Tierheim kann auf die Eifeler bauen
Mechernich (mn). »Ich muss jetzt anfangen, sonst werde ich ja unglaubwürdig«, sagt Reiner Bauer. Der Vorsitzende des Tierschutzvereins Mechernich steht auf dem Gelände des Kreistierheims Burgfey, wo Ende Oktober die Bagger angerückt sind. Die Erdarbeiten sind im Gange, die Bodenplatte für das neue Hundehaus wird noch gegossen. Ein wichtiger Schritt für ein Bauprojekt, das Bauer schon seit Jahren beschäftigt und das ihm derzeit einiges an Kopfzerbrechen bereitet.
Denn eigentlich sollte das neue Hundehaus zwischen 450.000 und 500.000 Euro kosten. Inzwischen geht man von 700.000 bis 800.000 Euro aus. Eine gewaltige Summe für einen Tierschutzverein, der ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen muss.
»Die Verteuerungen kommen unter anderem dadurch, dass du für alles Gutachten und Sachverständige haben musst. Durch die Bürokratie verteuert sich alles«, ärgert sich Reiner Bauer. Hinzu kommen gestiegene Bau- und Materialkosten. Unterm Strich fehlen dem Verein derzeit zwischen 200.000 und 300.000 Euro.
Dass der Neubau unbedingt notwendig ist, steht für Bauer außer Frage. Die vorhandenen Unterkünfte sind stark ausgelastet. Ein Problem sind die Hunde, die von Behörden beschlagnahmt wurden und oft über Jahre hinweg im Tierheim bleiben müssen. Solange die rechtlichen Verfahren nicht abgeschlossen sind, dürfen diese Tiere nicht vermittelt werden.
Hinzu kommen Hunde aus Krisengebieten, die ebenfalls aufgenommen und versorgt werden müssen. Gleichzeitig hat das Tierheim Verpflichtungen gegenüber den Kommunen, für die es Fundtiere aufnimmt. Dafür müssen ausreichend Plätze zur Verfügung stehen. Ein Spagat, der immer schwieriger wird.
»Unsere Boxen sind voll, da können wir ja nicht mehr alles abdecken«, beschreibt Bauer die Situation. Denn auch die eigentliche Tierschutzarbeit, etwa die Aufnahme von Hunden aus schlechter Haltung, dürfe nicht auf der Strecke bleiben.Die Entscheidung für den Neubau fiel daher schon vor längerer Zeit.
Und mit ihr verbindet Reiner Bauer auch eine sehr persönliche Geschichte. Die ersten Überlegungen und Planungen hatte er noch mit seiner inzwischen verstorbenen Ehefrau angestellt. Bei ihrer Beerdigung kamen rund 18.000 Euro an Trauerspenden zusammen. Dieses Geld brachte Bauer zweckgebunden in den Verein ein und schuf damit eine Grundlage, um sich um öffentliche Fördermittel bemühen zu können. Nach zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen gab es schließlich die Zusage: Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt den Neubau mit 100.000 Euro.
Reiner Bauer hofft, dass sich auch der Kreis und die Kommunen finanziell an den Investitionen beteiligen. »Im Endeffekt übernimmt das Tierheim deren Pflichtaufgaben. Und ich persönlich meine, dass man sich dann auch finanziell beteiligen könnte«, so Bauer. Schließlich solle im Burgfey kein luxuriöses Gebäude entstehen, sondern ein funktionales und vor allen Dingen tiergerechtes Hundehaus. Geplant sind sieben Boxen, in denen bis zu 14 Hunde untergebracht werden können. Hinzu kommt eine Futterküche.
Das Gebäude wird in Holz- und Fertigbauweise errichtet. Wenn alles nach Plan läuft, sollen die entsprechenden Bauteile im Februar oder März angeliefert und montiert werden. Eine Wärmepumpe und eine Photovoltaikanlage sollen für einen möglichst wirtschaftlichen Betrieb sorgen. Eine spezielle Belüftungs- und Klimatisierungstechnik soll verhindern, dass sich die Unterkünfte an heißen Sommertagen zu stark aufheizen und die Tiere leiden. Für einzelne Schutzhütten im Außenbereich haben sich bereits Paten gefunden, die deren Finanzierung übernehmen. Sollte das benötigte Geld nicht rechtzeitig zusammenkommen, will man den Innenausbau notfalls schrittweise vornehmen und eine Box nach der anderen fertigstellen. Spätestens Ende 2027 soll das neue Hundehaus vollständig bezugsfertig sein.
Sehr froh ist Bauer über die Eifeler Bevölkerung und die Unternehmen aus der Region, die mit ihren Spenden dafür sorgen, dass der Tierschutzverein seine Aufgaben erfüllen und notwendige Investitionen tätigen konnte. »Ohne diese Unterstützung geht es nicht«, betont er. Und er hofft, dass die Eifeler weiter ein großes Herz für Tiere zeigen. Denn die zusätzlichen Plätze werden dringend gebraucht.
Wer den Neubau unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Konto des Tierschutzvereins Mechernich bei der Volksbank Euskirchen überweisen, IBAN DE58 3826 0082 0207 7110 47. Spenden sind steuerlich abzugsfähig. www.tsv-mechernich.de

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