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Lydia Schumacher

Hotel soll Unterkunft werden

Kreis will im 90-Seelen-Ort bis zu 60 Geflüchtete unterbringen. Die Einwohner fühlen sich "überfahren".
Hier im Haus Huschens sollen bereits im Februar bis zu 60 Geflüchtete leben.

Hier im Haus Huschens sollen bereits im Februar bis zu 60 Geflüchtete leben.

Bild: Privat

Michelbach. Im November des vergangenen Jahres habe Landrätin Julia Gieseking ihr gesagt, dass es sein könne, dass das Hotel Huschens, das seit der Flutkatastrophe leersteht, zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert werde, sagt Ortsvorsteherin Elsbeth Mandok dem WochenSpiegel. »Kurze Zeit später hat sie mir gesagt, ich könne das Thema wieder vergessen, das sei vom Tisch.« Deshalb habe sie die Einwohner damals nicht gleich informiert. Am Dienstag, 9. Januar, sei dann ein »informelles« Schreiben bei ihr angekommen. Das Blatt Papier ohne Briefkopf, Datum oder Unterschrift, stammt laut der Druckbuchstaben von »Julia Gieseking, Landrätin«, und einem Vertreter des Betreibers. Dort steht, in dem Hotel »entsteht eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerberinnen/Flüchtlinge«. Zudem werden die Bürger - auch völlig informell - eingeladen zu einer Info-Veranstaltung am Donnerstag, 25. Januar, um 17 Uhr in dem Gebäude. Mündlich habe die Landrätin ihr mitgeteilt., im Februar zwischen 40 und 60 Menschen dort untergebracht werden sollen, so Mandok. Sie sagt, irgendwo müsse der Kreis die Menschen unterbringen. Nur die Anzahl sei zu groß für den kleinen Ort.

Die Einwohner in Michelbach haben sich jetzt an die Presse gewandt. Sie sagen, sie fühlten sich »überfahren«, weil niemand sie vorab informiert habe. Und manche seien beunruhigt, weil es »so viele« seien. Einer der direkten Nachbarn des Hotels fragt sich, was die Leute den ganzen Tag machen sollen, in diesem Ort ohne jede Infrastruktur, in dem nur drei Mal am Tag ein Bus fährt.

Sie haben einen Fragenkatalog an die Landrätin geschickt, den sie bis Freitag, 19. Januar, beantworten soll. Dann wollen sie sich alle um 18 Uhr im Bürgerhaus treffen, um das Thema zu erörtern.

*Nach der Veröffentlichung hat sich die Kreisverwaltung zu dem Thema geäußert. Siehe: https://www.wochenspiegellive.de/kreis-vulkaneifel/artikel/update-hotel-soll-unterkunft-werden

 


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