

Große Bestürzung am Waldorfkindergarten in Lessenich: Unbekannte haben am Freitagnachmitttag das Außengelände der Einrichtung massiv verwüstet und dabei erheblichen Schaden angerichtet. Die Tat, die sich am helllichten Tag ereignete, trifft die seit Jahrzehnten im Dorf verwurzelte Einrichtung ins Mark.
Abgesägte Obstbäume, zerstörte Fenster, aufgebrochene Schlösser: Das Bild, das sich den Verantwortlichen bot, war erschütternd. Vier Bäume wurden in etwa einem Meter Höhe abgesägt, offenbar mit einer zuvor aus dem Gartenhaus entwendeten Handsäge. Zudem haben die unbekannten Täter die Fensterscheiben des Gartenhauses eingeschlagen, Pflanzen aus Kübeln gerissen sowie ein Insektenhotel und Teile eines Zauns beschädigt. Verantwortliche, Kinder und Eltern sind erschüttert: Viele der betroffenen Elemente waren über Jahre gewachsen und mit großem Engagement gestaltet worden.
Grundstück und Gebäude des Waldorfkindergartens gehören der Stadt Mechernich. Wie hoch der entstandene Schaden insgesamt ist, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beziffern. Janine Deinzer vom Fachbereich für Gebäudemanagement kann die ungefähre Dimension nur schätzen: „Alleine die zehn bis 15 Jahre alten Obstbäume, von denen vier sorgfältig gefällt wurden, hatten einen Wert von mehreren Tausend Euro. Versichert ist sowas leider nicht, Ersatzpflanzungen gehen also zu Lasten des Steuerzahlers. Sehr frustrierend!“
Der Waldorfkindergarten als Träger und die Stadt Mechernich als Vermieter erstatteten Anzeige wegen Sachbeschädigung. Nach bisherigen Erkenntnissen muss sich die Tat am vergangenen Freitag, 18. April, zwischen 15 und 18 Uhr ereignet haben. Nachdem der Kindergarten die Pforten um 15 Uhr geschlossen hatte, hätten Mitglieder des örtlichen Karnevalsvereins, die dort um 18 Uhr zu einer Versammlung verabredet waren, das Desaster entdeckt, bestätigte die Kreispolizeibehörde Euskirchen. Besonders irritierend: Der Kindergarten liegt mitten in Lessenich – dennoch hat offenbar niemand etwas bemerkt.
Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet mögliche Zeugen um Hinweise. Hinweise auf die Täter lägen bislang nicht vor. Neben dem materiellen Schaden wiegt vor allem die emotionale Betroffenheit schwer. Für das Team des Kindergartens, die Eltern und viele Menschen in Lessenich ist die sinnlose Tat nur schwer zu begreifen. Ganz abgesehen von den Kindern selbst: So schonend wie möglich habe man sie auf den neuen Anblick vorbereitet, hieß es seitens des Waldorfkindergartens. „Wir haben sie mit dem Versprechen getröstet, unseren Garten gemeinsam wieder mindestens so hübsch wie vorher zu machen.“
Gleichzeitig zeigt sich aber auch, was die Dorfgemeinschaft ausmacht: Erste Unterstützung gab es schon am Freitagabend, nicht nur von Seiten der Eltern. Sollte der Schaden nicht vollständig reguliert werden können, wollen viele Lessenicherinnen und Lessenicher mit anpacken, sei es beim Wiederaufbau, bei Neupflanzungen oder durch Spenden.




