Schwangerschaft und Alkohol?

Interaktive Ausstellung in der Alfred-Delp-Schule

Hargesheim. Eine Wanderausstellung zum Thema „Schwangerschaft, Alkohol und Fetales Alkoholsyndrom (FAS)“ machte jüngst Station in der Alfred-Delp-Schule Hargesheim. Während dieser Woche befassten sich die Schüler aller achten und neunten Klassen – insgesamt rund 430 Jungs und Mädchen – mit den Schädigungen, die mütterlicher Alkoholkonsum in der Schwangerschaft hervorruft.

Flankiert wurde die Ausstellungswoche von einem Vortrag für die Lehrkräfte der Kooperativen Gesamtschule und von einem Elternabend zur Ausstellungseröffnung. Beide Veranstaltungen moderierte Nina Roth, Leiterin des Referates Suchtprävention bei der Rheinland-Pfälzischen Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG).

Initiator des Ganzen war der örtliche Caritasverband, beteiligt waren dessen Bad Kreuznacher Fachdienste für Suchtberatung beziehungsweise Suchtprävention sowie die Schwangerschaftsberatung. Als Ausstellungsort bot sich die Alfred-Delp-Schule an: An einer weiterführenden Schule erreiche man genau die anvisierte Zielgruppe für ein solches Präventionsangebot, erklärte Caritas-Dienstellenleiter Markus Weber zum Auftakt. „Zudem sind wir als Caritasverband hier vor Ort durch das Angebot der Schulsozialarbeit präsent.“

Bei Gesamtschulleiter Günter Graus hatte man nicht lange für die Ausstellung werben müssen. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass unsere Schülerinnen und Schüler wichtige Erkenntnisse gewinnen werden“, erklärte Graus.

Wie wichtig das Thema ist, machte Nina Roth von der LZG eindringlich deutlich: „Alkohol ist die häufigste in der Schwangerschaft konsumierte Substanz, die Fehlbildungen bei Neugeborenen verursacht“, erläuterte sie. Die Folge seien – teils gravierende – Fehlbildungen. „Und ca. 2.000 so geschädigte Kinder in Deutschland weisen gar das Vollbild der Behinderung auf“, so Roth weiter.

Den Grund dafür legte sie ebenfalls dar: Jeder Tropfen Alkohol gelangt so gut wie ungehindert zum Kind – der Abbau indes dauert etwa zehnmal länger als bei der Mutter selbst. So habe selbst ein Glas Wein pro Woche erkennbare Auswirkungen, betonte Nina Roth.

Was all dies für die Betroffenen, aber auch für ihr familiäres und soziales Umfeld bedeutet, zeigte die Ausstellung, deren Zentrum ein begehbares Kuppelzelt bildet. Um dieses Zelt, das symbolisch die Gebärmutter darstellt, laden interaktive Stationen dazu ein, mittels Bild-, Ton- und Filmaufnahmen tiefer in viele Themen rund um Schwangerschaft, Alkohol und Gesundheit einzusteigen.

Weitere Informationen gibt es unter: www.wenn-schwanger-dann-zero.de

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.