

Das fast 1.900 Jahre alte römische Stadttor Porta Nigra ist eines der bedeutendsten Baudenkmäler Deutschlands und das bekannteste Wahrzeichen der Stadt Trier. Als UNESCO-Weltkulturerbe steht es nicht nur für die römische Vergangenheit der ältesten Stadt Deutschlands, sondern auch für den sorgfältigen Umgang mit historischem Erbe. Doch Wind, Wetter und Umweltbelastungen haben in den vergangenen Jahrzehnten deutliche Spuren an dem antiken Bauwerk hinterlassen. Um die Porta Nigra dauerhaft zu erhalten, hat nun eine umfassende Sanierung begonnen (Wir berichteten).
Gerüst prägt aktuell das Stadtbild
Derzeit wird die Porta Nigra Schritt für Schritt in ein großflächiges Baugerüst eingehüllt. Wie auf den aktuellen Bildern zu sehen ist, laufen die Arbeiten am Ostturm bereits auf Hochtouren. Ein dichtes Stahlgerüst umschließt die Fassade, während im unteren Bereich Schutzwände und provisorische Durchgänge errichtet wurden. Damit ist der Startschuss für die mehrjährige Restaurierung sichtbar gefallen – auch für Passanten, die täglich an dem monumentalen Bauwerk vorbeikommen.
Nach Angaben des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) dient das derzeit entstehende Gerüst zunächst der Vorbereitung der eigentlichen Restaurierungsarbeiten. Diese sollen im Februar beginnen. Der Aufbau ist notwendig, um die historische Substanz sicher erreichen und fachgerecht bearbeiten zu können.
Sanierung beginnt am Ostturm
Im Mittelpunkt der ersten Bauphase steht die Südfassade am Ostturm. Dort soll die Fassade gründlich gereinigt und instand gesetzt werden. Die für die Porta Nigra charakteristische dunkle Färbung, die dem Bauwerk seinen Namen („Schwarzes Tor“) gegeben hat, bleibt dabei bewusst erhalten. Ziel der Maßnahmen ist es nicht, das Erscheinungsbild zu verändern, sondern die historische Oberfläche zu schützen und langfristig zu stabilisieren.
Bis zum Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten am Ostturm abgeschlossen sein. Anschließend wird das Gerüst dort zurückgebaut und vor dem Westturm erneut errichtet, um die Sanierung in diesem Bereich fortzusetzen. Insgesamt ist geplant, die Arbeiten an der Südfassade der Porta Nigra bis Ende 2027 abzuschließen.
UNESCO-Weltkulturerbe bleibt zugänglich
Trotz der umfangreichen Bauarbeiten bleibt das Monument weiterhin für Besucher geöffnet. Der Durchgang am Ostturm steht während der Sanierung sowohl Fußgängern als auch Rettungsfahrzeugen zur Verfügung. Zum Schutz der Passanten wird ein sogenannter Gerüsttunnel eingerichtet, der ein sicheres Passieren des Bauwerks ermöglicht.
Im zweiten Jahr der Arbeiten soll der Tordurchgang am Ostturm sogar vollständig offen bleiben. Anders sieht es am Westturm aus: Dort wird der seitliche Durchgang für die gesamte Dauer der Sanierung gesperrt. In diesem Bereich werden Baugeräte, Materialien und technische Einrichtungen untergebracht, die für die Restaurierungsarbeiten notwendig sind.
Investition in den Erhalt eines Kulturguts
Die Kosten für die Sanierung der Porta Nigra belaufen sich nach Angaben des LBB auf rund eine Million Euro. Die Investition unterstreicht die Bedeutung des römischen Stadttors als nationales und internationales Kulturgut. Errichtet wurde die Porta Nigra im 2. Jahrhundert nach Christus als Teil der römischen Stadtbefestigung. Ihre außergewöhnlich gute Erhaltung verdankt sie unter anderem der späteren Nutzung als Kirchenbau im Mittelalter.
Mit der nun begonnenen Sanierung soll sichergestellt werden, dass das Bauwerk auch künftigen Generationen erhalten bleibt.
Text: Kevin Schößler




