Nikolas Leube

Landrätin schlägt Alarm: Sparkurs des Bundes bedroht Krankenhaus Daun

Daun. Der Landkreis sieht die Gesundheitsversorgung in Gefahr. Auslöser sind geplante Sparmaßnahmen des Bundes, die das Maria Hilf Krankenhaus hart treffen könnten.
Landrätin Julia Gieseking und Oliver Zimmer, Geschäftsführer des Maria Hilf Krankenhauses Daun, tauschen sich regelmäßig über die medizinische Versorgung und die aktuellen Herausforderungen für den Krankenhausstandort aus.

Landrätin Julia Gieseking und Oliver Zimmer, Geschäftsführer des Maria Hilf Krankenhauses Daun, tauschen sich regelmäßig über die medizinische Versorgung und die aktuellen Herausforderungen für den Krankenhausstandort aus.

Bild: Krankenhaus Maria Hilf GmbH

Dem Maria Hilf Krankenhaus Daun könnten nach Angaben des Landkreises künftig jährlich rund vier Millionen Euro fehlen. Grund seien die geplanten Sparmaßnahmen des Bundes im Gesundheitswesen. Landrätin Julia Gieseking befürchtet, dass die medizinische Versorgung in der Region dadurch gefährdet werden könnte.

Auslöser ist das geplante Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung, das sogenannte GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Nach Angaben des Krankenhauses würden die vorgesehenen Regelungen zu jährlichen Mindereinnahmen von rund vier Millionen Euro führen. Diese Belastung sei nicht zu kompensieren und könne erhebliche Auswirkungen auf das Leistungsangebot haben. "Die Umsetzung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, wie es derzeit geplant ist, würde dem gut aufgestellten Maria Hilf Krankenhaus Daun den Boden unter den Füßen wegziehen", sagt Gieseking.

Zugleich betont die Landrätin die Bedeutung einer wohnortnahen Versorgung: "Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass sie im Notfall wohnortnah medizinisch versorgt werden. Brechen diese Angebote weg, schwindet auch das Vertrauen in den Staat. Das darf nicht passieren."

Wichtiger Versorger für die Region

Das Maria Hilf Krankenhaus Daun zählt nach Angaben des Landkreises zu den wichtigsten medizinischen Einrichtungen der Vulkaneifel. Mehr als 600 Beschäftigte versorgen dort jährlich rund 10.000 stationäre Patientinnen und Patienten sowie nahezu 100.000 ambulante Fälle. Als Sicherstellungskrankenhaus des Landes Rheinland-Pfalz übernimmt die Klinik zudem Versorgungsaufgaben über die Kreisgrenzen hinaus.

Besonders kritisch sieht Gieseking, dass die geplanten Einsparungen während der laufenden Krankenhausreform erfolgen sollen. Während die Krankenhäuser noch auf die Zuweisung ihrer künftigen Leistungsgruppen warteten, entstehe zusätzliche Unsicherheit. Statt Planungssicherheit drohe ein schleichender Abbau der Krankenhausstrukturen.

Landkreis fordert Nachbesserungen

Nach Einschätzung des Landkreises hätten die Sparmaßnahmen weitreichende Folgen. Längere Wege für Patientinnen und Patienten, eine stärkere Belastung anderer Einrichtungen sowie weitere Engpässe in der stationären und ambulanten Versorgung seien mögliche Konsequenzen. Zudem könnten zusätzliche finanzielle Belastungen auf die Kommunen zukommen.

Der Landkreis verweist auf sein eigenes Engagement für die Gesundheitsversorgung, etwa mit einer Gesundheitsmanagerin, Medizinstipendien und Projekten zur Fachkräftesicherung.

Gieseking fordert den Bund auf, das Gesetz in der jetzigen Form nicht umzusetzen. Gleichzeitig müsse das Land Rheinland-Pfalz stärker in die Krankenhausstandorte investieren, damit die wohnortnahe medizinische Versorgung langfristig gesichert werden könne.