Claudia Neumann

Nachts im Museum: Das erwartet die Besucher

Trier. Am Samstag, 5. September, laden fünf Trierer Museen von 18 bis 24 Uhr zur Museumsnacht ein. Führungen, Musik, Theater, Mitmachangebote und kulinarische Angebote versprechen einen abwechslungsreichen Abend für die ganze Familie.

Im Stadtmuseum Simeonstift steht bei der Museumsnacht auch die aktuelle Sonderausstellung "Die Zwanziger Jahre in Trier" auf dem Programm.

Im Stadtmuseum Simeonstift steht bei der Museumsnacht auch die aktuelle Sonderausstellung "Die Zwanziger Jahre in Trier" auf dem Programm.

Bild: Veranstalter / Canva

Wenn es in Trier Nacht wird, beginnt in den Museen ein besonderes Programm: Das Rheinische Landesmuseum Trier, das Stadtmuseum Simeonstift, das Museum am Dom, das Museum Karl-Marx-Haus und die Schatzkammer der Wissenschaftlichen Bibliothek der Stadt Trier öffnen am Samstag, 5. September, von 18 bis 24 Uhr ihre Türen. Die Besucher können aktuelle Sonderausstellungen und Dauerausstellungen entdecken und dabei zahlreiche Führungen, Vorträge, Musik, Theater und Mitmachangebote erleben.

Museum am Dom: Ikonen, Kunst und eine Taschenlampenführung

Das Museum am Dom stellt bei der Museumsnacht die christliche Kunst- und Kulturgeschichte in den Mittelpunkt. Besonderes Augenmerk gilt dem neueröffneten Schaudepot mit seiner bedeutenden Ikonensammlung sowie der Sonderausstellung „Zu Tisch! Das ‚Letzte Abendmahl‘ zwischen Sakrament, Kunst und Kitsch“.

Den Auftakt bildet eine Führung durch die Ikonensammlung des Schaudepots. Weitere Führungen widmen sich der Sonderausstellung, den frühchristlichen Grabinschriften aus dem spätantiken Trier sowie der Bedeutung von Weihrauch in christlicher Kunst und Liturgie. Ein besonderer Programmpunkt sind die Führungen durch die orthodoxe Athanasius-Kapelle im Trierer Dom, die Einblicke in die lebendige Tradition der Ikonenkunst geben.

Auch für Kinder gibt es Angebote. Bei einer Taschenlampenführung durch das Schaudepot entdecken sie die Welt der Heiligen, Drachen und Monster. Die Führung „Nachts im Museum“ lädt anschließend zu einer weiteren Entdeckungsreise ein.

Für Musik sorgt Horst Friedrich von 18 bis 24 Uhr mit Live-Musik im Innenhof. In der Remise bietet die Zuppa kulinarische Köstlichkeiten an.

Stadtmuseum Simeonstift: 1920er-Jahre, Mode und Musik

Im Stadtmuseum Simeonstift können die aktuellen Sonderausstellungen und der wiedereröffnete Gelbe Saal erkundet werden. Führungen, Theater, Mode, Musik und Mitmachangebote sorgen für ein abwechslungsreiches Programm.

Die Familienführung „Zwischen Glamour und Graupensuppe – Kindheit in den 20ern“ gibt Einblicke in die Lebenswelt von Kindern in dieser Zeit. Das Bürgertheater Trier zeigt mit „Letzte Runde“ Szenen zur Kabinettausstellung „Treffpunkt Tresen“. Kurzführungen unter dem Titel „Die 20er – Goldene Zeiten, Dunkle Jahre“ beleuchten die Sonderausstellung.

Studierende des Studiengangs Modedesign der Hochschule Trier präsentieren mit „I am in a Flapper Mood / Dada, Dressed to Disturb“ zeitgenössische Interpretationen der Mode der 1920er-Jahre. Eine Führung durch den wiedereröffneten Gelben Saal zeigt den Wandel der Stadt Trier. Die Themenführung „Der letzte Tanz“ beschäftigt sich zum Abschluss mit Freizeit, Vergnügen und Tanzkultur der Goldenen Zwanziger.

Beim offenen Kreativprogramm „MiniChic“ können Kinder und Jugendliche modische Accessoires im Stil der 1920er-Jahre gestalten. Eine Kinderrallye führt spielerisch durch die Dauer- und Sonderausstellung.

Im Kreuzgang spielt die „Vintage Music Crew“ Musik aus den 1920er-Jahren. Die Vereinigten Hospitien bieten Wein und Sekt an, Chicano – Authentic Southern California Flavour sorgt für Speisen.

