Nico Lautwein

Starke Aufholjagd reicht nicht: Gladiators Trier unterliegen Heidelberg 

Trier. Die Moselstädter verlieren ihr Heimspiel in der ausverkauften Arena knapp gegen die Academics aus Heidelberg. Am Ende steht eine 69:71-Niederlage vor 5.400 Zuschauern.

Urald King mit der Nummer 20 bei den Moselstädtern mit dem Dreierversuch.

Urald King mit der Nummer 20 bei den Moselstädtern mit dem Dreierversuch.

Bild: Simon Engelbert

Bester Trierer Werfer war Marten Linßen mit 12 Punkten, Maik Zirbes erzielt neun Zähler und sichert dazu 12 Rebounds. Nächstes Auswärtsspiel am kommenden Sonntag, 15. März, in Braunschweig.

Heidelberg erwischt den besseren Start

Mit ihrer gewohnten Starting Five aus Steven Ashworth, Jordan Roland, Nolan Adekunle, Urald King und Marten Linßen begingen die Gladiators den 23. Spieltag der BBL gegen die Academics Heidelberg am Montagabend. Die ersten Punkte der Partie sicherten sich die Gäste vom Neckar durch Michael Weathers, der sofort nach dem Sprungball den ersten Korbleger versenkte. Insgesamt erwischte Heidelberg den besseren Start und führte früh durch weitere schnelle Punkte – 2:7 (2. Spielminute). Während die Academics mit viel offensivem Tempo aus der Kabine kamen, hatten die Gladiatoren zu Spielbeginn Probleme in ihren Rhythmus zu kommen. Die Heidelberger Defense ließ kaum Trierer Tempo und Ballbewegung zu, zwang die Gladiatoren so immer häufiger zu schweren Abschlüssen und hielt den Vorprung weiter bei (6:13, 4.). Auf Trierer Seite wollten selbst gut herausgespielte Würfe nicht fallen und so setzten sich die Gäste bis zum Ende der ersten zehn Minuten weiter ab, bevor es mit 14:23 in die erste Viertelpause ging.

Trier kämpft sich zwischenzeitlich zurück

Auch zu Beginn des zweiten Viertels blieb die Physis in der Heidelberger Defensive hoch und provozierte weitere Ballverluste und Notwürfe der Römerstädter. Wie schon im ersten Viertel fanden die Trierer jedoch eine gute Alternative durch ihr Inside-Spiel, wo sowohl Marten Linßen, als auch Maik Zirbes stark mit dem Rücken zum Korb agierten und ihr Team so im Spiel hielten. Erst verkürzte Linßen den Rückstand per Dunk auf 20:25 (12.), bevor Zirbes die Moselaner nur eine Minute später auf 28:27 stellte und damit die erste Trierer Führung des Spiels besorgte. Diese hielt jedoch nicht lange an und die Heidelberger fanden erneut ihr Glück in der Transition nach konsequenter Defense. In den letzten Momenten der ersten Halbzeit war die Trierer Defensive dann zu oft einen Schritt zu spät am Gegenspieler, wovon vor allem Ryan Mikesell mit zwei freien Dreiern profitierte. So wuchs die Heidelberger Führung erneut an und mit 36:45 ging es für beide Teams nach 20 gespielten Minuten in die Katakomben.

Dritter Abschnitt bringt Vorentscheidung

Nachdem die Gladiatoren in der ersten Halbzeit noch keinen einzigen ihrer neun Dreierversuche versenken konnten, war es Steven Ashworth, der den Bann erstmals brach und mit einem getroffenen Distanzwurf verkürzte (39:45, 22.). Doch auch dieser Treffer sollte vorerst der einzige auf dem Statistikbogen bleiben und nach weiteren Fehlwürfen verlagerte sich der Trierer Offensivfokus wieder klar auf das Inside-Spiel. Immer wieder sorgten die Trierer Big Men mit dem Rücken zum Korb oder mit Offensivrebounds nach Fehlwürfen für Punkte und ließen die immer noch sehr schnell spielenden Heidelberger so nicht davonziehen. Auch auf Heidelberger Seite ging die Trefferquote nun etwas nach unten, zum Viertelende gelang es aber erneut die Trierer Aufbauspieler massiv unter Druck zu setzen und den Flow der Gladiatoren zu stoppen. Während die Hausherren weiter auf ihr Wurfglück warteten – man stand bei einem Treffer von 16 Dreierversuchen – nutzten die Heidelberger erneut ihre gut sortierte Defense und darauffolgend schnelles Umschaltspiel für einfache Punkte. Bis zum Ende der dritten zehn Minuten war die Führung der Gäste auf 49:61 gewachsen.

