Michael Nielen

Mehr Sicherheit und Respekt

Euskirchen. »Es gibt keine Sicherheit ohne diejenigen, die dafür sorgen!«

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Landrat Markus Ramers (Mitte),  hier mit Polizei und THW, will die Arbeit der Sicherheitskräfte sichtbar machen und sich selbst immer wieder hautnah ein Bild von ihrer Arbeit machen.

Landrat Markus Ramers (Mitte), hier mit Polizei und THW, will die Arbeit der Sicherheitskräfte sichtbar machen und sich selbst immer wieder hautnah ein Bild von ihrer Arbeit machen.

Foto: Polizei/Franz Küpper

Mit diesen Worten kündigte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, an, im kommenden Jahr den Bereich »Sicherheit und Respekt« und das Sicherheitsbedürfnis der Menschen besonders in den Fokus zu rücken und zum Schwerpunktthema 2024 zu machen.

Wie wichtig dieses Thema ist, wurde in der vergangenen Woche deutlich, als ein 79-jähriger Mann in Hellenthal einen 23-Jährigen, der mit der Schneeräumung der Straße beauftragt war, einfach ins Gesicht schlug, weil er mit der Art und Weise der Räumung nicht einverstanden war. Erschreckend waren im Nachgang einige Kommentare, die unter einem Post in den sozialen Medien zu diesem Vorfall zu lesen waren. »Richtig so!« oder »Das nächste Mal gibt es von mir auch watt zwischen die Augen« stand da zu lesen.

Das sind die Respektlosigkeiten, die auch Markus Ramers anprangert: »Was mich in letzter Zeit sehr irritiert, ja verärgert hat: Ob Gaffer bei Unfällen, Randalierer an Silvester oder bei ganz normalen Einsätzen - Rettungskräfte sind zunehmend Anfeindungen und auch körperlicher Gewalt ausgesetzt. Das geht gar nicht.«

Für ihn seien die Sicherheitskräfte – von der Polizei über Bundeswehr, Rettungsdienst, Feuerwehr bis hin zu Ordnungsämtern und den Hilfsorganisationen - die Institutionen, die das Vertrauen in den Staat sichtbar machten. Würden sie angegriffen, dann trage das auch zur Verunsicherung in der Bevölkerung bei. Dabei sorgten die Sicherheitskräft »24/7 dafür, dass wir gut und sicher in diesem Land leben können.«

Und das untermauern auch die Zahlen: 47417 Einsätze zählte die Kreispolizei im Jahr 2023, der Rettungsdienst kam auf 27777 Einsätze - plus 8000 Krankentransport-Fahrten. Dennoch erleben die Polizeist nach Auskunft von Polizeisprecher Franz Küpper in jeder Schicht zahlreiche Respektlosigkeiten, was sich übrigens auch in den sozialen Medien widerspiegele. »Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum, Straftaten werden auch dort von uns konsequent verfolgt«, so Küpper.

Um die Situation zu verbessern, wird es im Verlauf des Jahres eine ganze Reihe von Veranstaltungen, Initiativen und Maßnahmen geben, bei denen auch die Bevölkerung aufgefordert ist, ihren Beitrag zu leisten. So wird die Kreispolizeibehörde einen Preis für Zivilcourage vergeben, um die Menschen zu motivieren, nicht wegzusehen, sondern sich für Mitmenschen in Not einzusetzen - etwa bei der Aktion »Wachsamer Nachbar«.

Zum Auftakt wird es eine »Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Kreis Euskirchen« mit Polizei, Kommunen und weiteren Akteuren sowie eine Sicherheitsanalyse unter Beteiligung des Bundeskriminalamtes geben.

In den Fokus rückt auch der Verkehr. Hier möchte Markus Ramers die Zahl der Unfälle und der Verkehrstoten verringern. Dabei gehe es um Aufklärung, aber eben auch um Kontrolle. Und da setze er sich für die Anschaffung einer zweiten mobilen Geschwindigkeitsmessanlage ein, die etwa an Schulen und Kitas für reduzierte Geschwindigkeiten und damit mehr Sicherheit sorgen soll.

»Sicherheit und Respekt« - das sind die Themen, von denen man im kommenden Jahr noch einiges hören wird.


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