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Claudia Neumann

Kindern und Jugendlichen schon früh Lust auf Kunst und Kultur machen

Trier. Theater Trier stellt Programm des Jungen Theaters vor

Anfang der Woche wurde das Programm der Kulturvermittlung des Theaters Trier vorgestellt. Neben des Ausbaus der Tanzpädagogik wird mit Musikpädagogin Lucia Pedretti auch die dritte Sparte des Hauses in Zukunft abgedeckt. Hinzu kommen vielseitige mobile Produktionen für Schulen, die den Puls der Zeit für Diskussionen in der Klasse aufbereiten, sowie neue Konzertformate für die ganze Familie. Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer und die mobile Produktion Lost & Found werden im September wieder aufgenommen.

Angebote werden weiter ausgebaut

"Kulturelle Bildung ist keine Kleinigkeit." In seinem Grußwort fasste Markus Nöhl, Kulturdezernent der Stadt Trier, die Pressekonferenz zum Programm der Kulturvermittlung des Theaters treffend zusammen. Das Angebot der Produktionen und begleitenden pädagogischen Formaten wird in der Spielzeit 2024/25 weiter ausgebaut. Am Montag wurde das Spielzeitheft für Junges Theater und Kulturvermittlung in einem Pressegespräch von Intendant Lajos Wenzel und dem Team der Kulturvermittlung sowie Chordirektor Martin Folz vorgestellt.

"Wenn wir Kinder und Jugendliche als Publikum von morgen ernst nehmen wollen, dann müssen wir heute das entsprechende Angebot anbieten," sagte der für das junge Theater zuständige Intendant Lajos Wenzel. "Dass wir das in der vorangegangenen Spielzeit sehr erfolgreich getan haben, zeigen einerseits die Auslastungszahlen der Familienkonzerte oder der Familienoper Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, die wir im September wegen hoher Nachfrage wieder aufnehmen, andererseits aber auch die Nachfragen aus den Schulen und die Diskussionen nach den Stücken zwischen Schülerinnen und Schülern und unserem Ensemble." Ausruhen wolle man sich darauf aber nicht, so Wenzel: "Die erfolgreiche Arbeit wollen wir in Zukunft noch intensivieren."

Spannenden Abenteuer in der Welt der Musik

Ab der kommenden Spielzeit wird mit Musikpädagogin Lucia Pedretti die letzte noch fehlende Sparte des Hauses pädagogisch betreut. Die Römerin arbeitete zunächst als Musikwissenschaftlerin und Pianistin, bevor sie in Madrid Musikpädagogik und -therapie studierte. Besonders ihre Expertise in Zusammenarbeit mit Kindern, die in Erstkontakt mit der musikalischen Welt treten, bringt Pedretti ebenso in das Team mit ein wie zehn Jahre Berufserfahrung in Trier. "Ich möchte Kinder und Jugendliche bei spannenden Abenteuern in der Welt der Musik begleiten, wo sie sich kreativ entfalten und dazu lernen können, die anderen richtig wahrzunehmen", sagt Pedretti. So ergänzen sich die erweiterte Kulturvermittlung mit neuen Konzertformaten.

Neue Konzertformate für Kinder

Neben den beliebten Familienkonzerten, die Wouter Padberg auch in der nächsten Spielzeit mit gewohnt frischen und außergewöhnlichen Ideen anbieten wird, wird es weitere Konzertformate geben. Die Kinderkonzerte Im Wunderland der Klänge nehmen Kinder ab 3 Jahren im Kasino am Kornmarkt mit auf eine Reise von Ton zu Ton, von Melodie zu Melodie und das immer Auge in Auge mit den Solisten des Orchesters. Das Format wird auch für Kindergärten angeboten. Für Kinder ab 8 Jahren werden zwei ganz besondere Konzerte gespielt: Ende Oktober das Halloween-Konzert Von Hexen und Zauberern und im März 2025 das Karnevalskonzert Helau, Maju und Halaudi. Bei beiden Konzerten sind kreative Kostüme natürlich ausdrücklich erwünscht. Denn für die Stimmung ist neben dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier und den zahlreichen Hits auch das Publikum da. Mit Peter und der Wolf bringt Kapellmeister Wouter Padberg den beliebten Klassiker Sergeij Prokofjews im Grundschulkonzert zurück auf die große Bühne.

