Claudia Neumann

Batteriespeicher in Föhren besteht Praxistest zur Netzstabilisierung

Föhren. Ein Großspeicher kann das Stromnetz aktiv stabilisieren – das zeigt ein erfolgreicher Feldtest im Forschungsprojekt SUREVIVE. Eine Delegation der Westenergie AG besuchte den Standort.

Bild: Dana Schöller

Ende April reiste eine hochrangige Delegation der Westenergie AG unter Leitung von Vorstand Robert Denda nach Föhren, um sich über einen wichtigen Meilenstein im Forschungsprojekt SUREVIVE zu informieren.

Was getestet wurde

Im Mittelpunkt steht ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 55 Megawattstunden. Erstmals konnte im realen Netzbetrieb nachgewiesen werden, dass die Anlage im sogenannten netzbildenden Betrieb Aufgaben übernehmen kann, die bislang vor allem konventionellen Kraftwerken vorbehalten waren: die Stabilisierung der Netzfrequenz.

Mit dem Rückgang konventioneller Kraftwerke sinkt die sogenannte Momentanreserve, die automatisch zur Frequenzstabilisierung beiträgt. SUREVIVE untersucht, wie Batteriespeicher diese Rolle künftig übernehmen können.

Schlüsselstandort Föhren

Der Speicher in Föhren läuft regulär im kommerziellen Betrieb; in Testphasen steht er dem Forschungsteam zur Simulation von Ausnahmesituationen im Verteilnetz zur Verfügung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Anlage eine Systemdienstleistung erbringen kann, die in ihrer Wirkung mit der klassischen Momentanreserve vergleichbar ist.

Als nächster Schritt sollen umliegende Photovoltaikanlagen eingebunden werden, um das Zusammenspiel von erneuerbarer Erzeugung und Speichertechnik weiter zu erforschen.

Breites Konsortium

Das Projekt wird von Westnetz als Konsortialführer gemeinsam mit SCHOENERGIE, dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und der Universität Stuttgart durchgeführt. Assoziierte Partner sind SMA, Amprion, TransnetBW sowie die Stadtwerke Trier.

Weitere Informationen unter www.surevive.energy