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Hochwasser-Opfer bangen um Versicherungsschutz
Ortstermin in Nierendorf. Mehr als 60 Einsätze hat die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Grafschaft in dem 800-Seelen-Dorf nach dem Starkregen vom vergangenen Samstag gezählt. Viele Einwohner mussten bereits zum dritten Mal nach 2010 und 2013 zusehen, wie der Nierendorfer Bach über die Ufer trat und Kellerräume sowie die Erdgeschosse zahlreicher Häuser flutete. »Wir haben darauf vertraut, dass mit dem neuen Regenrückhaltebecken alles besser wird«, berichtet Anwohnerin Kathrin Frank. »Aber nachdem die Kapazität auch diesmal ganz offensichtlich nicht ausgereicht hat, zittern viele um den Fortbestand ihres Versicherungsschutzes«, so die junge Mutter im Gespräch mit dem WochenSpiegel.
Ver(un)sicherung
Natürlich haben fast alle Anwohner im Bereich Brückenstraße und Tönnesgarten, wo die Schäden besonders groß sind, eine Elementarversicherung abgeschlossen. Kathrin Frank weiter: »Aber viele Hausbesitzer haben diesen Versicherungsschutz erst nach dem Bau des Regenrückhaltebeckens zurückbekommen. Was werden die Versicherungen jetzt machen?«Mauer: wirkungslos
Hart getroffen hat es auch Monika Baltes und ihren Lebensgefährten Ralf Schneider, der ein schmuckes Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung im Keller in der Straße »Tönnesgarten« besitzt. Dort haben Wasser und Schlamm das gesamte Kellergeschoss bis zur Decke geflutet – die komplette Einrichtung wurde zerstört. »Wir haben uns relativ sicher gefühlt, weil wir nach dem letzten Hochwasser eine Schutzmauer rund ums Grundstück gebaut haben«, berichtet Baltes. Doch das 20.000 Euro teure Bauwerk war den heranströmenden Wassermassen nicht gewachsen.Wie geht es jetzt weiter? – »Wir räumen auf, wir richten alles wieder her. Wer würde das Haus in dieser Lage jetzt auch kaufen?«, fragt sich Baltes.
Zu der verheerenden Flutwelle war es gekommen, nachdem das Regenrückhaltebecken übergelaufen war. Hätte der Damm nicht gehalten, dann hätte es wohl Tote geben können, sagte Bürgermeister Achim Juchem am Tag nach dem Unwetter.
Hilfsbereitschaft
Gelobt wurde von allen Betroffenen die große Welle der Hilfsbereitschaft: Nachbarn und Freunde, unzählige freiwillige Helfer aus der näheren und weiteren Umgebung und natürlich die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und DRK eilten in die betroffenen Ortschaften, um beim Aufräumen mit anzupacken. Tiefbaufirmen aus der Region stellten schweres Gerät bereit, um Straßen zu räumen.»Das war eine ganz tolle Hilfsbereitschaft und Solidarität, die wir hier erfahren haben«, bringt es Kathrin Krank auf den Punkt. »Wildfremde Leute kamen mit Kuchen oder Brötchen für die Helfer vorbei. Auch wenn man eigentlich keinen Appetit hat, muss man ja was essen, um bei Kräften zu bleiben.«
Spendenaufruf
Die Gemeinde Grafschaft hat für die Betroffenen Spendenkonten eingerichtet. Bürgermeister Juchem bittet alle Bürger um ihre Unterstützung für die Opfer des Unwetters. Alle Spenden sollen ohne Abzüge und so schnell als möglich den Hilfsbedürftigen zugutekommen, sodass in den dringendsten Fällen erste Unterstützung geleistet werden kann.Spenden können unter dem Stichwort »Hochwasser« auf folgende Gemeindekonten eingezahlt werden:
Raiffeisenbank Grafschaft-Wachtberg, IBAN: DE43 5776 2265 1000 100028, BIC: GENOD ED1GRO oder
Kreissparkasse Ahrweiler, IBAN: DE29 5775 1310 0000 8600 15, BIC: MALADE51AHR Auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler ruft die Bevölkerung zu Spenden für den Hilfsfonds des Kreises Ahrweiler »Nachbar in Not« auf. Die Spenden sollen über die jeweiligen Kommunen an besonders Betroffene der jüngsten Unwetter im Kreisgebiet weitergeleitet werden. Alle Zahlungen für »Nachbar in Not« dienen gemeinnützigen Zwecken. Daher können Spendenquittungen ausgestellt werden. Spendenkonto: KSK Ahrweiler, IBAN: DE32 5775 1310 0000 8102 00.
Mehr Infos:
www.kreis-ahrweiler.de
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