Nico Lautwein

Trierer Theater erhält neue Pläne: Sanierung und Neubauten ab 2027

Trier. Die geplante Sanierung des Trierer Theaters nimmt Formen an. Intendant Lajos Wenzel und Projektleiterin Beatrix von Holst stellten kürzlich den aktuellen Planungsstand vor – mit Details zu Neubauten und Sanierungsmaßnahmen.

Rund 70 Interessierte folgten der Einladung des Theaters ins Studio, wo Intendant Lajos Wenzel, Projektleiterin Beatrix von Holst und Kulturdezernent Markus Nöhl den aktuellen Stand der geplanten Sanierung des maroden Baus vorstellten. Diese soll Anfang 2027 beginnen. Teams aus drei Architekturbüros haben die Planungen aus dem vergangenen Jahr fortgeführt und aktualisiert, insbesondere in Bezug auf Kosten und Funktionalität.

Das Hamburger Büro Studio PFP plant die beiden Neubauten Foyer und Orchesterprobesaal, während eine Arbeitsgemeinschaft bestehend aus dem Büro MOW (Frankfurt) und Fabre/Speller (Frankreich) für die Generalsanierung verantwortlich ist. Kulturdezernent Nöhl betonte, dass die aktuellen Pläne noch nicht den Endstand markieren, sondern weiterhin weiterentwickelt werden.

Visualisierungen geben Eindruck von der Zukunft

Die Visualisierungen der neuen Gebäude vermittelten einen guten Eindruck davon, wie das Theater der Zukunft aussehen wird und wo sich die Entwürfe weiterentwickelt haben. Der Orchesterprobesaal, der an den Altbau anschließt und sich in Richtung Augustinerhof erstreckt, wird weniger gläsern sein als ursprünglich geplant – aus akustischen Gründen. Dennoch wird es durchgehende Glasfassaden an den Seiten geben, die Einblicke in das Gebäude ermöglichen, etwa bei ausgewählten Proben.

Die neue Eingangshalle, die Richtung Gerty-Spies-Straße gebaut wird, soll das Theater „zur Innenstadt hin öffnen“, wie von Holst betonte. Auch sie wird weniger gläsern sein als ursprünglich geplant.

Fassade wird an den Bestand angelehnt

Auffällig bei beiden Neubauten ist die Weiterführung der charakteristischen Fassade des Bestandsgebäudes von Architekt Gerhard Graubner. Das umlaufende „Band“ an der Außenwand des Bestandsgebäudes wird auch in den Fassaden der Neubauten integriert. Dies soll „dem Geiste Graubners Rechnung getragen werden“, so Intendant Wenzel. Ein praktischer Nebeneffekt: In diesem Fassadenband können Rollos als Sonnenschutz integriert werden.

Das Ziel ist ein einheitliches Gesamtbild, das die ursprüngliche Architektur von Gerhard Graubner fortschreibt. Fassaden, die heute verputzt sind, sollen auch in Zukunft als Putzbaukörper in Erscheinung treten – wie beispielsweise der am Heinz-Tietjen-Weg gelegene Gebäudetrakt. Der Bühnenturm wird vorab energetisch saniert und erhält auf zwei Seiten eine integrierte Photovoltaik-Fassade. Dadurch wird er sich zukünftig mit einer matten Glasoberfläche präsentieren statt mit einer Metallfassade.

Kosten und Details der Sanierung

Der Großteil der avisierten Kosten in Höhe von rund 90,5 Millionen Euro (plus Baukostensteigerungen) wird für die Sanierung des maroden Bestandsgebäudes verwendet – rund 75 Prozent der gesamten Summe. Die Kosten für die Neubauten machen etwa ein Viertel der Ausgaben aus.

Fragen zur Barrierefreiheit, Bestuhlung und mehr

Die Veranstaltung gab den Anwesenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen, und es wurden viele Details der Planung behandelt. Die Barrierefreiheit wird ebenso realisiert wie die Begrünung des Gebäudes. Die Sitze im Theater werden aufwendig aufgearbeitet, da ein kompletter Austausch aufgrund der darunter verlaufenden Frischluftzufuhr schwierig umzusetzen wäre. Zudem wird die Anzahl der Toiletten erhöht, insbesondere sind Unisex-Toiletten im Foyer geplant. „Damit gehört das lange Warten vor der Damentoilette nach der Sanierung 2030 der Vergangenheit an“, erklärte Wenzel.

Positive Rückmeldungen vom Publikum

Einer der Gäste beim „Theater-Talk“ war Klaus-Peter Schilken, ein regelmäßiger Theatergänger. Er empfand die Veranstaltung als „aufklärend“ und zeigte sich begeistert von den Plänen: „Die Planungen gefallen mir sehr gut“, sagte er.

Quelle: Stadt Trier


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