Nico Lautwein

Sonderfahrt mit Schienenbus: Von Trier nach Losheim am See

Trier/Region. Der historische Schienenbus VT 51 startete erstmals vom Hauptbahnhof zu einer Sonderfahrt Richtung Losheim am See – mit nostalgischem Flair und großem Interesse.

Pünktlich auf die Minute rollte vergangene Woche der Schienenbus „VT 51“ auf Gleis 13 in den Trierer Hauptbahnhof ein, um nach kurzem Aufenthalt zur Premierenfahrt nach Losheim am See aufzubrechen. Veranstalter war der Museumsbahnhof Ahütte in der Eifel in Zusammenarbeit mit „Heinrichsmeyer Eisenbahndienstleistungen“ als Betreiber dieses historischen Schienenbusses aus den 1960er Jahren.

Historisches Fahrzeug mit besonderer Geschichte

Der Inhaber Bernd Heinrichsmeyer fuhr den Schienenbus persönlich und brachte die Fahrgäste der Veranstaltung „Eisenbahntage Eifel“ zuverlässig und pünktlich bis nach Merzig und zurück.

Heinrichsmeyer engagiert sich seit über 30 Jahren für den Erhalt und die touristische Nutzung von Schienenbussen und initiierte in den 90er Jahren einen Touristikverkehr auf der inzwischen längst abgebauten „Hochwaldbahn“ zwischen Trier und Hermeskeil.

Seine Schienenbusse waren später modernisiert bis 2010 sogar noch einmal im täglichen Personenzugverkehr zwischen Deutschland, Tschechien und Polen im Einsatz. Ein dazu nach jahrelanger Abstellung aufgearbeitetes Fahrzeug wurde auf den Namen „VT 51“ getauft und erhielt als Unikat eine deutsch-tschechische Beschriftung inklusive Werbung für ein tschechisches Bier.

Auch wenn der tägliche Personenzugeinsatz inzwischen seit über 15 Jahren Geschichte ist, wird das Fahrzeug weiterhin gepflegt und für Sonderfahrten eingesetzt.

Sonderfahrt mit Umstieg

Ein Ziel der Fahrt war die Museumsbahn in Losheim am See, die derzeit jedoch aufgrund einer Streckensperrung nicht an das Schienennetz angebunden ist.

Um auf dieses Potenzial aufmerksam zu machen, wurde die Sonderfahrt von Trier nach Losheim organisiert. Für den gesperrten Abschnitt zwischen Merzig und Losheim am See erfolgte der Transfer im Schienenersatzverkehr mit einem Reisebus.

Trotz des Umstiegs verlief die gesamte Tour ohne Verspätungen. Auf der Rückfahrt wäre der Schienenbus sogar noch früher in Trier angekommen, wenn nicht eine Regionalbahn vorausgefahren wäre.

Panoramablick und Dampflok in Losheim

Während der Fahrt über die Saarstrecke bot der Schienenbus einen Panoramablick über die Schulter des Fahrers sowie Ausblicke auf Mosel und Saar.

In Losheim erwartete die Reisenden ein besonderes Bild: Der Museumseisenbahnclub Merzig-Losheim hatte eine Dampflok angeheizt und aus dem Schuppen gefahren. Die Ankunft wurde mit dem Pfeifen der Dampflok begleitet.

Nach der Begrüßung folgte eine Mittagsrast in einem historischen Eisenbahnwagen sowie zwei Führungen, die Einblicke in die Geschichte des Wagenbaus und die frühere Postbeförderung per Bahn gaben.

Positive Resonanz und Ausblick

Die Teilnehmenden kehrten zufrieden nach Trier zurück und äußerten den Wunsch nach einer Wiederholung der Fahrt.

Andreas Kurth vom Museumsbahnhof Ahütte betonte das Potenzial solcher Veranstaltungen und möglicher Kooperationen. Auch die Perspektive, künftig wieder direkt bis nach Losheim am See fahren zu können, wurde angesprochen – vorausgesetzt, die Strecke ab Merzig wird wieder freigegeben.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen des Museumsbahnhofs Ahütte und seinem „Fahrplan“ sind unter www.bahnhofsleben.de abrufbar.