Andrea Fischer

Wald für die nächste Generation

Saarburg/Trassem. Zwischen Saarburg und Trassem entsteht ein neuer Wald – gepflanzt für Generationen, nicht für den Moment. 7.275 junge Bäume sollen hier auf einer ehemaligen Sturmfläche zu einem Mischwald heranwachsen, der ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Nutzung verbindet.
Peter Brosius, Pastor Georg Goeres und Bernhard Pütz vor dem Hordengatter.

Peter Brosius, Pastor Georg Goeres und Bernhard Pütz vor dem Hordengatter.

Bild: Stefan Schneider/Bistum Trier

Ein Wald entsteht nicht für das Heute, sondern für Jahrzehnte und Generationen. Eine erste Durchforstung der Fläche ist erst in etwa 30 Jahren vorgesehen. Dann werden gezielt Bäume entnommen, die schlechter gewachsen sind, um den stärkeren Exemplaren mehr Raum zu geben. Das Holz wird später etwa als Brennmaterial oder in der Holzwerkstoffindustrie genutzt.

Von einer echten Ernte ist jedoch erst in 70 bis 100 Jahren auszugehen – wenn die Bäume ihr volles Wachstum erreicht haben. „Es ist in der Tat eine Investition, die zwar aus dem laufenden Haushalt aufgebracht wird, die aber erst den kommenden Generationen der Kirchengemeinde und der Gemeinschaft zugutekommt“, sagt Georg Goeres. Die Idee zur Aufforstung bestehe schon länger, sei jedoch durch Trockenperioden und die Corona-Pandemie verzögert worden.

Peter Brosius betont den symbolischen Charakter des Projekts: „Mit dieser Anpflanzung macht der Verwaltungsrat deutlich, dass wir nicht nur an uns und an heute denken, sondern an eine gute Zukunft der kommenden Generationen.“ Trotz angespannter Haushaltslage habe man rund 35.000 Euro investiert, um ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu setzen.

Nachhaltigkeit zwischen Ökologie und Wirtschaftlichkeit

Die neue Waldfläche steht auf geschichtsträchtigem Boden. Bis 1990 wuchs hier ein Fichtenbestand, der durch Orkan Wiebke im März desselben Jahres zerstört wurde. Nach der Aufarbeitung des Sturmholzes blieb die Fläche über Jahre ungenutzt. Gemeinsam mit dem Forstamt Saarburg wurde schließlich ein auf zehn Jahre angelegter Forstwirtschaftsplan entwickelt, der sowohl Pflege als auch Nutzung des Waldes regelt.

„Ein Forstwirtschaftsplan ist ein kontinuierlicher Prozess, der nur mit fachlicher Begleitung funktioniert“, erklärt der Verwaltungsrat. Ziel sei eine nachhaltige Bewirtschaftung – ökologisch wie ökonomisch. Deshalb wurden neben Laubbäumen, die später für Möbel oder Parkett geeignet sind, auch 1.500 Douglasien gepflanzt. Sie sollen langfristig als Bauholz dienen und Einnahmen für die Kirchengemeinde sichern.

Doch der Wald verursacht auch Kosten: Wege müssen angelegt, Bäume regelmäßig kontrolliert und Gefahrenstellen abgesichert werden. Ein hölzernes Hordengatter schützt die jungen Pflanzen vor Wildverbiss, da insbesondere Eichen- und Lindenknospen als Delikatesse gelten. Insgesamt besitzt die Gemeinde rund 118 Hektar Fläche, davon sind über 70 Hektar bewaldet.

„Wir profitieren hier von der Arbeit von Generationen, die vor uns hier waren“, sagt Georg Goeres. „Das verpflichtet uns gegenüber unseren Vorfahren – und gegenüber denen, die nach uns kommen.“  Während die Kirche in Jahrhunderten denkt, wächst dieser Wald in Generationen heran.