spielbeginn 14.30 Uhr) als nächstes auf den Quintinsberg. Da ist zu hoffen, dass dann die diesmal erkrankten Spieler wieder einsatzfähig sind, damit vor dem Pokal-Knaller gegen die Eintracht aus Trier am 15.11. in Karbach der Kräfteverschleiß nicht zu groß ist. Schon jetzt plant das Team um FCK-Präsident für das Match im Viertelfinale des Rheinladpokals. Bis dahin sollen die neuen Trainerbänke einsatzbereit sein, auch der Service für die Zuschauer soll zum Pokalspiel noch erheblich erweitert werden. Wenn dann auch das Wetter mitspielte sollte die Partie gegen Viertligist Trier nach dem Oberliga-Aufstieg im Mai der Höhepunkt in diesem Jahr auf dem Quintinsberg werden.


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