Michael Nielen

Ein Abschied mit vielen Umarmungen

Mechernich. Es sind Begegnungen, die mehr sagen als tausend Worte. Während des Besuchs im Kleiderladen des Kinderschutzbundes an der Bahnstraße 29 öffnet sich immer wieder die Tür. Menschen kommen herein, nehmen die Mitarbeiterinnen in den Arm und bedanken sich herzlich für die jahrelange Hilfe. Es wird gelacht, erzählt und auch schon einmal eine Träne verdrückt.
Für Irma Filimov (v.li.), Arlet Weiermann, Sabina Kreuzer und Gerda Kijewski heißt es Abschiednehmen vom Kleiderladen. Auf dem Foto fehlt aus dem Team Michaela Hamacher.

Für Irma Filimov (v.li.), Arlet Weiermann, Sabina Kreuzer und Gerda Kijewski heißt es Abschiednehmen vom Kleiderladen. Auf dem Foto fehlt aus dem Team Michaela Hamacher.

Bild: Michael Nielen

Für Arlette Weiermann, die seit 22 Jahren die gute Seele der Einrichtung ist, und ihr ehrenamtliches Team heißt es nun Abschied nehmen. Donnerstag, 29. Okotber, ist für sie der letzte Tag. »Als allererstes möchte ich mich bei meinem Team bedanken. Es ist wirklich das beste Team, das man sich vorstellen kann«, sagt Arlette Weiermann. Zu ihren ehrenamtlichen Mitstreiterinnen gehören Gerda Kijewski, Irma Filimov, Sabine Kreuzer und Michaela Hamacher. Gemeinsam haben sie unzählige Stunden damit verbracht, Kleiderspenden entgegenzunehmen, zu sortieren und an Menschen weiterzugeben, die Unterstützung benötigten.

Doch der Kleiderladen war immer auch ein Ort der Begegnung. Hier wurde nicht nur geholfen, sondern auch zugehört, miteinander gesprochen und manchmal einfach ein wenig Zeit miteinander verbracht. Wie viel diese menschliche Nähe den Besuchern bedeutete, wird gerade in den letzten Tagen deutlich.

Für Arlette Weiermann begann die Geschichte im Jahr 2004. Damals übernahm sie zunächst ehrenamtlich die Leitung des Kleiderladens, ein Jahr später wurde daraus ein Minijob. Die Einrichtung selbst blickt auf eine rund 45-jährige Geschichte zurück. Das Prinzip blieb über all die Jahre gleich: Gut erhaltene Kleidung und Haushaltsgegenstände wurden gegen einen kleinen Obolus an Bedürftige weitergegeben. »Bei uns gab es Kleidung vom Baby bis zu Oma und Opa und fast alles für den Haushalt – außer Möbel«, schmunzelt Arlette Weiermann.

»Zu uns kamen Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern. Irgendwie haben wir uns immer verständigt«, erzählt Weiermann. Für sie und ihre Mitstreiterinnen ist der Abschied mit Wehmut verbunden. Doch im Vordergrund steht die Dankbarkeit.

»Wir sind froh, dass wir diese Arbeit machen durften und so viele schöne Jahre miteinander hatten«, sagt das scheidende Team. Ihr Dank gilt zum Schluss den zahlreichen Spendern und Kunden, die dem Kleiderladen über Jahrzehnte die Treue gehalten haben.