Daumen hoch für soziale Unternehmen
Euskirchen (mn). Ziel ist es, das Publikum innerhalb kürzester Zeit zu überzeugen. Dass dies gelingen kann, bewiesen acht Finalisten in der »Ideenfabrik Nachhaltige Wirtschaft« in Euskirchen.
Der Moderator des Abends, Sebastian Tittelbach, musste den Daumen nach unten nicht einsetzen, denn alle hielten sich an die Zeitvorgabe. »Social Entrepreneurship ist für mich die Königsklasse des Unternehmertums«, erklärte er zu Beginn. »Das sind Menschen, die Gewinn nicht über alles stellen, sondern fragen: Welchen Einfluss habe ich auf meine Mitarbeitenden, mein Umfeld, meine Umwelt – ja, vielleicht sogar auf die Welt?«
Per QR-Code durfte das Publikum mit dem eigenen Smartphone wie bei einer Castingshow live über die Sieger abstimmen.
Die Resonanz auf den Wettbewerb übertraf die Erwartungen: Während im vergangenen Jahr 15 Bewerbungen eingingen, waren es in diesem Jahr 32. »Das zeigt, dass das tatsächlich eine Relevanz hat«, freute sich Landrat Markus Ramers über die mehr als 100-prozentige Steigerung. Die Bewerbungen kamen aus nahezu allen Kommunen des Kreises und spiegelten die Vielfalt der regionalen Wirtschaftsstruktur wider – vom Solo-Unternehmen bis zu großen Arbeitgebern.
Insgesamt arbeiten bei den 32 Bewerbern 8.900 Beschäftigte, mehr als 1.000 ehrenamtlich Aktive engagieren sich in diesen Unternehmen. »Die Unternehmen zeigen, die Arbeitgeber zeigen, dass es eben manchmal um mehr geht als den Profit«, so Markus Ramers. »Klar, Ergebnis muss stimmen, aber es geht um Verantwortung für unseren Kreis, für die Gesellschaft.«
Für den Hauptpreis qualifizierten sich nach vorheriger Auswahl durch eine Jury fünf Finalisten: DRK Kreisverband Euskirchen (2. Platz), Marien-Hospital Euskirchen GmbH (3. Platz) MARIENBORN gGmbH sowie Krewelshof Eifel (beide 4. Platz) und die Takasago Europe GmbH. Für den Sonderpreis nominierte die Jury Eifelurlaub und FairZülpich (Fair Café) (beide 2. Platz) sowie Wachswandel UG.
Den Hauptpreis erhielt die Takasago Europe GmbH aus Zülpich, dierund 500 Menschen am Standort beschäftigt. In seinem eindrucksvollen Pitch sagte Niclas Cronenberg: »Man muss kein Japanisch können, um zu verstehen, warum soziale Nachhaltigkeit bei Takasago so wichtig ist. In Japan erfüllen Unternehmen traditionell auch einen gesellschaftlichen Zweck – sie sollen das Leben der Menschen verbessern.«
Besonders bewegte das Publikum seine Schilderung einer gemeinsamen Aktion zur Rettung eines an Leukämie erkrankten Kollegen: »Seitdem wissen wir, was es bewirken kann, wenn man einander hilft.« Cronenberg schloss mit den Worten: »Takasago steht für 500 Menschen, die soziale Verantwortung leben – nicht als Projekt oder Kampagne, sondern als Haltung.«
Der Sonderpreis für kleine Unternehmen ging an die Wachswandel UG aus Weilerswist. John Pierre Ackermann überzeugte mit einer ebenso einfachen wie nachhaltigen Idee: »Im Durchschnitt bleiben sechzehn Prozent einer Kerze unverbrannt. Wir schenken diesem Wachs ein zweites Leben.« Das junge Unternehmen sammelt Kerzenreste an über 40 Sammelstellen, verarbeitet sie zu neuen Kerzen und spendet einen Teil der Erlöse an soziale Organisationen. »Wachswandel ist mehr als Recycling«, betonte Ackermann. »Wir zeigen, dass selbst kleinste Reste – ein Kerzenstummel, ein Teelicht – Veränderung bewirken können.«
Landrat Markus Ramers brachte es am Ende auf den Punkt: »Wir haben im Kreis Euskirchen starke Unternehmen, die nicht nur an sich selbst denken, sondern an das Wohl und die Zukunft unserer Region.«

Drei Rätsel für „Tryptychon“

Dieser Besuch war nicht von Pappe ...

Ein Geschäft im Wandel eines Jahrhunderts











Zurück
Nach oben