Stephanie Baumann

Edle Tropfen aus Erden: Warum Bremen auf Mosel-Riesling setzt

Erden/Bremen. Zwei edle Tropfen aus dem Erdener Treppchen repräsentieren den Jahrgang 2025 des Bremer Senatsweins. Hinter dem Projekt stehen gelebte Inklusion, Tradition und Unterstützung für die Römerkelter in Erden.

Zwei besondere Rieslinge aus dem Moselort Erden tragen künftig den Namen „Bremer Senatswein 2025“. Gemeinsam mit dem Bremer Ratskeller und dem Martinshof stellte Bremens Sozialsenatorin Dr. Claudia Schilling die neuen Weine jetzt im historischen Rathaus der Hansestadt vor. Präsentiert wurden ein Riesling Kabinett und eine Riesling Auslese aus dem „Bremer Weinberg“ in der Spitzenlage Erdener Treppchen.

Die Trauben für den neuen Jahrgang wurden bereits im September 2024 geerntet. Zur Lese reiste die Senatorin gemeinsam mit einer Delegation aus Bremen an die Mosel. Unterstützung erhielt das Team damals von der heutigen Deutschen Weinkönigin Anna Zenz, die seinerzeit noch Moselweinkönigin war. Auch bei der kommenden Weinlese soll sie noch einmal dabei sein – es wird ihr letzter offizieller Termin als Deutsche Weinkönigin sein.

Hohe Weinqualität und gelebte Inklusion

Bei der Vorstellung des neuen Jahrgangs betonte Schilling die besondere Bedeutung des Projekts. Der Senatswein stehe nicht nur für hohe Weinqualität, sondern vor allem für gelebte Inklusion. Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten bei der Weinlese gemeinsam Hand in Hand. Beschäftigte des Martinshofs, einer Einrichtung der Werkstatt Bremen, wirken seit Jahren aktiv an der Lese mit und erwerben dabei Kenntnisse im Weinbau.

Ratskellermeister Frederik Janus sprach mit einem Augenzwinkern vom „doppelten Treppchen“. Ursprünglich habe man lediglich einen Kabinett erzeugen wollen. Aufgrund der unterschiedlichen Traubenqualitäten im Weinberg sei jedoch spontan entschieden worden, zusätzlich eine Auslese auszubauen.

Der Kabinett präsentiert sich klassisch für die Mittelmosel mit Aromen von Pfirsichblüte, Apfel und Mirabelle sowie einer feinen Schieferwürze. Die Auslese wurde aus besonders reifen, streng selektionierten Beeren gekeltert und überzeugt laut den Verantwortlichen mit Noten von Mango, Maracuja und reifen gelben Früchten.

Die Weine sind nur in begrenzter Stückzahl erhältlich. Vom Kabinett wurden 1.800 Flaschen abgefüllt, von der Auslese lediglich 600. Ein Teil der Flaschen bleibt allerdings in der Schatzkammer des Bremer Ratskellers für besondere Anlässe eingelagert.

Der Bremer Senatswein ist das Ergebnis einer ungewöhnlichen Kooperation zwischen dem über 600 Jahre alten Bremer Ratskeller, dem Martinshof, Winzern an der Mosel und dem Bremer Senat. Nach den Statuten des Projekts muss bei jeder Weinlese zudem mindestens ein Mitglied des Bremer Senats persönlich mitarbeiten.

Für Erden brachte die Präsentation noch einen weiteren positiven Effekt mit sich. Als die Bremer Delegation von der laufenden Spendenaktion zur Dacheindeckung der zweiten Kelteranlage der Römerkelter erfuhr, sagte sie Unterstützung zu. Ortsbürgermeister Wolfgang Faber und Senatorin Schilling stellten die Aktion bei der Weinpräsentation vor. Bereits einen Tag später erschien ein erster Hinweis auf die Spendenkampagne in der Bremer Presse.