

Die Zirkusfreizeit des Mergener Hofs feiert in diesem Sommer ihr zehnjähriges Bestehen. Seit 2017 haben Hunderte Kinder und Jugendliche die Möglichkeit genutzt, verschiedene Zirkusdisziplinen kennenzulernen, Selbstvertrauen zu entwickeln und gemeinsam auf der Bühne zu stehen. In diesem Jahr nehmen rund 300 Kinder an dem Ferienangebot teil.
Mehr als ein Ferienprogramm
Was einst als zweiwöchige Freizeit begann, wurde aufgrund der großen Nachfrage schnell auf drei Wochen ausgeweitet. Heute können in jeder Ferienwoche rund 100 Kinder verschiedene Zirkusgenres ausprobieren – von Jonglage und Akrobatik bis hin zur Fakirkunst. Höhepunkt jeder Woche ist die gemeinsame Aufführung vor Eltern, Verwandten und Freunden.
„Es ist ein riesiger Bedarf, der abgedeckt werden muss. Und gerade auch unsere Zirkusfreizeiten sind in Trier nicht mehr wegzudenken“, sagt Sarah Stephani vom Jugendzentrum Mergener Hof. Besonders beeindruckend sei, wie sich die Kinder innerhalb weniger Tage entwickelten. „Was jedes Jahr von den Eltern rückgemeldet wird, ist, wie die Kinder in einer Woche über sich hinauswachsen und wie selbstbewusst sie danach sind.“
Vom Teilnehmer zum Betreuer
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist das ehrenamtliche Engagement. Viele der heutigen Betreuerinnen und Betreuer waren selbst einst Teilnehmende der Zirkusfreizeit.
So erinnert sich der 21-jährige Jannik noch gut an seine erste Teilnahme im Jahr 2017. Heute begleitet er die Freizeit bereits im fünften Jahr als Betreuer und vermittelt Kindern das Jonglieren sowie den Umgang mit brennenden Fackelstäben. „Ich würde sagen, das war einer der schönsten Momente, die ich je hatte, und das hat mich motiviert, auch weiterzumachen“, sagt er über seine erste Zirkuswoche.
Auch die 18-jährige Hedi begann als Teilnehmerin und engagiert sich inzwischen als Betreuerin. Besonders ihre erste Vorstellung vor Publikum sei ihr in Erinnerung geblieben: „Als ich mich das erste Mal wirklich etwas getraut habe, in der Manege etwas zu machen, dann diesen riesigen Applaus bekommen habe und der Moment, wieder nach hinten zu gehen, mit allen abzuklatschen, das war so der Augenblick, wo ein Schalter umgelegt wurde.“
Gemeinschaft über viele Jahre
Seit Beginn begleitet auch Zirkuspädagogin Maren Cremer vom pädagogischen Wanderzirkus ZappZarapp das Projekt. Für sie ist die Entwicklung vieler ehemaliger Teilnehmender besonders bewegend. Viele seien inzwischen junge Erwachsene, einige nähmen sogar Urlaub, um als Betreuer mitwirken zu können.
„Für mich ist das in Trier immer etwas ganz Besonderes, weil hier inzwischen etwas Großartiges entstanden ist“, sagt Cremer. Die Zirkusfreizeit verbinde Menschen unterschiedlichster Hintergründe und schaffe Freundschaften, die weit über die Ferien hinaus Bestand hätten. „So schaffen wir es durch die Zirkuspädagogik, Brücken zu bauen. Ich glaube, das ist das Ziel von Sozialer Arbeit, oder?“
Mit dem zehnjährigen Jubiläum zeigt die Zirkusfreizeit des Mergener Hofs einmal mehr, dass sie weit mehr ist als ein Ferienangebot. Für viele Kinder und Jugendliche ist sie ein Ort, an dem sie Neues ausprobieren, Selbstvertrauen gewinnen und Teil einer Gemeinschaft werden.




