Simone Wunder

Ausbildungsende trifft auf verhaltene Nachfrage

Die Agentur für Arbeit legt den Arbeitsmarktbericht für August vor (Symbolfoto).

Die Agentur für Arbeit legt den Arbeitsmarktbericht für August vor (Symbolfoto).

Bild: Agentur für Arbeit

Ahrweiler. Im Kreis Ahrweiler waren im August 2.968 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 27 weniger als im Vormonat, aber 34 mehr als im August des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,2 Prozent und liegt damit auf dem Vorjahresniveau.
Die aktuellen Zahlen werden vor allem durch die Übergänge am Ende des Ausbildungsjahres beeinflusst. Viele junge Menschen schließen im Sommer ihre Ausbildung ab und wechseln anschließend nicht unmittelbar in ein Beschäftigungsverhältnis. Einige suchen einen neuen Arbeitgeber, andere planen eine weitere Ausbildung oder ein Studium. Für diese Übergangszeit melden sie sich zunächst arbeitslos.
„Im August sehen wir regelmäßig Bewegung bei den jüngeren Arbeitslosen, weil viele Ausbildungen enden“, sagt Thomas Becker, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen. „Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Menschen längerfristig ohne Arbeit bleiben. Häufig handelt es sich um eine kurze Phase zwischen Ausbildungsabschluss und dem nächsten beruflichen Schritt.“
Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Die Unternehmen im Kreis Ahrweiler melden weiterhin neue Stellen, agieren bei Einstellungen aber insgesamt vorsichtig. Im August gingen beim gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter 125 neue Stellenmeldungen ein. Das sind sieben mehr als im Juli, jedoch 14 weniger als im Vorjahresmonat.
Besonders gefragt sind Arbeitskräfte derzeit im Gesundheits- und Sozialwesen, bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sowie in den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es im Handel, in der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe. Insgesamt waren im August 606 freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet.
„Der Rückgang der Arbeitslosigkeit und die gestiegenen Stellenmeldungen sind durchaus positiv zu bewerten“, ordnet Becker die aktuelle Lage ein. Außerdem ist eine leicht steigen-de Dynamik gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr zu erkennen, da wieder deutlich mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden und in eine Erwerbstätigkeit einmünden können. „Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Entwicklung verhalten. Wir müssen den Jahresverlauf weiter beobachten, um feststellen zu können, ob dieser Trend sich verstetigen kann. Insbesondere für Fachkräfte gibt es weiterhin gute Chancen in unterschiedlichen Branchen.“
Auch für Jugendliche, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, bestehen weiterhin Möglichkeiten. Bis August waren im Kreis Ahrweiler insgesamt 462 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet. Das sind 69 weniger als im Vorjahreszeitraum. Aktuell suchen noch 100 junge Menschen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium.
Dem stehen weiterhin zahlreiche freie Angebote gegenüber. Die regionalen Unternehmen haben bislang 479 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet, 14 weniger als vor einem Jahr. Aktuell sind davon noch 160 Plätze unbesetzt. Rein rechnerisch kommen auf 100 gemeldete Stellen 97 Bewerberinnen und Bewerber.
Freie Möglichkeiten gibt es insbesondere im Lebensmittelhandwerk mit Schwerpunkt Bäckerei, im Verkauf und Einzelhandel, bei der doppelt qualifizierenden Ausbildung zum Fachwirt beziehungsweise zur Fachwirtin im Handel sowie in der Elektronik für Betriebstechnik.
Damit ist der Ausbildungsmarkt auch Ende August noch in Bewegung. Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sollten die verbleibenden Möglichkeiten nutzen und sich nicht vom bereits erfolgten regulären Ausbildungsstart abschrecken lassen. Ein Einstieg ist in vielen Betrieben auch in den kommenden Wochen noch möglich.
Kontakt zur Berufsberatung: 0 26 51 / 95 03 33.