Mehr Raum für Tanzpädagogik

Weiter ausgebaut wird zudem die Tanzpädagogik. Erst in der vergangenen Spielzeit hinzugekommen, ist die Begeisterung für die Angebote Marco Barbieris bereits sehr groß: Projektklassen für die drei Ballettproduktionen der Spielzeit, Workshops für Schülerinnen und Schüler oder Pädagoginnen sowie Tanz for Future für Klassen der weiterführenden Schulen. Darin werden eigene Choreografien entwickelt und am Ende in einer kleinen internen Präsentation gezeigt. Mit Crush auf dich wird erstmals auch eine mobile Tanzproduktion angeboten, in der die universale Sprache des Tanzes Anstoß gibt, über sich selbst, die eigene und die Zukunft überhaupt nachzudenken.

Fake News und Verschwörungstheorien

Es wird aber nicht nur in die Zukunft geschaut, auch Kompetenzen zur Beschäftigung mit der unmittelbaren Gegenwart spielen eine große Rolle im Angebot der Theaterpädagogik. Mit einem Medienkompetenz-Workshop in Zusammenarbeit mit der medienpädagogischen Jugendarbeit Nordwerk widmet sich das Theater dem breiten Themenfeld Fake News und Verschwörungstheorien. Ausgehend vom Thriller Big Mother, der im Oktober Premiere feiert, werden für Oberstufenkurse und Klassen anhand von Alltagsbeispielen aus Social Media-Plattformen Wege zur Erkennung von Manipulationen gezeigt. Im mobilen Ein-Personen-Stück Finsternis hingegen, das für Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren an die Schulen geht, spielt Thomas Jansen einen Journalisten, der das Elend der auf Lampedusa ankommenden Geflüchteten beobachtet und mit seiner eigenen Geschichte konfrontiert wird. Ein politisch relevanter und aktueller Stoff, der zum Denken und Diskutieren anregt. Das bilinguale Stück Lost & Found für die Grundschule wird gleich zu Beginn der neuen Spielzeit im September wiederaufgenommen.

Kulturvermittlung mit Leidenschaft und großem Erfolg

Glücklich mit der vielseitigen Arbeit der Kulturvermittlung zeigte sich Kulturdezernent Markus Nöhl in seinem Grußwort. Er hob die Bedeutung der kulturellen Bildung für Heranwachsende hervor. "Kultur ist immens wichtig für unser Zusammenleben. Das zeigt das Theater mit seinen verschiedenen Produktionen immer wieder aufs Neue. Umso wichtiger ist es, jungen Menschen früh Lust auf Kunst und Kultur zu machen, ohne die gesellschaftliche Relevanz zu vergessen." Dieser Aufgabe nehme sich das Team der Kulturvermittlung mit Leidenschaft und großem Erfolg an. "Ich bin sehr froh darüber, dass diesem wichtigen Bereich im Theater großer Raum eingeräumt wird, denn je früher Kinder und Jugendliche an Kultur herangeführt werden, desto offener wird sich ihr Umgang in Zukunft gestalten."

Weiterhin werden natürlich die beliebten wie erfolgreichen Angebote weitergeführt. Chordirektor Martin Folz geht mit dem stetig wachsenden Vor-, Kinder- und Jugendchor bereits in die neunte Spielzeit und hat mit Die Kinder des Monsieur Mathieu und der Stückentwicklung Kinderkreuzzug 1939, basierend auf der Ballade von Bertolt Brecht, zwei besondere Projekte in der kommenden Spielzeit an. Ebenso wird Theaterpädagogin Lisenka Sedlacek mit ihrem Kids- und Jugendclub junge Menschen ans Theaterspiel heranführen und darüber Persönlichkeit und Zusammenarbeit fördern. Auch die Herbst- und Osterferien und weitere Workshops werden angeboten.

Spielzeitheft


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