Claudia Neumann

Eigene KI-Power statt Cloud: Neuer Superrechner stärkt Forschung in Trier

Trier. Hochschule Trier schafft  leistungsstarke Infrastruktur für sichere KI-Anwendungen, praxisnahe Lehre und Kooperationen mit Unternehmen aus der Region.
Ralf Becker (Rechenzentrum Hochschule Trier) und Prof. Dr. Georg Rock (Fachbereich Informatik, Hochschule Trier)

Ralf Becker (Rechenzentrum Hochschule Trier) und Prof. Dr. Georg Rock (Fachbereich Informatik, Hochschule Trier)

Bild: Hochschule Trier

Der Fachbereich Informatik der Hochschule Trier hat seine Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) erweitert. Ein neuer Hochleistungsrechner mit vier NVIDIA-H200-Grafikkarten ermöglicht es, komplexe KI-Modelle direkt am Standort Trier zu entwickeln, zu trainieren und einzusetzen. Mit einer Rechenleistung von rund 240 TeraFLOPS sowie insgesamt über 700 Gigabyte CPU-Speicher können auch sehr große KI-Modelle lokal betrieben werden, die sonst häufig nur in großen Rechenzentren verfügbar sind.

Vorteile für Forschung und Unternehmen

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Anlage ist ihre direkte Verfügbarkeit. Forschungsvorhaben können ohne lange Wartezeiten oder Antragsverfahren umgesetzt werden. Zudem verbleiben sämtliche Daten innerhalb der hochschuleigenen IT-Infrastruktur und werden nicht über externe Cloud-Dienste verarbeitet. Das sei insbesondere für Unternehmen mit sensiblen Daten ein wichtiger Aspekt, erklärt Prof. Dr. Georg Rock, Projektleiter und Prodekan des Fachbereichs Informatik.

Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der vorausschauenden Wartung von Maschinen über Prognosen zum Kundenverhalten bis zur Analyse medizinischer Bilddaten. Erste Projekte und Abschlussarbeiten entstehen bereits gemeinsam mit regionalen Unternehmen, darunter die werwie GmbH und die Bob Design GmbH.

Praxisnahe Ausbildung im Zukunftsfeld KI

Auch in der Lehre soll der Hochleistungsrechner eine wichtige Rolle spielen. Studierende können KI-Anwendungen nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern eigene Modelle trainieren und komplexe Systeme praktisch einsetzen. Dadurch sammeln sie frühzeitig Erfahrungen im Umgang mit modernen KI-Technologien. „Unsere Studierenden erleben Künstliche Intelligenz nicht nur theoretisch, sondern wenden sie selbst praktisch an. Mit der neuen Infrastruktur schaffen wir dafür hervorragende Bedingungen in einem der wichtigsten Zukunftsfelder“, sagt Prof. Dr. Heinz Schmitz, Dekan des Fachbereichs Informatik.

Mit der Investition stärkt die Hochschule Trier ihre Position in der angewandten KI-Forschung und schafft zugleich bessere Voraussetzungen für Studierende, Forschende und Kooperationspartner aus der Region.

Weitere Informationen zum KI-Labor und zum Bereich Hochleistungsrechnen gibt es unter: https://www.hochschule-trier.de/informatik/forschung/einzelaktivitaeten/laborverzeichnis/kuenstliche-intelligenz-und-hochleistungsrechnen