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Als der Kanzler kam: Der Merz-Auftritt in der Europahalle

Trier. Der Besuch des Bundeskanzlers in Trier ist ein seltenes Ereignis – entsprechend hoch waren Sicherheitsvorkehrungen und organisatorischer Aufwand in der Europahalle Trier. Friedrich Merz sprach vor mehreren hundert Gästen und setzte dabei klare politische Akzente.

Friedrich Merz zu Gast in Trier – Kanzlerbesuch im Zeichen der Landtagswahl.

Friedrich Merz zu Gast in Trier – Kanzlerbesuch im Zeichen der Landtagswahl.

Bild: Julia Borsch

Anlass seines Auftritts war der politische Aschermittwoch der CDU, der in diesem Jahr ganz im Zeichen der bevorstehenden Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März stand. Die Veranstaltung und eine angemeldete Gegendemonstration wurden von einem großen Polizeiaufgebot begleitet.

Eine kleine Chronologie:


16.05 Uhr:
Einlass der Pressevertreterinnen und -vertreter. Sicherheitskontrollen sind hier obligatorisch. Einmal das Objektiv ausfahren, auslösen, die Taschen öffnen.
16.57 Uhr: Gordon Schnieder, Spitzenkandidat der rheinland-pfälzischen CDU, betritt die Europahalle. Im Bereich für geladene Gäste begrüßt er zahlreiche Anwesende per Handschlag.
17.47 Uhr: Franziska Lang, Landtagskandidatin der CDU für Trier, eröffnet die Veranstaltung – 17 Minuten nach dem angekündigten Beginn.
Die genaue Ankunftszeit des Kanzlers wurde aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben. Ein Interview im Anschluss? Ist nicht vorgesehen. Der Kanzler werde nach seinem Auftritt unmittelbar abreisen, teilt man uns mit.
18.04 Uhr: Franziska Lang setzt die Begrüßung der Ehrengäste fort und weist zum Abschluss darauf hin, dass die Vielzahl der Genannten den zeitlichen Rahmen erweitere. Zu diesem Zeitpunkt ist der Kanzler noch nicht im Saal eingetroffen.
Von der angekündigten Gegendemonstration mit rund 200 Teilnehmenden vor der Europahalle Trier ist im Veranstaltungsraum nichts zu hören oder zu sehen.
18.16 Uhr: Anhaltender Applaus im Saal, zahlreiche Gäste erheben sich von ihren Plätzen. Der Kanzler betritt durch eine Seitentür die Halle, begleitet von Sicherheitskräften. Im Pressebereich entsteht Bewegung; das Fotografieren gestaltet sich aufgrund der Sicherheitsbegleitung als »Glücksspiel«.
18.21 Uhr: Gordon Schnieder beginnt seine Rede. Schnell wird deutlich: Es geht nicht nur um den Kanzlerbesuch, sondern um Wahlkampf. Auch vor dem Hintergrund, dass die CDU seit 1991 nicht mehr stärkste Kraft im rheinland-pfälzischen Landtag ist.
18.42 Uhr: Friedrich Merz betritt die Bühne. Gleich zu Beginn erzählt er in einer persönlichen Anekdote, dass er während seiner Grundausbildung in Kusel stationiert gewesen sei und seine Frau aus dem Saarland stamme. Amüsiertes Raunen und vereinzeltes Lachen im Saal. Nach etwa 40 Minuten beendet der Kanzler seine Rede. Es kommt erneut Bewegung in den Pressebereich. Die Akteurinnen und Akteure positionieren sich auf der Bühne für ein Gruppenbild – ein Erinnerungsfoto. Ein Besuch des Bundeskanzlers bleibt schließlich auch in Trier kein alltägliches Ereignis.

Text: Julia Borsch


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