Nico Lautwein

Ausstellung in Trier zeigt: Hexenverfolgung ist bis heute Realität 

Trier. Hexenverfolgung ist kein Relikt der Vergangenheit. Eine Ausstellung in der Jesuitenkirche informiert ab dem 10. August über das weltweite Problem. Zu Gast ist auch Ordensschwester Lorena Jenal, die in Papua-Neuguinea bedrohte Frauen schützt.

 

Im Rahmen der Ausstellung kommt die Schweizer Ordensschwester Lorena Jenal (rechts) nach Trier.

Im Rahmen der Ausstellung kommt die Schweizer Ordensschwester Lorena Jenal (rechts) nach Trier.

Bild: missio Aachen

Hexenverfolgung wird oft mit dem Mittelalter verbunden – doch sie ist bis heute Realität. Darauf macht die Ausstellung „Gegen Hexenverfolgung“ aufmerksam, die ab Montag, 10. August, dem Internationalen Tag gegen Hexenwahn, in der Trierer Jesuitenkirche zu sehen ist. Veranstaltet wird sie von der Diözesanstelle Weltkirche und dem katholischen Hilfswerk missio.

Gewalt gegen Frauen, Kinder und ältere Menschen

Die Ausstellung zeigt, dass Menschen in zahlreichen Ländern noch immer als vermeintliche Hexen verfolgt werden. Nach Angaben von missio ist Hexenglaube und Hexenverfolgung in 46 Ländern dokumentiert – vor allem in Afrika, aber auch in Teilen Südamerikas und Asiens. Besonders betroffen sind Frauen, Kinder und ältere Menschen. Ihnen drohen Ausgrenzung, Folter und sogar der Tod.

Ordensschwester berichtet aus Papua-Neuguinea

Im Rahmen der Ausstellung kommt Ordensschwester Lorena Jenal nach Trier. Die Schweizerin setzt sich seit rund 40 Jahren in Papua-Neuguinea für Opfer von Hexenverfolgung ein und hat nach Angaben von missio bereits 352 Frauen vor dem Foltertod gerettet.

Interessierte Frauen können ihr bereits am Samstag, 8. August, um 17 Uhr bei der Frauen-Mitgehbank begegnen. Treffpunkt ist das Grab des Jesuiten Friedrich Spee in der Jesuitenkirche. Spee gilt als einer der bekanntesten Kritiker der Hexenprozesse im 17. Jahrhundert.

Ausstellungseröffnung am Sonntag

Die offizielle Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 9. August, um 15 Uhr auf dem Hof der Jesuitenkirche statt. Weitere Informationen zum Thema bietet das katholische Hilfswerk missio auf seiner Internetseite.