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Archäologische Zeitreise durch den Kreis

Die Archäologietour Nordeifel lädt an sechs Stationen zu einer Reise durch die Zeiten ein.
Bei einem Pressetermin erläutert Dr Michaela Aufleger (LVR) die Ausgrabung am Grabungsschnitt im Euskirchener Hardtwald. Foto: Scholl

Bei einem Pressetermin erläutert Dr Michaela Aufleger (LVR) die Ausgrabung am Grabungsschnitt im Euskirchener Hardtwald. Foto: Scholl

Zum 13. Mal veranstalten der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die beteiligten Städte und Gemeinden im Kreis Euskirchen mit Unterstützung durch die Nordeifel Tourismus (NET) die Archäologietour Nordeifel. Am Sonntag, 6. Oktober, informieren Fachleute aus Archäologie, Paläontologie und Geschichte von 10 bis 18 Uhr an sechs Orten im Kreis Euskirchen – und das ohne Anmeldung und kostenlos. Ein Mitmachprogramm für Kinder und Angebote für das leibliche Wohl von örtlichen Vereine und Gastronomen runden das Programm ab.

Jährlich rund 2.500 Gäste

»Die jährlich von rund 2.500 Gästen wahrgenommene Archäologietour Nordeifel ist eine Erfolgsgeschichte, die gerade auch der guten Zusammenarbeit mit den Eifelgemeinden, den Ortsvereinen und der Nordeifel Tourismus zu verdanken ist«, sagt der Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege, Dr. Erich Claßen. »Die Tour bewirbt eine kulturhistorisch bedeutende Region, die als ArchaeoRegion Nordeifel erschlossen ist. Auf der einen Seite ermöglicht sie uns Wissen über die eigene Heimat zu vermitteln, als auch die Arbeit, andererseits können wir dadurch den Menschen die Arbeit, die wir machen, näherbringen«, so Claßen. Dies bestätigt auch Iris Poth, Geschäftsführerin der NET: »Die Archäologietour Nordeifel ist eine schönes Projekt, das einmal zeigt einmal mehr zeigt, dass sich Wissenschaft und Tourismus gut ergänzen.«
Für die Archäologietour wurden folgende Stationen ausgewählt:

Mechernich-Katzvey:
Vor 250 Mio. Jahren, als Europa eine subtropische Wüste war, entstanden im Trias die heute noch bis zu 15 Meter hohen Buntsandsteinfelsen der Katzensteine bei Katzvey. Geologen und Paläontologinnen erklären die Umwelt dieser Zeit und präsentieren Fossilien; Archäologinnen erläutern Spuren, die der Steinabbau in der römischen Epoche hier hinterlassen hat.
 
Euskirchen-Kreuzweingarten:
Nach fast 100 Jahren findet erstmals wieder eine Ausgrabung auf der vorrömischen Höhenbefestigung bei Kreuzweingarten statt. Mit modernen Methoden gehen Archäologinnen und Archäologen der Frage nach dem Alter der Befestigung nach. Die aktuellen Forschungsergebnisse und Funde werden an der Ausgrabung präsentiert.

Nettersheim-Zingsheim:
Im Tempel bei Zingsheim verehrte man in römischer Zeit Muttergöttinen, sogenannte Matronen. Wie groß das Heiligtum war, soll nun mit geophysikalischen Untersuchungen geklärt werden. Archäologinnen informieren über den hier ausgeübten Matronenkult, die Geschichte des Heiligtums und die neuesten Untersuchungsergebnisse.

Bad Münstereifel:
Die Überführung der Reliquien von St. Chrysanthus und Daria in die nach ihnen benannte Stiftskirche jährt sich in diesem Jahr zum 1175. Mal. – Grund genug, die archäologischen und historischen Quellen zu diesem bedeutenden mittelalterlichen Kirchenbau in den Blick zu nehmen und darüber zu berichten.

Dahlem-Kronenburg:
Eine Höhenburg mit Wasser zu versorgen war im Mittelalter und der frühen Neuzeit eine technische Herausforderung. Auf der Kronenburg entdeckte man 2008 einen unterirdischen Wasserspeicher, eine sog. Zisterne, die derzeit sichtbar ist. Die Ausgrabungen und Funde erbrachten neue Erkenntnisse, die vorgestellt werden.

Zülpich:
Vielen ist es nicht bekannt: Direkt westlich der Stadt erstreckte sich bis in die 1970er-Jahre ein Braunkohlentagebau. Anhand alter Karten und Fotos werden die Arbeiten im Tagebau der Nachkriegszeit und der damit einhergehende archäologische Verlust deutlich gemacht. Hier präsentierte Fossilien geben Einblick in die Umwelt vor 9 Mio. Jahren.
Weitere Infos: www.archaeologietour-nordeifel.lvr.de www.nordeifel-tourismus.de 


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