Frederik Scholl

Bestechungsverdacht: Ermittler durchsuchen Wohnungen von Justizbediensteten und Gebäudebereiche in der JVA Euskirchen

Kreis Euskichen. Weil Justizbedienstete gegen Bezahlung oder andere Vorteile Inhaftierten in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Euskirchen Vollzugslockerungen wie Ausgang oder Hafturlaub gewährt haben sollen, ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei. Der Verdacht richtet sich gegen sieben Männer. Auch gegen eine Justizvollzugsbeamtin sowie drei ehemalige Inhaftierte wird ermittelt.
Symbolfoto

Symbolfoto

Bild: Symbolfoto Pixabay

Nach mehrmonatigen Ermittlungen einer Ermittlungsgruppe des Kriminalkommissariats 23 der Bonner Polizei durchsuchten rund 210 Einsatzkräfte am Mittwochmorgen, 6. Mai auf richterlichen Beschluss acht Wohnungen in den Kreisen Euskirchen (5) und Ahrweiler (1), dem Rhein-Erft-Kreis (1) und in Leverkusen (1) sowie verschiedene Gebäudebereiche der Justizvollzugsanstalt
(JVA) Euskirchen und ein zugehöriges Büro im Amtsgericht Euskirchen.

Die vorangegangenen Ermittlungen richteten sich dabei insbesondere gegen sieben männliche Justizvollzugsbeamte der JVA Euskirchen (37, 40, 46, 48, 50, 58, 58), die im Verdacht stehen, Vorteile als Gegenleistung für das Gewähren von Erleichterungen im Vollzug angenommen zu haben. Ermittelt wurde in diesem Zusammenhang auch gegen eine Justizvollzugsbeamtin (39) sowie drei ehemals in der JVA inhaftierte Männer (30, 35, 49).

Den Inhaftierten sollen demnach gegen Zahlungen von Geldsummen oder vergleichbaren Vorteilen verschiedenste Lockerungen des Vollzugs, wie beispielsweise Ausgang und Hafturlaube oder aber Informationen über anstehende Kontrollen, gewährt worden sein.

Ziel der Durchsuchungsmaßnahmen war die Sicherstellung von Mobiltelefonen, Schriftstücken und sonstigen Beweismitteln sowie die Zuführung der Beschuldigten zum Polizeipräsidium Bonn zum Zwecke erkennungsdienstlicher Behandlungen und Vernehmungen. Die Einsatzmaßnahmen und Ermittlungen dauern derzeit noch an.