Nico Lautwein

DGB kritisiert Reformpläne des Bundes: Sorgen um Arbeitsmarkt in der Region Trier

Trier. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Region Saar-Trier kritisiert die jüngsten Beschlüsse des Koalitionsausschusses. Vor allem längere Befristungen und Rentenpläne stoßen auf Widerstand.

 

Symbolfoto

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Bild: Pixabay

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Region Saar-Trier äußert deutliche Kritik an den jüngsten Vorschlägen des Koalitionsausschusses der Bundesregierung. Nach Einschätzung des DGB könnten die geplanten Reformen erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in der Region Trier haben.

Betroffen seien insbesondere die Stadt Trier sowie die Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel und der Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Kritik an längeren Befristungen

Besonders kritisch bewertet der DGB die geplante Ausweitung der sachgrundlosen Befristung auf bis zu 48 Monate mit mehrfacher Verlängerungsmöglichkeit. Nach Auffassung der Gewerkschaft könnte dies vor allem den Dienstleistungs- und Tourismussektor in der Region treffen.

Fabienne Wolfanger, Geschäftsführerin des DGB Region Saar-Trier, betont, Tarifbindung und gewerkschaftliche Organisation würden für Beschäftigte dadurch noch wichtiger. Gleichzeitig kündigt sie an, der DGB werde sich weiterhin für Arbeitnehmerrechte, den Sozialstaat und die Rente einsetzen.

Sorge um Renten- und Arbeitnehmerrechte

Auch die geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren sieht der DGB kritisch. Gerade Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen könnten davon betroffen sein.

Darüber hinaus warnt die Gewerkschaft vor möglichen Folgen des geplanten Bürokratieabbaus. Weniger Berichts- und Dokumentationspflichten könnten nach Ansicht des DGB zu geringeren Kontrollen und damit zu einer Schwächung von Arbeitnehmerrechten führen.

Positiv bewertet der DGB hingegen die angekündigten steuerlichen Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen sowie Familien. Auch die geplante Wohnungsbaugesellschaft für bezahlbaren Wohnraum wird als sinnvoller Schritt gegen die Wohnungsnot angesehen.

Arbeitsmarkt in der Region

Nach Angaben des DGB waren im Dezember 2025 im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier 13.214 Menschen arbeitslos gemeldet – rund zwei Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent. Im Landkreis Trier-Saarburg waren 2.688 Menschen arbeitslos gemeldet.

Gleichzeitig suchten Unternehmen weiterhin Personal. Im Dezember wurden laut DGB 792 neue Stellen gemeldet – 189 mehr als im Vorjahresmonat.

Der DGB fordert die Bundesregierung auf, die geplanten Reformen nicht zulasten der Arbeitnehmerrechte umzusetzen und den Fokus stärker auf gute Arbeitsbedingungen und soziale Sicherung zu legen.