Robert Syska

Brief an Merz: Landräte fordern mehr Spielraum für Hochwasserschutz

Region. Die Folgen der Flutkatastrophe von 2021 beschäftigen die betroffenen Regionen in der Eifel und im Ahrtal weiterhin. Mit einem gemeinsamen Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz haben sich jetzt die Landrätinnen Cornelia Weigand (Kreis Ahrweiler) und Julia Gieseking (Landkreis Vulkaneifel) sowie der Euskirchener Landrat Markus Ramers für eine Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten des Aufbauhilfefonds ausgesprochen.

Mit einem gemeinsamen Schreiben haben sich Cornelia Weigand , Julia Gieseking  und Markus Ramers nach Berlin gewandt.

Mit einem gemeinsamen Schreiben haben sich Cornelia Weigand , Julia Gieseking und Markus Ramers nach Berlin gewandt.

Bild: Kreis Euskirchen

Ihr Anliegen: Die vorhandenen Mittel sollen künftig nicht nur für den Wiederaufbau einzelner beschädigter Gebäude und Anlagen genutzt werden können, sondern auch für objektübergreifende und überörtlich wirkende Hochwasserschutzmaßnahmen. Unter dem Leitgedanken „Fluten kennen keine Grenzen“ werben die Verwaltungschefs für eine Hochwasservorsorge, die sich an gesamten Gewässersystemen orientiert und nicht an kommunalen Grenzen endet.

Aus Sicht der drei Kreise reichen die bisherigen Fördermöglichkeiten nicht aus, um Menschen und Infrastruktur dauerhaft vor künftigen Starkregen- und Hochwasserereignissen zu schützen. Erforderlich seien unter anderem Rückhaltebecken, Dämme und Hochwasserschutzwände, die oftmals mehrere Kommunen oder sogar ganze Regionen betreffen. Besonders geschützt werden müssten nach ihrer Auffassung Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Senioreneinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie Strom- und Kommunikationsnetze. Nach Angaben der Landräte stehen allein für überörtliche Rückhaltemaßnahmen im Kreis Euskirchen Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe im Raum. Im Kreis Ahrweiler werden vergleichbare Projekte auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt. Diese Summen könnten die Regionen nicht allein aufbringen.

Zusätzliche Mittel fordern Weigand, Gieseking und Ramers ausdrücklich nicht. Sie plädieren vielmehr dafür, die bereits vorhandenen Gelder flexibler einzusetzen. Nur so lasse sich der Wiederaufbau langfristig sichern und der Schutz der Bevölkerung nachhaltig verbessern.