Spannende Schlussphase in der SWT Arena

Der Start in den Schlussabschnitt verlief ähnlich schleppend für die Trierer Offensive und die Heidelberger machten da weiter, wo sie zum Ende des dritten Viertels aufgehört hatten. Man ließ die Gladiatoren kein Tempo aufbauen und drückte selber weiterhin auf das Gaspedal in der Transition. Nun stand aber auch die Trierer Defensive deutlich stabiler und der Weg zum Korb war den Heidelberger Guards ein ums andere Mal versperrt. Auch die darauffolgenden Kick-Out-Pässe auf die außen wartenden Schützen führten jetzt nicht mehr zum Erfolg und die Gladiatoren witterten ihre Chance, trotz miserabler Wurfquoten, noch einmal in die Partie zu finden. Mit einer beherzten Defensivleistung und zahlreichen erarbeiteten Offensivrebounds ließen die Moselaner den Vorsprung der Academics langsam schmelzen und spätestens als Urald King zweieinhalb Minuten vor Schluss den zweiten Trierer Dreier der Partie traf und auf 65:71 verkürzte war die Hoffnung in die SWT Arena zurückkehrt. Mit einem Korbleger aus dem Pick and Roll durch Clayton Guillozet und einem Nahdistanzwurf von Maik Zirbes brachten sich die Gladiatoren dann 30 Sekunden vor Schluss in Schlagdistanz. Dank einer erfolgreichen Defense kommen die Trierer noch einmal in eine gute Position, bis ein Ballverlust fünf Sekunden vor Schluss für Ernüchterung sorgte. Nach mehreren Fouls ging letztlich der Heidelberger Mikesell an die Freiwurflinie und ließ beide Würfe liegen – der letzte Mittellinienwurf zum Sieg findet dann jedoch nicht sein Ziel. Nach einer offensivschwachen Partie mit nur zwei Treffern bei 25 Dreierversuchen, steht trotz großem Kamp der Gladiatoren eine knappe Heimniederlage von 69:71.

Spielstatistik

Die Viertel: 14:23 | 22:22 | 13:16 | 20:10
Die Zuschauerzahl: 5.400

Jacques Schneider (Headcoach VET-CONCEPT Gladiators): „Unser Ziel war es heute uns defensiv zu steigern. Nach den 118 Punkten in Rostock ist uns das sehr gut gelungen mit nur 71 Gegenpunkten. Wir haben in vielen Phasen des Spiels hohe Energie und den richtigen Willen gebracht. Auch taktisch haben wir die richtigen Dinge gemacht. Ein Spiel, in dem wir nur 71 Punkte kassieren, ist an einem normalen Tag ein Spiel, das wir gewinnen. Am Ende treffen wir nur zwei von 25 Dreiern und leisten uns 24 Turnover, deswegen Glückwunsch und Respekt an Heidelberg. Sie haben es geschafft uns zu diesen Ballverlusten und schweren Würfen zu zwingen. Trotz der Niederlage kann man viel Gutes mitnehmen, vor allem, dass wir uns nicht aufgegeben haben und bis zum letzten Wurf im Spiel waren“.

Für Trier spielten: Steven Ashworth (11 Punkte), Clayton Guillozet (6), Behnam Yakhchali (0), Marco Hollersbacher (4), Marten Linßen (12), Jordan Roland (8), Urald King (9), Evans Rapieque (0), Nolan Adekunle (3), JJ Mann (DNP), Maik Zirbes (9, 12 Rebounds) und George King (7, 12 Rebounds).

Beste Werfer MLP Academics Heidelberg: Ryan Mikesell (18 Punkte), Michael Weathers (13) und DJ Horne (11).

Quelle: Gladiators Trier