Andreas Bender

Kommt Hunsrück-Marathon 2023 zurück?

Hunsrück. Im Frühjahr wurde das Laufevent abgesagt. Pandemie und Inflation haben ihre Spuren hinterlassen. Nun soll der Jubiläumsmarathon 2023 stattfinden.

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Auch in diesem Jahr bleiben die Läuferinnen und Läufer fern. Nach der Absage für 2022 soll im nächsten Jahr endlich der 20. Hunsrück-Marathon stattfinden.

Auch in diesem Jahr bleiben die Läuferinnen und Läufer fern. Nach der Absage für 2022 soll im nächsten Jahr endlich der 20. Hunsrück-Marathon stattfinden.

Foto: Hunsrück-Marathon / Volker Berg

Eigentlich gehört das letzte Augustwochenende dem Hunsrück-Marathon. Hier findet eigentlich alljährlich das beliebte Laufevent auf dem Schinderhannesradweg statt - mit bis zu 2 000 überregionalen Teilnehmern. Eigentlich… Denn die 20. Auflage, die für den 27. und 28. August geplant war, musste der Organisator (Verein Hunsrück-Marathon e.V.) erneut absagen. Die Entscheidung ist dem Vorstand nicht leichtgefallen. "Eigentlich wollten wir nach der Pandemie in diesem Jahr wieder richtig an den Start gehen", sagt der 1. Vorsitzende Ottmar Berg.

 

"Aber im Frühjahr war irgendwann klar: Wir können die Veranstaltung dieses Jahr finanziell nicht stemmen. Nach zwei Jahren Pandemie geht es nicht mehr wie zuvor. Das hätte ich persönlich vorher nicht geglaubt", so Berg. Nach zwei Jahren Pandemie ist die Finanzierung sehr schwierig. "Auch der unnütze Krieg in der Ukraine trägt seinen Teil dazu bei", sagt Berg. "Uns ist keine Veranstaltung im Hunsrück bekannt, die in dem Maße ehrenamtlich organisiert wird. Hier sind für uns auch Grenzen erreicht."

 

Ganz wichtig ist den Organisatoren, dass das Event mit der gewohnten Qualität und auf dem Niveau der vergangenen Veranstaltungen ausgerichtet werden kann. Und dabei müssen auch die Finanzen stimmen. "Wir sprechen hier nicht über satte Gewinne, sondern über die Kostendeckung und dass wir vielleicht noch etwas übrighaben, um Rücklagen für künftige Veranstaltungen zu bilden", erklärt Berg. Angst vor der Durchführung haben die Organisatoren nicht, "aber am Ende müssen schwarze Zahlen stehen. Das wäre in diesem Jahr nicht mehr möglich gewesen", so der Laubacher. Die fehlenden Einnahmen der letzten Jahre gepaart mit den Preissteiggerungen machen auch vor dem Verein und den Sponsoren nicht halt. Bei der Vorbereitung dieses Jahr war irgendwann klar: Preise für Equipment, Medaillen, der Bewerbung und alles andere sind drastisch gestiegen, eine langfristige Preisgarantie gibt es kaum noch. Dabei übernimmt der Verein sowie rund 1 000 Helfer ohnehin die meisten Aufgaben rund um den Marathon ehrenamtlich.

 

"Bisher hat das immer gereicht, jetzt aber nicht mehr. Wir haben viele langjährige Sponsoren, die uns toll unterstützten. Dafür sind wir sehr dankbar", betont Berg, "aber auch diese haben aktuell höhere Belastungen." Daher sei es nachvollziehbar, dass diese nicht noch eine Schippe draufpacken können. So ist der Verein bemüht, weitere Sponsoren für 2023 zu gewinnen. Auch über mehr Unterstützung seitens der Kommunen würden sich die Organisatoren freuen, um die Zukunft des Hunsrück-Marathons zu sichern. Die Absage dieses Jahr ist nicht nur eine Enttäuschung für die Läufer, die aus verschiedensten Regionen und Ländern anreisen. Auch die zahlreichen Zuschauer entlang des Schinderhannesradweges und am Zieleinlauf in Simmern - die die Teilnehmer mit Enthusiasmus anfeuern - vermissen den Lauf.

 

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb der letzten fünf Jahre, dass der Marathon ausfallen muss. Waren es 2018 noch vereinsinterne Hürden, schien mit dem Halbmarathon 2019 alles wieder in die richtige Bahn gelenkt zu werden. Pandemie-bedingt wurden in den letzten zwei Jahren ein virtueller Lauf durchgeführt (die Startgelder wurden gespendet). Nun die erneute Absage, die einen Schatten auf die Zukunft des Hunsrück-Marathons wirft.

 

Der Verein hofft, dass der Jubiläumslauf nun 2023 durchgeführt werden kann. Ottmar Berg und seine Mitstreiter wollen noch einmal ihr Engagement erhöhen, um weitere Unterstützung zu akquirieren, damit das Laufevent auch für die Zukunft gerüstet ist.