

Ein faszinierendes Naturschauspiel ereignete sich am späten Montagabend, dem 19. Januar 2026.
Ab etwa 21:30 Uhr zeigten sich am Nordhimmel zunächst schwache Polarlichter, die mit dem bloßen Auge kaum wahrnehmbar waren und erst durch fotografische Aufnahmen sichtbar wurden.
In Rheinland-Pfalz und dem Saarland blieb dieses Himmelsereignis für viele Menschen jedoch verborgen: dichter, hartnäckiger Nebel machte jegliche Sicht unmöglich. Doch es gab zwei Ausnahmen – kleine Fenster der Klarheit in einer sonst völlig verhüllten Landschaft.
Am Gipfel des Erbeskopfs im Hunsrück, dem höchsten Berg von Rheinland-Pfalz, herrschte überraschend klare Sicht. Neben einem weiteren, sehr schmalen nebelfreien Bereich in der Eifel bei Prüm war dies der einzige Ort, an dem dieses außergewöhnliche Schauspiel live erlebt werden konnte.
Und was sich dort entwickelte, übertraf alle Erwartungen.
Polarlichter entstehen, wenn nach gewaltigen Eruptionen auf der Sonne Wolken aus elektrisch geladenen Teilchen mit hoher Geschwindigkeit auf die Erde treffen. Genau das geschah an diesem Abend: Das amerikanische Weltraumwetter-Vorhersagezentrum Space Weather Prediction Center (SWPC) hatte bereits am Montag eine Warnung der zweithöchsten Stufe G4 vor einem schweren Sonnensturm herausgegeben.
Schon gegen 22:00 Uhr gesellte sich zum intensiven Rot auch ein deutlich sichtbares grünes Polarlicht. Der absolute Höhepunkt folgte jedoch gegen 22:15 Uhr: Plötzlich setzten weiße, wellenartige Strukturen ein, die über den Himmel tanzten. Ein Moment, der selbst erfahrene Hobbyfotografen sprachlos machte. Atemberaubend.
Alle Anwesenden waren sich einig: So etwas hatte man in Deutschland noch nie erlebt. Besonders außergewöhnlich war auch die Dauer – das Schauspiel hielt über eine Stunde lang an.
Dieser Sonnensturm war so stark, dass Polarlichter sogar bis in den Mittelmeerraum sichtbar wurden. Selbst der bereits historische Ausbruch im Mai 2024 wurde deutlich übertroffen. Deutschlandweit gingen tausende Sichtungsmeldungen ein – mit zwei Ausnahmen: Rheinland-Pfalz und das Saarland, wo der Nebel fast überall jede Beobachtung verhinderte.
Doch diejenigen, die in dieser Nacht am Erbeskopf standen, wissen: Dieses Erlebnis wird unvergessen bleiben.
Text: Florian Blaes




