Claudia Neumann

Vier Mosel-Riesen können bald in Trier anlegen

Trier. Viking Cruises baut zwei neue Anleger nördlich der „Moselperle“ – Umweltprüfung gibt grünes Licht
Bisher legen die "Viking"-Flusskreuzfahrtschiffe in Zurlauben an.

Bisher legen die "Viking"-Flusskreuzfahrtschiffe in Zurlauben an.

Bild: Claudia Neumann

Bald könnte sich das Bild am Trierer Moselufer deutlich verändern: Der Kreuzfahrt-Konzern Viking Cruises will über seine Tochtergesellschaft Viking Technical GmbH zwei neue Anlegestellen für Flusskreuzfahrtschiffe bauen – zwischen „Moselperle“ und "Ratio" (Flusskilometer 190,050 und 189,850). Künftig könnten dort vier der bis zu 135 Meter langen Schiffe gleichzeitig festmachen.

Ganz neu ist das Geschäft mit den Flusskreuzfahrern für Trier allerdings nicht: Bereits jetzt gibt es Anlegestellen am Moselufer, etwa in Zurlauben, wo regelmäßig auch eines der Viking-Schiffe vor Anker liegt. Die neuen Anleger sollen dieses Angebot nun erweitern und zusätzliche Kapazitäten schaffen.

Brücken, Pontons und Ladestationen

Die beiden baugleichen Anlegestellen bestehen jeweils aus einer Zugangsbrücke und einem schwimmenden Ponton, der bis zu 135 Meter langen Schiffe aufnehmen kann. Damit Fahrgäste bequem an Bord und von Bord kommen, entstehen barrierefreie Wege vom Moselradweg auf dem Hochwasserschutzdeich zu den Stegen. Auch an die Schiffe selbst ist gedacht: Über einen Landstromanschluss können sie während der Liegezeit ihre Generatoren abschalten – das spart Lärm und Abgase.

Schon erledigt sind die Vorarbeiten der Stadtwerke Trier: Sie haben in Trier-Nord bereits Strom- und Wasserleitungen verlegt, Busflächen angelegt, die Zufahrt zur benachbarten neuen "Moselclinic" geschaffen und neue Schnellladepunkte installiert.

Für den eigentlichen Bau der Anleger müssen rund 1.800 Quadratmeter Uferfläche genutzt werden. Zusätzlich wird das Flussbett auf etwa 18.450 Quadratmetern ausgebaggert, damit die Schiffe genug Wasser unter dem Kiel haben. Als Ausgleich für den dadurch verlorenen Hochwasserrückhalteraum entstehen zwei neue Ausgleichsflächen mit zusammen 4.140 Quadratmetern.

Behörde sieht keine besondere Natur in Gefahr

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion SGD Nord als Oberste Naturschutzbehörde des Landes hat den betroffenen Ufer- und Flussabschnitt nun genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Flächen bestehen größtenteils aus stark vom Menschen geprägten Wiesen, die teils vom invasiven Staudenknöterich überwuchert sind. Naturschutzgebiete oder andere besonders geschützte Bereiche sind nicht betroffen – einzig liegt das Areal im gesetzlichen Überschwemmungsgebiet der Mosel.

Damit Tiere und Pflanzen trotzdem möglichst wenig leiden, hat die Behörde der Baufirma einiges aufgegeben: Bauarbeiten dürfen nicht während der Vogelbrutzeit stattfinden, die Beleuchtung muss so gestaltet sein, dass kein störendes Streulicht entsteht, gefälltes Holz soll als Totholz im Uferbereich liegen bleiben – und Bäume dürfen nur bei strengem Frost gefällt werden, damit überwinternde Fledermäuse nicht zu Schaden kommen.

Unter dem Strich kommt die SGD Nord zu dem Schluss, dass von dem Projekt keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen zu erwarten sind. Eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung ist deshalb nicht nötig – aus umweltrechtlicher Sicht steht dem Bau der beiden Anlegestellen also nichts mehr im Weg.