

Fast fünf Jahre lang war es still geworden um eines der bekanntesten Krimifestivals Deutschlands. Im kommenden Frühjahr soll sich das ändern: „Tatort Eifel« kehrt vom 19. bis 25. April nach Daun zurück.
Was Festivalleiter Heinz-Peter Hoffmann und der Krimiautor Jacques Berndorf im Jahr 2002 als regionales Experiment starteten, wuchs über elf Ausgaben zu einem festen Termin im Kalender der deutschen Film- und Fernsehbranche.
Die Vulkaneifel, durch Berndorfs Romane längst zur literarischen Heimat des deutschen Krimis geworden, zog Jahr für Jahr Tausende Besucher an – und mit ihnen Größen wie Hannelore Elsner, Jan Josef Liefers, Axel Prahl, Senta Berger oder Bestseller-Autor Sebastian Fitzek.
Was das Festival dabei von ähnlichen Veranstaltungen abhob: Es bediente zwei Zielgruppen gleichzeitig. Krimibegeisterte aus dem ganzen Land trafen auf Branchenvertreter aus Film und Fernsehen.
Dennoch: Nach elf Ausgaben war vorerst Schluss. Im September 2022 war klar, dass das Festival in seiner ursprünglichen Form keine Zukunft hat. Steigende Kosten und veränderte rechtliche Anforderungen machten eine neue Struktur notwendig – und die steht nun fest. Landrätin Julia Gieseking, die die schwierigen Verhandlungen der vergangenen Jahre begleitet hat, zeigt sich erleichtert: »Die Pause war notwendig, weil die rechtlichen Rahmenbedingungen, denen ein Landkreis unterliegt, die Durchführung eines Festivals dieser Größenordnung in der bisherigen Struktur nicht mehr zuließen. Umso mehr bin ich froh, dass wir gemeinsam eine tragfähige und zukunftssichere Lösung gefunden haben.« Der Landkreis Vulkaneifel unterstützt den Neustart mit einem jährlichen Beitrag von 100.000 Euro.
Den Neustart trägt die GesundLand Vulkaneifel GmbH – als Tourismusorganisation seit Jahren fest in der Region verankert und mit dem Netzwerk, das ein solches Vorhaben braucht. Thomas Scheppe, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun und Aufsichtsratsvorsitzender der GmbH, sieht die neue Trägerschaft als entscheidenden Schritt: „Mit der GesundLand Vulkaneifel GmbH haben wir eine Trägerin gefunden, die das Festival professionell und nachhaltig aufstellen kann – und die weiß, wie man Menschen in der Vulkaneifel erreicht.« Geschäftsführerin Vera Esch verantwortet die Veranstaltung, Konzept und Umsetzung übernimmt die Agentur inMEDIA aus Oppenheim.
Für inhaltliche Kontinuität sorgen zwei vertraute Namen. Julia Röskau, die das Fachprogramm bereits bei früheren Ausgaben des Festivals gestaltete, übernimmt diese Aufgabe erneut. Das öffentliche Programm liegt in den Händen von Martin Geisen – Schauspieler, Eifelkind und damit jemand, der die Region und ihr Publikum kennt.
Inhaltlich knüpft „Tatort Eifel« an das an, was es groß gemacht hat. Filmpremieren, Kooperationen mit Sendeanstalten und der beliebte Kurzfilmwettbewerb kehren zurück. Auch der Jugendpreis, der jungen Menschen den Einstieg in die Krimiwelt ermöglicht, wird neu aufgelegt.
Gleichzeitig setzt das neue Team einen eigenen Akzent. Vera Esch formuliert ihn so: Das Festival soll nicht nur in der Vulkaneifel stattfinden – es soll von hier kommen. Stärker als bisher soll „Tatort Eifel« in der Region verwurzelt sein, mit ihr wachsen und aus ihr heraus entstehen.
Weitere Informationen und aktuelle Neuigkeiten gibt es unter www.tatort-eifel.de



