Mario Zender

Zwei Anwälte werden bei Gerichtstermin verletzt:  Teile eines Balkons in Klotten eingebrochen

Von Mario Zender
Klotten. In den engen Gassen der Moselgemeinde Klotten wurde ein eigentlich routinemäßiger Ortstermin des Amtsgerichts Cochem zu einem handfesten Zwischenfall. Nach Informationen des WochenSpiegel trafen sich am Dienstagvormittag im Rahmen eines laufenden Zivilverfahrens rund zehn Beteiligte zu einer Begehung – und erlebten eine böse Überraschung.
Mit dabei: Zivilrichterin Müller, eine Referendarin, zwei Cochemer Rechtsanwälte, der Bürgermeister der Ortsgemeinde sowie ein Beigeordneter und ein Gemeinderatsmitglied. Es ging um ein eigentlich banales Thema: Ein Grundstückseigentümer fordert von der Gemeinde ein Notwegerecht über ein hinter seinem Haus gelegenes gemeindliches Grundstück. Konkret dreht sich alles um einen möglichen Notweg über ein angrenzendes Areal.
Doch was als sachliche Begehung begann, endete abrupt – im wahrsten Sinne des Wortes.
Boden bricht ein – zwei Anwälte stürzen
Als die Gruppe eine alte Terrasse hinter dem Wohnhaus betrat, geschah es: Der Untergrund gab plötzlich nach. Mitten unter den Füßen der Juristen brach der Boden ein.
Rechtsanwalt Hans Bleck aus Cochem brach mit einem Bein durch, stürzte und verletzte sich am Fuß, am Unterschenkel sowie an der Hand. Sein Gegenspieler, Rechtsanwalt Volker Linden, der die Gemeinde vertritt, konnte sich im letzten Moment an einem Zaun festhalten. Doch auch dieser gab nach – und so stürzte auch er, beinahe kopfüber zu Boden. Ganz ohne Blessuren kam auch er nicht davon.
Glück im Unglück: Rechtsanwalt Bleck blieb mit dem Bein an einer Eisenverstrebung hängen. Wäre diese nicht gewesen, hätte er rund zwei Meter tief in einen Schacht stürzen können. So blieb es bei leichten Verletzungen und einem gehörigen Schrecken.
Gericht bestätigt Vorfall
Auf Anfrage bestätigte die Direktorin des Amtsgerichts Cochem, Doris Linden, den Vorfall. Beide Anwälte seien nur leicht verletzt worden.
Einen Tag nach der nervenaufreibenden Begehung schmunzeln die beiden Juristen im Gespräch mit dem WochenSpiegel bereits über das Geschehen. „Gut, dass es nicht anders ausgegangen ist“, sagt Hans Bleck. Sein Kollege Volker Linden betint lachend: „Es war etwas wackelig, als wir darüber gingen. Deshalb habe ich mich am Zaun festgehalten. Glück gehabt.“
Warum der Boden der Terrasse einbrach, ist bislang nicht abschließend geklärt. Offenbar befand sich unter der Konstruktion ein Hohlraum, der den Einsturz verursachte – eine kaum zu überbietende Ironie, denn der Ortstermin fand ausgerechnet in der Klottener Hohlstraße statt.

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