Michael Nielen

Jetzt wandert auch Schleiden EifelSchleifen

Dreiborn: »Schleiden ist Nationalpark-Hauptstadt – und jetzt auch endlich vollständig Teil unseres Wandernetzes«, freute sich Landrat Markus Ramers, dass nun auch die Stadt zum Verbund der EifelSchleifen und EifelSpuren gehört. »Ich finde das einen ganz besonderen, schönen Lückenschluss.«

Wer auf der Dreiborner Hochfläche steht und den Blick über die weite Landschaft schweifen lässt, ahnt kaum, wie viel Arbeit hinter den kleinen Wegweisern steckt, die Wanderer sicher durch die Natur führen.

Tausende Markierungszeichen mussten angebracht, alte Wegführungen überarbeitet und neue Routen entwickelt werden. Das Ergebnis: Elf neue EifelSchleifen schließen die letzte große Lücke im Netz der EifelSchleifen und EifelSpuren im Kreis Euskirchen. Das Netz wächst damit auf insgesamt 106 Routen – gemeinsam mit den 18 EifelSpuren eines der umfangreichsten Wanderangebote in der gesamten Eifel.

Dass Schleiden bislang ein eigenes System pflegte, hatte seinen Grund. Bereits 2012 war mit Förderung des LEADER-Programms ein hochwertiges Wanderwegenetz aufgebaut worden. »Wir waren sehr stolz auf dieses System, das großen Zuspruch gefunden hat«, räumte Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings ein. Doch irgendwann sei klar geworden, dass die EifelSchleifen und EifelSpuren sich zu einer überregional bekannten Marke entwickelt hatten. »Wir wollen nicht etwas aufgeben, sondern Teil des größten Netzes werden«, so Pfennings.

Die eigentliche Geschichte hinter den neuen Wegen aber beginnt lange vor der Eröffnungsfeier. Sie beginnt bei Menschen wie Georg Gerhards in Dreiborn, Manfred Müller in Gemünd oder Rainer Faymonville in Schleiden, die stellvertretend für ihre Eifelvereine und die vielen Menschen stehen, die ihre Heimat zu Fuß erkunden und wissen, wo sich die schönsten Ausblicke bieten, welcher Waldweg besonders reizvoll ist und an welcher Stelle Geschichte lebendig wird.

»Da ich selbst viel wandere, ist es mir wichtig, dass Wanderer die Wege auch ohne Karte oder App problemlos finden können. Eine gute und eindeutige Beschilderung gehört für mich einfach dazu«, sagt Georg Gerhards, Vorsitzender und Wegewart des Eifelvereins Dreiborn. Seine Ortsgruppe hatte die Routen »Eifelgold« und »Spuren des Schiefers« von Beginn an begleitet und darauf geachtet, sie sinnvoll an bestehende Angebote wie den Wildnis-Trail, den Schöpfungspfad und die Rur-Olef-Route anzubinden.

Manfred Müller, Vorsitzender des Eifelvereins Gemünd, hatte bei der Entwicklung der Gemünder Routen ein »vierblättriges Kleeblatt« vor Augen: Die unterschiedlichen Besonderheiten der Heimat sollten in attraktiven Rundwegen erlebbar werden. »Auf den Spuren der Köhler« greife etwa die Geschichte der Eisenverhüttung auf, »Über den Kreuzberg« eröffne neue Einblicke in den historischen Ortskern von Olef.

Rainer Faymonville, stellvertretender Vorsitzender und Wegewart des Eifelvereins Schleiden, hatte sich früh für den Beitritt zum EifelSchleifen-Konzept stark gemacht. Der Verein sehe darin eine große Chance für die touristische Entwicklung der Region sowie eine wertvolle Ergänzung zum Erlebnisangebot rund um den Nationalpark Eifel.

Die praktische Umsetzung bedeutete einen enormen Kraftakt. Das bisherige Wanderwegenetz musste teilweise zurückgebaut werden, die neuen Strecken wurden nach dem Prinzip »Markierung auf Sicht« ausgewiesen. Insgesamt beschaffte die Stadt Schleiden mehr als 2.800 Markierungszeichen und über 1.800 Aufkleber, die Ehrenamtliche anbrachten. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie dabei immer wieder auch vom städtischen Bauhof.

Für Ramers ist der Lückenschluss weit mehr als eine touristische Maßnahme: »Die Wege bieten Naherholung direkt vor der Haustür.« Mit 106 EifelSchleifen und 18 EifelSpuren verfüge die Region nun über eines der umfangreichsten Wanderangebote der gesamten Eifel – und das sei auch der Anspruch: eines der attraktivsten Wandergebiete Deutschlands zu sein.

Die kürzeste Strecke der neuen EifelSchleifen ist ein knapp viereinhalb Kilometer langer Stadtspaziergang durch Schleiden. Die Vogelsangroute ist mit 18,2 Kilometern die längste und zugleich erste EifelSchleife, die in Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung durch den Nationalpark Eifel verläuft.

www.eifelschleifen.de