Julia Borsch

Klimaschutz zukunftsfördernd gestalten

Bernkastel-Wittlich. Die Klimaschutzmanagerinnen des Landkreises Bernkastel-Wittlich über Herausforderungen, Chancen und kommende Projekte zum Thema Klimaschutz.

Die Klimaschutzmanagerinnen des Landkreises Bernkastel-Wittlich Anja Saupe (links) und Yvonne Michels (rechts) über Chancen und Herausforderungen des Klimaschutz.

Die Klimaschutzmanagerinnen des Landkreises Bernkastel-Wittlich Anja Saupe (links) und Yvonne Michels (rechts) über Chancen und Herausforderungen des Klimaschutz.

Bild: Links: © Kreisentwicklung Bernkastel-Wittlich; rechts: © Josh Michels Bernkastel Wittlich

Im Rahmen der WochenSpiegel-Nachhaltigkeitsausgabe haben wir die Klimaschutzmanagerinnen des Landkreises Bernkastel-Wittlich (Anja Saupe und Yvonne Michels) um eine Stellungnahme zu Herauforderungen, Chancen und kommenden Projekten gebeten.


WochenSpiegel: In welchen Bereichen besteht aus Ihrer Sicht derzeit besonders Handlungsbedarf? Welche Herausforderungen sehen Sie?

Anja Saupe & Yvonne Michels: Das Thema Klimaschutz wird von anderen »Krisen« überlagert und verdrängt. Deshalb ist es für viele momentan nicht präsent und wichtig. Es besitzt eine geringere Alltagsrelevanz bzw. geringe gefühlte Notwendigkeit als noch vor ein paar Jahren. Hinzu kommt, dass die öffentliche Diskussion oft irreführend und nicht immer sachlich geführt wird. Klimaschutzmaßnahmen werden negativ kommuniziert, weil sie häufig Verhaltensveränderungen mit sich bringen. Dies wird als unangenehm empfunden. Aus diesen Gründen sehen wir als Klimaschutzmanagerinnen momentan unsere größte Herausforderung in der Sensibilisierung zu den verschiedenen Themenfeldern im Klimaschutz.

Die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises können sehr viel zum Klimaschutz beitragen. Dieses Potenzial zu nutzen, ist sehr wichtig, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Neben den Gebäuden spielt hierbei auch das Thema Mobilität eine sehr wichtige Rolle. Projekte im Mobilitätsbereich sind in einem ländlich geprägten Landkreis wie unserem eine große Herausforderung, da auch die emotionale Komponente hier einen entscheidenden Einfluss hat. Aber auch intern versuchen wir, das Thema Klimaschutz zu platzieren. Da der Klimawandel bereits Auswirkungen hat, kommen wir nicht darum herum, uns an diese Auswirkungen anzupassen.


Welche wesentlichen Projekte oder Maßnahmen sind für die kommenden fünf Jahre im Landkreis Bernkastel-Wittlich geplant?

Anja Saupe & Yvonne Michels: Zunächst läuft noch bis April 2026 das Förderprogramm für private Balkonkraftwerke. Dieses erfreut sich großer Nachfrage und wir sind froh, dieses Förderprogramm umsetzen zu können. Für Bürgerinnen und Bürger wird es auch in den nächsten Jahren diverse Informationsangebote geben. Diese sollen helfen, möglichst viele Personen zu informieren und zu befähigen, eigene Maßnahmen umzusetzen.

Beim Thema Mobilität spielt der Radverkehr eine große Rolle. Hier versuchen wir, zusammen mit den Gemeinden und weiteren Beteiligten, das Radwegenetz weiter auszubauen und durch Informationskampagnen die gegenseitige Rücksichtnahme der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmenden zu stärken.Als Kreisverwaltung haben wir natürlich auch eine Vorbildfunktion. Aus diesem Grund werden wir auch intern weitere Maßnahmen durchführen. Zum Beispiel soll der Fuhrpark schrittweise auf CO2-neutrale Antriebsarten umgestellt werden. In den Gebäuden werden wir - wo noch nicht geschehen - versuchen, den Energieverbrauch weiter zu senken. Zum einen durch den Austausch der Beleuchtung auf LED, zum anderen durch weitere Sanierungen. Außerdem werden wir weitere PV-Anlagen auf den kreiseigenen Liegenschaften realisieren.

Mit allen Projekten möchten wir erreichen, dass der Klimaschutz nicht ausschließlich negativ empfunden wird, sondern auch Chancen bietet, die unseren Landkreis zukunftsfähiger machen können. Darüber hinaus sehen wir eine große Notwendigkeit für die Folgen des Klimawandels zu sensibilisieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch kleine Maßnahmen dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels zu reduzieren. Diese können beispielsweise darin bestehen, die Artenvielfalt im eigenen Garten zu fördern, den Kühlungseffekt von Bäumen gezielt zu nutzen oder dafür zu sorgen, dass Regenwasser im Boden versickern kann und nicht direkt in die Kanalisation abfließt.

 

So können Interessierte die Klimaschutzmanagerinnen erreichen:

Anja Saupe: Tel. 06571 14 2305, E-Mail: Anja.saupe@bernkastel-wittlich.de

Yvonne Michels: Tel. 06571 14 2172, E-Mail: Yvonne.michels@bernkastel-wittlich.de