Museum Karl-Marx-Haus: Geschichte und Kabarett

Das Museum Karl-Marx-Haus verbindet Geschichte, Kabarett und Einblicke in das Leben von Karl Marx. Kurzführungen durch die Dauerausstellung stellen in jeweils 30 Minuten die wichtigsten Stationen aus Leben und Werk vor.

Kabarettist Thomas C. Breuer präsentiert „Gesünder kränkeln“ mit einem pointierten Blick auf gesellschaftliche und alltägliche Themen. Der Kurzvortrag „Karl Marx auf Reisen“ beschäftigt sich mit seinen Aufenthalten in Europa und der Bedeutung des Reisens für sein Leben und Denken. Weitere Kurzführungen durch die Dauerausstellung bilden den Abschluss des Programms.

Kinder können an einem bunten Basteltisch kreativ werden. Das Weinhaus Büschig bietet Weine und Softdrinks an.

Rheinisches Landesmuseum: Archäologie, Musik und Römerzeit XXL

Im Rheinischen Landesmuseum erwartet die Besucher ein Programm mit Führungen, Musik, Kulinarik, einem Vortrag und Aktionen für Kinder.

Anlässlich des 225. Geburtstags der Gesellschaft für nützliche Forschungen zu Trier zeigt die Präsentation „Archäologie Aktuell“ im Foyer Sammlungsstücke des ältesten Trierer Vereins aus dem Museumsarchiv. Führungen durch die Dauerausstellung widmen sich dem Fundspektrum der Gesellschaft – von Beilklingen aus der Steinzeit bis zu römischen Götterfiguren.

Weitere Sonderführungen beschäftigen sich mit Fundstücken aus den Trierer UNESCO-Bauwerken, Anekdotenschätzen und Einschlaftipps sowie römischer Grabkunst im Sitzen. Die Sonderpräsentation „Römerzeit XXL“ gibt an acht Stationen Einblicke in die Bau-Kunst zur Römerzeit in Trier.

Archäologe Julian Geiß von der Universität Trier stellt in einem Vortrag neueste Forschungsergebnisse zu römischen Flussfunden aus der Mosel vor. Dabei ist auch das Publikum zum Miträtseln eingeladen; Überraschungspreise warten auf glückliche Teilnehmer.

Für musikalische Unterhaltung mit Rock, Pop und Oldies sorgt das Duo von Ulis PopLounge. Das Café Zeitsprung serviert Essen und Getränke im Museumsinnenhof.

Für Eltern und Kinder gibt es eine Familienführung sowie die Rätseltour „Römerzeit XXL“ durch die Römische Abteilung. Wer die richtige Lösung findet, erhält eine kleine Belohnung. In der Museumswerkstatt können zudem Sticker und Magnete mit römischen Motiven gebastelt werden.

Schatzkammer: Handschriften und historische Schreibkunst

Die Schatzkammer der Wissenschaftlichen Bibliothek der Stadt Trier öffnet ebenfalls ihre Türen und gibt Einblicke in kostbare Handschriften, historische Schriftkultur und besondere Sammlungsobjekte.

Den Auftakt bildet der Kurzvortrag „Ein Mythos auf Reisen: Buffalo Bill und die Sehnsucht nach dem Wilden Westen“. Führungen unter dem Titel „Lieblingsstücke“ stellen besondere Schätze der Sammlung vor. „Mit Pergament und Gänsefeder“ vermittelt Wissenswertes über historische Schreibmaterialien und die Herstellung mittelalterlicher Handschriften. Zum Abschluss geht es bei „Buchschmuck und Initialen“ um die kunstvolle Gestaltung historischer Bücher und Handschriften.

Zwei Workshops widmen sich der historischen Schreibkunst. Kinder ab zehn Jahren können mit dem „Cola-Pen“ das Schreiben ausprobieren. Erwachsene lernen im Workshop „Unziale“ die charakteristische Schrift der Spätantike und des frühen Mittelalters kennen und können sie selbst ausprobieren.

Kombiticket für alle fünf Museen

Das Kombiticket für die 19. Trierer Museumsnacht kostet 12 Euro und ermöglicht den Eintritt in alle fünf Museen. Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt. Karten gibt es im Vorverkauf über Ticket Regional sowie an den Museumskassen der fünf beteiligten Häuser.

Das vollständige Programm ist online unter www.museumsstadt-trier.de abrufbar.