Michael Nielen

Das Dorfcafé »Alte Schule« in Frohngau hat neu eröffnet

Frohngau. Ein frischer Wind aus Dümpelfeld weht durch das schmucke Gemäuer - Fatih Weinand ist neuer Betreiber
Heinz-Günter Schooß (v.li.), Friedhelm Heß, Brigitte Crump-Schooß, Uschi Mießeler, Norbert Crump, Philipp Schwekendiek und Fatih Weinand stellten das neue Dorfcafé »Alte Schule« vor.

Heinz-Günter Schooß (v.li.), Friedhelm Heß, Brigitte Crump-Schooß, Uschi Mießeler, Norbert Crump, Philipp Schwekendiek und Fatih Weinand stellten das neue Dorfcafé »Alte Schule« vor.

Bild: Michael Nielen

Frohngau (mn). Erst Volksschule, dann Kindergarten und preisgekrönter Dorftreff. Und jetzt, ja jetzt hat das Dorfcafé »Alte Schule« neu eröffnet. Nach intensiven Renovierungsarbeiten kehrt in die »Alte Schule« im Ortskern von Frohngau neues Leben ein. Wo einst Kinder das Alphabet lernten, finden nun Einheimische und Touristen einen Ort der Begegnung und Kulinarik.

Für Nettersheims Bürgermeister Norbert Crump ist das Projekt eine Herzensangelegenheit – er selbst ging hier noch in den Kindergarten. »Wenn ich so in unsere Dörfer hineinschaue, kann man sicherlich sagen, dass unsere Dörfer immer noch von Begegnung und Gemeinschaft leben«, betonte Crump bei der Eröffnung.

Seit 2012 engagiert sich der Verein »Dorftreff Alte Schule e.V.« für den Erhalt des Baudenkmals. Dass der Dorftreff ein »10-Jahre-Erfolgsmodell« ist, das sogar bundesweit Anerkennung fand, betonen die Verantwortlichen des Vereins, Brigitte Schooß-Crump, Friedhelm Heß und Heinz-Günter Schooß.

Die Revitalisierung war nur durch enge Zusammenarbeit und gezielte Förderung möglich. Ortsvorsteher Philipp Schwekendiek und der Verein lobten in dem Zusammenhang die Unterstützung durch die Gemeinde und. Über die LEADER-Region Eifel flossen rund 30.000 Euro in zwei Projekte: die Erneuerung der Türen im Eingangsbereich sowie die Anschaffung eines Pelletofens und neue Fenster, um die schwierige Heizsituation im historischen Gebäude zu verbessern. Den Dorfplatz ließ die Gemeinde mit einer Förderung von 250.000 Euro neu gestalten. Den Spielplatz finanzierte die Gemeinde aus eigenen Mitteln mit rund 60.000 Euro.

Und noch ist man in der Frohngauer Ortsmitte noch nicht fertig. Bürgermeister Crump berichtete, dass derzeit eine energetische Sanierung von Heizung und Gebäudehülle geplant wird – mit einer möglichen Förderung von bis zu 97 Prozent.

Der neue Wind im Haus weht aus Dümpelfeld. Fatih Weinand, der dort das Gasthaus Strohe führt, ist der neue Betreiber des Dorfcafés. Seine Geschichte mit Frohngau begann eher zufällig: »Interessanterweise bin ich jeden Tag hier durchgefahren und ich hatte Hunger«, erinnert sich Weinand schmunzelnd. Er hielt für ein belegtes Brötchen an, erfuhr vom Leerstand – und verliebte sich in das historische Steingebäude.

Nach 13 Monaten Renovierungszeit, in der unter anderem die Küche modernisiert wurde, öffnete er nun das Café für Gäste. Innen bietet die »Alte Schule« 30 Gästen Platz, draußen auf der Terrasse finden weitere 24 Besucher ihren Platz – bei Bedarf auch mehr. Der erfahrene setzt auf ein gemischtes Team aus Frohngauern und Mitarbeitern aus seinem Stammhaus: »Das ist Teamarbeit. Wenn das Team miteinander arbeitet und der Chef gut ist, denke ich, funktioniert das immer.«

Das kulinarische Konzept setzt auf eine Mischung aus bewährten Klassikern und frischen Impulsen. Herzstück ist das umfangreiche Frühstücks- und Backwarenangebot. »Ich führe jetzt gerade die Backwaren, Frühstücksbuffet und am Wochenende auch kleine Gerichte«, erklärt Weinand. Wer das Frühstücksbuffet genießen möchte, sollte sich bitte anmelden. Neben den Frohngauern selbst soll auch der Tourismus eine wichtige Rolle spielen. Laut Uschi Mießeler, Assistentin des Bürgermeisters und zuständig für Tourismus und Wirtschaftsförderung, macht die Lage am Jakobsweg, der Eifelschleife »Quelle der Erft« und verschiedenen Radrouten das Café zu einem attraktiven Anlaufpunkt. »Da willst du zwischendurch schon mal einkehren«, weiß auch Weinand um die Bedürfnisse der Wanderer, Pilger und Radfahrer.

Das erste Wochenende gab ihm recht: Die Resonanz war so groß, dass der Gastronom fast schon ein »Luxusproblem« befürchtet: »Ich habe Angst, nicht mitzukommen«, schmunzelt er.

Weinand resümiert sichtlich zufrieden: »Ich fühle mich sehr wohl, man hat mich sehr schnell angenommen und ich werde versuchen, diese alte Schule noch mal lebendig zu halten.«

Das Dorfcafé »Alte Schule« ist freitags von 17 bis 21 Uhr sowie samstags und sonntags von 8 bis 21 Uhr geöffnet. Reservierungen sind unter Tel.: 02440/9594793 möglich.