Michael Nielen

Jeder Tritt gibt mehr Hoffnung

»Cycling4Hope« geht in die zweite Runde. Dieses Mal wird bei dieser Benefiz-Veranstaltung im Kursaal Gemünd zugunsten krebskranker Kinder gestrampelt.

Sechsmal wird die Uhr eine Stunde weiterspringen, bevor im Kursaal von Gemünd die Räder stillstehen. Sechs Stunden radeln, schwitzen, anfeuern – und dabei etwas bewegen. »Cycling4Hope« öffnet am Samstag, 30. Mai, von 10 bis 16 Uhr zum zweiten Mal seine Türen – diesmal im Großen Kursaal des Kurhauses in Gemünd, mit mehr Platz, mehr Partnern und mehr Rückenwind.

»Wir haben nach dem ersten Event gemerkt, dass wir etwas angestoßen haben, das größer ist als wir selbst«, sagt Frank Poschen, der das Event gemeinsam mit seiner Frau Ellen auf die Beine gestellt hat. Die Idee hatte gezündet – in der Region, bei Vereinen, bei Firmen, bei Menschen, die einfach helfen wollen.

Die Stadt Schleiden unterstützt das Event in diesem Jahr, lokale und überregionale Partner ziehen mit, ein starkes Organisationsteam arbeitet im Hintergrund. Unter anderem ist auch der Bike-Spezialist »Prophete« vor Ort. Das Team, das aus Rheda-Wiedenbrück anreist, bietet einen kostenlosen Fahrrad-Check an und veranstaltet eine attraktive Tombola.

»Die Unterstützung, die wir erfahren, ist überwältigend. Die Region bewegt etwas – und das spürt man«, sagt Frank Poschen. »Cycling4Hope« unterstützt jetzt zum zweiten Mal die Vor-Tour der Hoffnung, die bereits seit 1996 existiert und zu den größten Benefiz-Radtouren Deutschlands zählt. Jahr für Jahr sammeln engagierte Radsportler Spenden für krebskranke und hilfsbedürftige Kinder – allein im vergangenen Jahr kamen 777.777 Euro zusammen, die an 56 Institutionen weitergegeben wurden.

Frank und Ellen Poschen sind inzwischen offizielle »Kümmerer« der Vor-Tour für die Region Nordeifel. Ein Ehrenamt, das sie mit Überzeugung ausfüllen.

Beim ersten »Cycling4Hope«-Event im aktivpark Kall kamen 8.888 Euro zusammen. Die Irena-Sendler-Schule in Euenheim erhielt davon 7.500 Euro.

Für Frank Poschen ist das der eigentliche Antrieb: »Wir wollen, dass die Spendengelder ohne Abzüge dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden. 100 Prozent der Erlöse gehen direkt an die Vor-Tour der Hoffnung – das ist unser Versprechen.«

Wer jetzt denkt, das sei eine Veranstaltung für durchtrainierte Radsportler, der irrt. »Cycling4Hope« lebt gerade davon, dass jeder mitmachen kann – und soll. Im Mittelpunkt stehen nicht Watt-Werte oder Bestzeiten, sondern Zusammenhalt, Spaß und die gemeinsame Überzeugung, dass Sport verbinden kann. Ob Vereinsgruppe, Firmenkollegen oder der Nachbar von nebenan: Alle sind willkommen.

Einzelpersonen können eine oder mehrere Stunden buchen, ganze Teams können die gesamte 6-Stunden-Challenge gemeinsam angehen.

Das Sattelgeld beträgt 15 Euro pro Stunde. Dieser Betrag fließt vollständig an die Vor-Tour der Hoffnung. Je Stunde stehen 50 Bikes bereit, die Plätze sind begrenzt. Wer dabei sein will, sollte sich anmelden. Und das ist unkompliziert möglich: Eine kurze E-Mail an hoffnungsradler@fem2i.de reicht völlig aus. Wer die App »Spond« nutzt, findet das Event dort unter dem Code QNNXI.

Zuschauer sind ausdrücklich willkommen – als Unterstützer, als Anfeuerer, als Teil dieser Gemeinschaft. Für das leibliche Wohl ist gesorgt: Getränke, Snacks und Currywurst warten auf die Besucher. Die Radler selbst werden mit Obst und Wasser versorgt und erhalten einen Goody-Bag als Erinnerung an einen besonderen Tag.

Wenn das Blaulicht leuchtet

Den emotionalen Höhepunkt des Tages verspricht die sogenannte Blaulichtstunde von 13 bis 14 Uhr. Dann steigen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und weitere Hilfsorganisationen gemeinsam auf die Räder – gerne in Uniform. Ein Bild, das Wirkung haben wird, und ein Symbol, das weit über den Sport hinausgeht. »Es wäre wunderbar, wenn möglichst viele Einsatzkräfte aus der Region dabei sind«, hofft Frank Poschen auf große Resonanz. Noch sind Plätze frei.

Die Idee hinter dem Event ist es, ein Zeichen zu setzen – für die Kinder, für die Region, für die Hoffnung.

Denn darum geht es an diesem Samstag im Kursaal von Gemünd: Hoffnung. Keine abstrakte Hoffnung, sondern die ganz konkrete. Sie entsteht, wenn Menschen auf das Rad steigen, in die Pedale treten und nicht aufhören, bevor die Zeit abgelaufen ist. Jeder Kilometer zählt. Jeder Euro hilft.