

Eine Erdnuss mit dem eigenen Namen darauf? Was zunächst nach einer kuriosen Idee klingt, hat sich zu einer beliebten Attraktion auf regionalen Märkten entwickelt. Hinter den ungewöhnlichen Kunstwerken steckt Raphael Knauff aus Hollerath. Mit seinem Lasergerät graviert er individuelle Namen, Logos und Motive auf Erdnüsse und sammelt gemeinsam mit seiner Frau Christina Spenden für den guten Zweck.
Die Idee zu den gravierten Nüssen entstand aus einem spontanen Einfall beim alltäglichen Einkauf. »Ich habe überlegt, welches Obst, welche Frucht oder was an Nahrungsmitteln man belasern könnte«, erinnert sich Raphael Knauff schmunzelnd. Neben Walnüssen wanderten auch Erdnüsse in den Einkaufskorb – und erwiesen sich rasch als Favorit. »Erdnüsse lassen sich deutlich besser gravieren als Walnüsse. Die Schale ist weicher und hell, da ist der Kontrast einfach hervorragend.«
Aus der anfänglichen Bastelei entwickelte sich schnell eine Attraktion auf regionalen Märkten. »Wir haben bestimmt schon zehn Kilo Erdnüsse verarbeitet – das sind weit über 400 Stück«, erzählt der Hollerather. Wer ihm zuschaut, erlebt Präzision im Miniaturformat: Über eine im Lasergerät integrierte Kamera wird die Nuss auf dem Bildschirm erfasst und der Schriftzug exakt ausgerichtet. »Jede Nuss ist anders geformt, das gibt es jedes Mal eine individuelle Anpassung und ein echtes Unikat.«
Besonders bei den jüngsten Besuchern sorgt das Schauspiel für Begeisterung. So auch im vergangenen Jahr auf dem Weihnachtsmarkt in Monschau, wo Knauff auch diesmal wieder mit seinem Lasergerät vertreten sein wird. »Wenn die Kinder den Laserstrahl flitzen sehen und plötzlich ihr eigener Name auf der Nuss steht, dann leuchten die Augen. Dieses Lächeln kann man eigentlich gar nicht bezahlen«, erzählt er.
Der gebürtige Hellenthaler hat ursprünglich Schlosser gelernt, sich später zum Maschinenbauingenieur weitergebildet und arbeitet hauptberuflich beim Schoeller-Werk. Seine Leidenschaft für die Lasergravur entdeckte er vor rund fünf Jahren mit einem einfachen Einsteigergerät.
Eine entscheidende Wendung nahm das Hobby vor zwei Jahren bei einem improvisierten »Garagenevent« mit Glühwein im verschneiten Hollerath. Unter den Besuchern war auch Abbas Kteich, Inhaber des Restaurants »Alter Markt« in Monschau. Er war von den Arbeiten so angetan, dass er Knauff direkt mit mehreren Aufträgen betraute. Für seinen Gastronomiebetrieb bestellte er unter anderem gravierte Holzuntersetzer, Platzkarten sowie Salz- und Pfefferstreuer.
»Er hat eigentlich das Ganze mit ins Rollen gebracht«, erinnert sich Knauff. Aus dem Hobby wurde daraufhin ein angemeldetes Nebengewerbe. Inzwischen gehören zahlreiche regionale Firmen zu seinen Kunden – von Bäckereien über Gerüstbauer bis hin zu größeren Unternehmen. Während Raphael Knauff für die technische Umsetzung zuständig ist, übernimmt seine Frau Christina die Gestaltung der Motive.
Dabei beschränkt sich der Tüftler längst nicht auf Erdnüsse oder Holz. Unterschiedlichste Materialien lassen sich mit seinem Lasergerät bearbeiten. Ein Werkstoff hat es ihm besonders angetan: »Am liebsten arbeite ich tatsächlich auf Schiefer, den ich mit einem Wasserstrahlschneider selbst in Form bringe.«
Die große Aufmerksamkeit, die ihre Arbeiten auf den Märkten hervorrufen, wollten Raphael und Christina Knauff schließlich auch für einen guten Zweck nutzen. So entstand die Idee, mit den gravierten Erdnüssen Spenden für das WDR 2 Weihnachtswunder zu sammeln. Besucher können sich auf den Märkten kostenlos eine Erdnuss mit ihrem Namen oder einem individuellen Motiv gravieren lassen. Im Gegenzug bitten die Eheleute um eine freiwillige Spende. Auch lokale Partner und größere Unternehmen haben sich der Initiative angeschlossen.
Mit dem WDR 2 Weihnachtswunder sammelt der Radiosender gemeinsam mit »Aktion Deutschland Hilft« Spenden für Hilfsprojekte gegen den Hunger in der Welt. In diesem Jahr ziehen die Moderatoren Sabine Heinrich, Steffi Neu, Jan Malte Andresen und Thomas Bug am Samstag, 12. Dezember, in ein gläsernes Studio auf dem Europaplatz in Mönchengladbach. Von dort senden sie bis Mittwoch, 16. Dezember, mehr als 100 Stunden live und erfüllen gegen Spenden Musikwünsche der Hörer.
Auch in Hollerath laufen die Vorbereitungen für die diesjährige Aktion. Bereits vor dem Beginn des Monschauer Weihnachtsmarktes sind durch die Initiative von Raphael und Christina Knauff über 1.580 Euro an Spenden zusammengekommen. Und dabei soll es nicht bleiben: »Wir sind dieses Jahr an allen vier Wochenenden auf dem Weihnachtsmarkt in Monschau vertreten und hoffen, dort noch viele Spenden für das WDR 2 Weihnachtswunder sammeln zu können«, so Knauff.
Auf der Internetseite www.tasunikart.de können Interessierte den aktuellen Spendenstand verfolgen und die Aktion auch mit einer Online-Spende unterstützen.
Für Raphael Knauff geht es bei seiner ungewöhnlichen Idee aber nicht allein um die Spendensumme. Mindestens ebenso wichtig sind ihm die Reaktionen der Menschen, wenn aus einer gewöhnlichen Erdnuss ein ganz persönliches Erinnerungsstück wird. Besonders das Strahlen in den Gesichtern der Kinder ist für ihn immer wieder eine Bestätigung, dass sich der Aufwand lohnt. Oder, wie er selbst sagt: »Dieses Lächeln kann man eigentlich gar nicht bezahlen.«




