Frederik Scholl

Wiederaufbau mit Weitblick

Euskirchen. Ministerin Mona Neubaur informierte sich fünf Jahre nach der Flut über den Wiederaufbau und die Zukunftspläne der Zuckerfabrik von »Pfeifer & Langen« in Euskirchen.

NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (2.v.re.) besuchte die Pfeifer und Langen-Zuckerfabrik in Euskirchen.  Bei einem Rundgang durch das Werk informierten Standortleiter Dirk Oswald  (li.) und Oliver Baron (3.v.li.) über Wiederaufbaumaßnahmen und Zukunftspläne. Auch Klaus Voussem (MdL, 2.v.li.) und Florian Frings (Betriebsrat,  re.) nahmen am Rundgang teil.

NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (2.v.re.) besuchte die Pfeifer und Langen-Zuckerfabrik in Euskirchen. Bei einem Rundgang durch das Werk informierten Standortleiter Dirk Oswald (li.) und Oliver Baron (3.v.li.) über Wiederaufbaumaßnahmen und Zukunftspläne. Auch Klaus Voussem (MdL, 2.v.li.) und Florian Frings (Betriebsrat, re.) nahmen am Rundgang teil.

Bild: Scholl

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe von 2021 hat Nordrhein-Westfalens stellvertretende Ministerpräsidentin sowie Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur die Zuckerfabrik von Pfeifer & Langen in Euskirchen besucht. Im Mittelpunkt standen der erfolgreiche Wiederaufbau des Werkes, die Lehren aus der Flut sowie die Zukunft des Industriestandorts mit Investitionen in Hochwasserschutz und klimafreundliche Produktion.

Als die Erft im Juli 2021 das Werksgelände überflutete, wurden große Teile der Produktionsanlagen und der Infrastruktur zerstört. Heute präsentiert sich der Standort modernisiert und widerstandsfähiger. Zum Schutz vor künftigen Extremwetterereignissen wurden unter anderem ein eigener Hochwasserschutzdamm errichtet sowie weitere Schutzmaßnahmen umgesetzt. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in die Modernisierung der Produktion und den Ausbau klimafreundlicher Energietechnik.

»Die Flut hat uns vor Augen geführt, wie verletzlich industrielle Infrastruktur gegenüber Extremwetterereignissen sein kann. Gleichzeitig hat sie gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten«, sagte Dirk Oswald, Standortleiter Produktion und Technik der Zuckerfabrik Euskirchen. »Wir haben den Standort nicht nur wiederaufgebaut, sondern gezielt widerstandsfähiger gemacht. Heute sind wir besser aufgestellt und investieren konsequent in die Zukunft unseres Werks, insbesondere in die Energietransformation.«

Beim Werksrundgang informierte sich Mona Neubaur über die Entwicklung des Werkes und sprach mit Unternehmensvertretern über die Herausforderungen energieintensiver Industriebetriebe. Pfeifer & Langen verfolgt das Ziel, die Zuckerproduktion an seinen europäischen Standorten bis spätestens 2040 klimaneutral zu gestalten. Dafür sollen fossile Energieträger schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Voraussetzung seien jedoch wettbewerbsfähige Strompreise sowie verlässliche politische Rahmenbedingungen.

»Die Transformation der Zuckerproduktion ist eine der größten Aufgaben unserer Branche«, betonte Dirk Oswald. »Wir investieren konsequent in klimafreundliche Technologien und wollen fossile Energieträger Schritt für Schritt durch erneuerbare Energien ersetzen. Damit diese Transformation am Industriestandort Deutschland gelingt, brauchen energieintensive Unternehmen wettbewerbsfähige Strompreise, langfristige Planungssicherheit und politische Verlässlichkeit«, forderte Oswald.

Ministerin Mona Neubaur würdigte den Wiederaufbau des Standortes. »Der Standort Euskirchen zeigt eindrucksvoll, wie Unternehmen nach einer schweren Krise neue Stärke entwickeln können«, sagte die Ministerin. Wiederaufbau bedeute mehr als die Beseitigung von Schäden. »Er bietet die Chance, Produktion resilienter, klimafreundlicher und zukunftsfähiger aufzustellen.« Zugleich machte sie deutlich, dass auch künftig entschlossen in Vorsorge und Hochwasserschutz investiert werden müsse.

Der Besuch führte die Ministerin zuvor auch zur Kläranlage Köttingen in Erftstadt, wo sie sich über den Wiederaufbau kritischer Infrastruktur informierte.